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"Ein Genie" - "Unsterblich": Reaktionen zum Tod Maradonas

Die Fußball-Welt trauert

"Ein Genie" - "Unsterblich": Reaktionen zum Tod Maradonas

Länderspiel im Jahr 2010: Lionel Messi mit Nationaltrainer Diego Maradona.

Länderspiel im Jahr 2010: Lionel Messi mit Nationaltrainer Diego Maradona. Getty Images

Lionel Messi: "Ein trauriger Tag für alle Argentinier und für den Fußball. Er geht, aber verlässt uns nicht ganz, denn Diego ist unsterblich. Ich behalte all die schönen Momente mit ihm und sende seiner Familie und seinen Freunden mein Beileid. Ruhe in Frieden."

Pelé: "Was für eine traurige Nachricht. Ich habe einen großen Freund verloren und die Welt hat eine Legende verloren. Es gibt noch viel zu sagen, aber für den Augenblick möge Gott den Angehörigen Kraft geben. Ich hoffe, eines Tages können wir im Himmel zusammen Fußball spielen."

Guido Buchwald: "Ich bin regelrecht geschockt, dass es jetzt so schnell ging. Mit gerade 60 Jahren ist Diego Maradona viel zu früh von uns gegangen. Der Mann, den die Welt, sofern sie ihm nicht als Kontrahent begegnet ist, mit sehr viel Achtung, Respekt und noch mehr Freude hat spielen sehen. Der für mich als Vater meines Spitznamens doppelte Bedeutung hat und sich in seinem Privatleben leider öfter verdribbelt hat, als auf dem Rasen. Ich kann mich noch sehr gut an das WM-Finale 1990 erinnern. Wir haben uns über die komplette Spielzeit nichts geschenkt und sind dennoch voller Respekt auseinandergegangen. Ich werde nie seine traurigen Augen vergessen, wie er bei der Dopingkontrolle neben mir saß. Ich werde ihn nie vergessen."

Rudi Völler: "Diego Maradonas Tod trifft mich sehr. Er war mein Jahrgang, wir waren bei Weltmeisterschaften und in Italien oft Gegner. Ein wunderbarer Spieler - sein früher Tod ist ein herber Schlag für den Fußball und für Diegos Familie."

Toni Schumacher: "Diego war auf dem Fußballplatz ein Genie, ein wahrer Magier. Auf dieser Bühne konnte ihn zu meiner Zeit keiner schlagen. Gegen ihn im Finale der WM 86 zu spielen, war ein großartiges Erlebnis. Ich trauere mit Argentinien und der gesamten Fußball-Welt um die Hand Gottes."

Diego Armando Maradona und Toni Schumacher

WM-Finale 1986: Toni Schumacher hilft Diego Armando Maradona auf. imago images

Bodo Illgner: "Ich bin traurig. Mich verbindet natürlich das WM-Finale 1990 mit ihm. Er war unser Gegenspieler, vor ihm und seinen Freistößen hatten wir den größten Respekt. Ich war froh, dass er dann nicht so oft vor meinem Tor aufgetaucht ist. Er war er ein toller Spieler, man musste mit allem rechnen. Für die Fußballwelt bedeutet sein Tod einen ganz großen Verlust. Wir werden ihn vermissen. Die Diskussionen, wer besser ist, Messi oder Maradona, werden noch jahrzehntelang weitergehen, ohne die Frage jemals wahrscheinlich beantworten zu können."

Aleksander Ceferin (UEFA-Präsident): "Ich bin traurig über den Tod von Diego Maradona, einer der größten Fußballer der Welt. Ich hatte ihm erst alles Gute gewünscht, diese Nachricht jetzt ist ein ziemlicher Schock für mich."

Wolfgang Overath: "Die gesamte Fußball-Welt verneigt sich vor einem der größten Genies, das unser Sport hervorgebracht hat. Nur wenige Fußballer verfügten über Fähigkeiten wie Diego Maradona. Es ist grausam, dass er uns so jung verlassen hat."

Klaus Augenthaler: "Wenn ich gefragt werde, wer der beste Fußballer war, gegen den ich je gespielt habe, gibt es nur eine Antwort: Diego Maradona! Argentinien 1986 war seine Mannschaft, der SSC Neapel ebenfalls. Diego verkörperte alles, was einen tollen Fußballer ausmacht. Im WM-Finale 1990 hatte er seinen Zenit überschritten, dennoch warnte uns Franz Beckenbauer vor allem vor ihm. Er wurde im Spiel oft hart attackiert. Anders als Neymar heute hat er sich kurz geschüttelt, weitergespielt und auch ausgeteilt."

Stephan Engels: "Ich habe zweimal gegen ihn gespielt. Er war der beste Fußballer, den ich je erlebt habe. Ein Genie mit unglaublichen Ideen. Ich bin sehr traurig über seinen Tod. Wir waren gleichaltrig. Der liebe Gott hat ihn eindeutig zu früh geholt."

Farhan Haq (UN-Sprecher): "Ich denke, ich spreche für viele, wenn ich sage, dass es manchmal schien, als wäre er von der Hand Gottes berührt worden."

Mögen sich die Götter streiten, wer der größte Spieler aller Zeiten war - Maradona war ein Genie.

Jupp Heynckes

Jupp Heynckes: "Mit Diego Maradona verbinde ich zwei direkte Erlebnisse. Mit Bayern München spielten wir im 1989 im Halbfinale des UEFA-Pokals gegen den SSC Neapel. Meine Spieler und die des Gegners machten sich im Auswärtsspiel auf dem Platz warm, ich war wie immer in der Kabine geblieben. Da kam einer unserer Betreuer herein und sagte: 'Trainer, kommen Sie, das müssen Sie sich anschauen!' Er führte mich in eine kleine Turnhalle des Stadions, wo Maradona mit seiner Tochter Ball spielte und die Kugel jonglierte. So machte er sich vor einem Halbfinale warm. Im Rückspiel in München waren wieder alle Spieler auf dem Platz, als Maradona kam, sich in den Mittelkreis stellte und den Ball mit allen Körperteilen jonglierte - wie ein Zirkusartist. Es war eine grandiose Show. Mögen sich die Götter streiten, wer der größte Spieler aller Zeiten war - Maradona war ein Genie, ein unnachahmlicher Fußballer, der nur mit dem linken Fuß spielte. Er ist schon zu Lebzeiten ein Mythos gewesen. Diego wurde und wird vergöttert. In seinem Heimatland Argentinien wie in Neapel wird die Trauer unermesslich sein. Der Fußball-Himmel weint um Diego Maradona."

Asgeir Sigurvinsson (mit dem VfB im UEFA-Cup-Finale gegen den SSC Neapel und Maradona): "Der Fußball hat einen seiner Herausragendsten verloren. Einen einmaligen Spieler, der in einem Atemzug mit Pelé genannt und in seiner Zeit mehr verehrt und geliebt wurde als seine Nachfolger wie Messi oder Cristiano Ronaldo. Der allerdings im Privatleben leider mehr Fehler gemacht hat, als auf dem grünen Rasen. Für jeden Fußballer, Amateur oder Profi, und besonders jeden offensiven Mittelfeldspieler war Maradona ein Vorbild. Auch für mich, der ihn, wann immer sich unsere Wege kreuzten, als ungemein netten und freundlichen Menschen erlebt hat. Es ist ein trauriger Tag für den Fußball."

Andrea Pirlo: "Der Gott des Fußballs ist gegangen. Danke Diego!"

Cristiano Ronaldo: "Heute sage ich auf Wiedersehen zu einem Freund, und die Welt sagt auf Wiedersehen zu einem ewigen Genie. Einer der Besten für immer. Ein unvergleichlicher Zauberer. Er geht zu früh, aber hinterlässt ein Erbe ohne Grenzen und eine Leere, die nicht zu füllen ist. Ruhe in Frieden, Ass. Du wirst niemals vergessen sein."

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