3. Liga

3. Liga: Tom Eilers über die Beschlüssen des DFB

Hintergründe zu den Beschlüssen des DFB in der 3. Liga

Eilers: "So fürchterlich instabil kann die finanzielle Lage wohl doch nicht sein"

Sieht die 3. Liga für die Zukunft gut aufgestellt: Tom Eilers.

Sieht die 3. Liga für die Zukunft gut aufgestellt: Tom Eilers. imago images/Jan Huebner

Ein Jahr lang hatte die sogenannte "Task Force wirtschaftliche Stabilität 3. Liga" an Maßnahmen zur Stabilisierung der untersten deutschen Profiliga gearbeitet. Der DFB folgte den Empfehlungen der Task Force und beschloss beispielsweise härtere Sanktionen bei wirtschaftlichen Verlusten, höhere Anforderungen an Rasenheizung und Flutlichter, gleichzeitig aber auch eine geringere Mindestkapazität der Stadien.

Der wichtigste Punkt ist für Eilers aber ein anderer. "Die höchste Priorität hat aus meiner Sicht zunächst die Struktur selbst. Daher ist mir die Botschaft besonders wichtig, dass die Liga in ihrer eingleisigen Form als Profispielklasse zwischen 2. Bundesliga und Regionalliga nicht mehr infrage gestellt wird. Die 3. Liga funktioniert, sie hat interessante Klubs, einen ausgeglichenen Wettbewerb, viele Fans und gute Partner. Das wurde auch in der Task Force bestätigt", betont der 51-Jährige, der im Präsidium von Zweitligist Darmstadt 98 für den Lizenzspielerbereich zuständig ist.

Uerdingen und Kaiserslautern als Ausnahmefälle

Ein immer wieder im Zusammenhang mit der 3. Liga diskutiertes Thema ist die wirtschaftliche Lage - so auch in der Task Force. "Die Ursachen sind aber je nach Klub sehr spezifisch. Am Anfang waren es häufig Vereine, die aus der 2. Bundesliga abgestiegen sind und dadurch bereits einen Rucksack zu tragen hatten. Später gab es Beispiele von Klubs, die schon einige Jahre in der Liga waren und es über die Dauer nicht geschafft haben, sich weiterzuentwickeln. Fakt ist: Mit Ausnahme des Beispiels Uerdingen und des Insolvenzantrags in Kaiserslautern, wo die finanziellen Probleme nicht erst in der 3. Liga entstanden sind, sind alle anderen Drittligisten recht gut durch die Corona-Krise gekommen. Ganz so fürchterlich instabil, wie die finanzielle Lage der 3. Liga oft dargestellt wird, kann es wohl doch nicht sein", so Eilers.

Wirtschaftliche Unvernunft soll mit strengen Vorgaben künftig härter sanktioniert werden - in Form von Punktabzügen. "Man wird diese Instrumente jetzt beobachten müssen und sehen, wie schnell und wie gut die modifizierte Eigenkapitalauflage greift", erläutert Eilers.

Umzüge in andere Stadien "so weit wie möglich verhindern"

Auch einem der "öffentlich größten Kritikpunkte der vergangenen Jahre" hat sich die Task Force gewidmet: der Anforderung an die Stadionkapazität, die von 10.001 auf 5001 Plätze herabgesetzt wurde. "Die Änderung soll so weit wie möglich verhindern, dass für Klubs ein Ausweichen in ein anderes Stadion erforderlich wird", erklärt Eilers.

Im kicker-Interview - an diesem Montag in der Printausgabe oder schon heute Abend im eMagazine - erklärt Eilers außerdem, warum sich frühzeitige Investitionen für ambitionierte Viertligisten und Aufsteiger in die 3. Liga lohnen, welche Rolle Zweitvertretungen beim Vermarktungspotenzial spielen, was er von einem Anschluss der 3. Liga an die DFL hält und in welcher Hinsicht Sascha Mölders in Konkurrenz zu Lionel Messi steht.

Jim Decker, Moritz Kreilinger

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