Bundesliga

Ein erneutes Trainer-Experiment ist in Mainz kaum vorstellbar

Kommentar

Ein erneutes Trainer-Experiment ist in Mainz kaum vorstellbar

Weiterbeschäftigung im NLZ geplant: Jan Siewert.

Weiterbeschäftigung im NLZ geplant: Jan Siewert. IMAGO/Michael Weber

Nach Bo Svensson (drei Punkte aus den ersten neun Spielen) und Jan Siewert (neun Zähler aus den folgenden zwölf Partien) soll nun der dritte Trainer innerhalb einer Saison retten, was noch zu retten ist. Trotz der desaströsen Bilanz von zwölf Punkten und 16:35 Toren aus 21 Saisonspielen liegt zumindest der Relegationsplatz für den Tabellenvorletzten angesichts von vier Punkten Rückstand noch in Reichweite.

Sportvorstand Christian Heidel und Sportdirektor Martin Schmidt stehen vor der schwierigen Frage, ob sie nach dem misslungenen Experiment mit dem eigenen U-23-Trainer die nächste interne Lösung präsentieren. Ein Teil der Fans möchte Benni Hoffmann auf den Trainerstuhl der Profis hieven, der die U 19 des Klubs 2023 zur Deutschen Meisterschaft und kürzlich durch einen Sieg gegen den FC Barcelona ins Youth-League-Achtelfinale führte.

Ein erneuter Versuch mit einem Trainer ohne Bundesligaerfahrung käme nach dem Scheitern des Siewert-Experiments jedoch überraschend. Dem 41-Jährigen, der am Rosenmontag freigestellt wurde, ist inhaltlich wenig vorzuwerfen. Siewert stabilisierte die löchrige Abwehr, was allerdings auf Kosten der erzielten Tore ging.

Siewert hat es verpasst, sein Profil zu stärken

Da in der Offensive seit Wochen keine Besserung zu erkennen ist, wirkte seine Einschätzung, dass sich die Mannschaft weiterhin in einem Prozess befände, zuletzt nur noch wie eine von vielen Durchhalteparolen. Auch in der Führungsetage verfestigte sich der Eindruck, dass ein weiterer Impuls von Nöten ist, nachdem die Last-Minute-Verpflichtungen von Nadiem Amiri und Jessic Ngankam keine Trendwende herbeiführten.

Siewert hatte schon als "Trainer bis auf Weiteres" die Chance verpasst, mit öffentlichen Auftritten sein Profil zu schärfen. Nachdem er kurz vor Weihnachten mit einem Vertrag bis 2026 ausgestattet wurde, änderte sich daran wenig.

Immerhin hatte die FSV-Spitze ihre Hausaufgaben gemacht, was die Vertragsgestaltung betrifft. Nach kicker-Informationen enthält der Cheftrainer-Vertrag einen Passus, wonach die vorzeitige Auflösung den Klub nicht in finanzielle Bedrängnis bringt und Siewert die Weiterbeschäftigung im NLZ sichert.

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