Bundesliga

Eilantrag zurückgewiesen: Nur 11000 Besucher gegen Wolfsburg

Köpenicker halten an 3G-Regel fest

Eilantrag zurückgewiesen: Nur 11.000 anstatt 18.000 Besucher gegen Wolfsburg

Zuschauer im Stadion an der Alten Försterei.

Zuschauer im Stadion an der Alten Försterei. imago images/Dennis Hetzschold

Zwei Tage vor einem Spiel finden beim 1. FC Union Berlin in der Regel sportlich-sachliche Pressekonferenzen statt. Dann gehört die Bühne Trainer Urs Fischer, der sich an der Seite von Vereinssprecher Christian Arbeit nur selten von Fragen aus der Ruhe bringen lässt.

An diesem Donnerstagmittag gesellte sich jedoch Dirk Zingler dazu. Wenn der Präsident der Eisernen von sich aus zu den Medien sprechen möchte, gibt entweder etwas Erfreuliches zu berichten. Oder es liegt etwas im Argen. In diesem Fall baute sich Zingler aus letzterem Grund hinter einem der drei Stehpulte auf.

Rund 25 Minuten der rund 35-minütigen Pressekonferenz stand Zingler im Fokus. Auch dem Logistik-Unternehmer war nicht verborgen geblieben, dass größere Teile der Fanbasis rebellieren. Mit einer 2G-Regelung hätten am Sonnabend (15.30 Uhr) im Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg theoretisch 22.012 Besucher nach langer Zeit wieder für ein ausverkauftes Stadion An der Alten Försterei sorgen können.

Union kommt mit Eilantrag nicht durch

Doch Union entschied sich für eine 3G-Lösung, damit auch getestete Zuschauer dem Versuch beiwohnen können, Wolfsburg in der Bundesliga erstmals schlagen zu können. Bei einer dann maximal 50-prozentigen Auslastung sind nur 11.000 Besucher möglich. Das wurmt viele geimpfte und genesene Anhänger, auch wenn Union am Dienstag mit einem Eilantrag an das Verwaltungsgericht 18.000 Besucher erzwingen wollte.

Das Verwaltungsgericht wies den Antrag am Donnerstagabend jedoch ab. "Der 1. FC Union hat keinen Anspruch auf die Durchführung des Bundesligafußballspiels im Stadion An der Alten Försterei am 16. Oktober 2021 mit mindestens 18.000 zeitgleich anwesenden Zuschauerinnen und Zuschauern", teilte das Verwaltungsgericht mit.

Dirk Zingler

Will im Stadion 3G: Dirk Zingler. imago images/Matthias Koch

Für die deutlich in der Mehrheit befindlichen 2G-Befürworter unter den Anhängern ist Unions Beharren an 3G schon so ein Ärgernis. Zingler warb um Verständnis. "Ich bin geimpft. Meine Familie ist geimpft. Im Klub sind eine hohe Anzahl von Menschen geimpft. Die Frage ist aber, wie wir mit den Menschen umgehen, die sich nicht impfen lassen. Da geht der Diskurs in der Gesellschaft auseinander", erklärte Zingler. "Wir haben entschieden, dass wir nicht Geimpften keine kaum überwindbare Hürde aufbauen, trotzdem am Spiel in der Alten Försterei teilzunehmen. Deshalb sind wir für 3G."

Zingler will offensichtlich Ungeimpfte durch Angebote zum Umdenken bringen. Ausschließen möchte er sie nicht. So steht beispielweise am Sonnabend im Rahmen der Begegnung ein Impfbus bereit. Allerdings macht sich Zingler bei den Geimpften damit wenig Freunde. Sie wollen ihr altes Leben zurück, in dem auch Union eine große Rolle spielt(e).

Wir haben entschieden, dass wir nicht Geimpften keine kaum überwindbare Hürde aufbauen, trotzdem am Spiel in der Alten Försterei teilzunehmen. Deshalb sind wir für 3G.

Dirk Zingler

Kein Mitgliedervotum

Ein Mitgliedervotum wird es nicht geben. Das lehnt Zingler ab. Vielmehr erwartet er von der Berliner Politik klarere und der Zeit angepasste Verordnungen. In anderen Bundesländern habe es diese schon gegeben. "Wir werden natürlich keine Mitgliederbefragung herbeiführen. Wir sind die gewählten Vertreter der Mitglieder. Wir haben auch in schwierigeren Situationen zu entscheiden", sagte Zingler. "So schwierig ist die Situation gar nicht. Man muss zu seinen Werten stehen. Man muss seinen Weg gehen. Wir fordern, dass es klare Regeln vom Staat gibt. Dann werden wir diese Regeln befolgen."

Vorerst heißt die Regel maximal 11.000 Besucher bei einer 3G-Regelung. Für Dirk Zingler war es kein guter Tag. Er zeigte sich dennoch optimistisch. "Wir akzeptieren die Entscheidung des Verwaltungsgerichts. Angesichts der Urteilsbegründung, in der mehrfach deutlich zum Ausdruck gebracht wird, dass das Gericht die Maßnahmen zur Pandemieeindämmung für 'noch zumutbar' und die ihnen zugrundeliegenden Einschätzungen 'noch als nicht offenkundig verfehlt' bewertet, sind wir optimistisch, dass auch der Berliner Senat in Kürze weiterreichende Regelungen treffen wird", erklärte Zingler.

"Wir verzichten daher auf den Gang vor das Oberverwaltungsgericht und werden für unsere nächsten Spiele im Stadion An der Alten Försterei und im Olympiastadion erneut höhere Auslastungen unter 3G-Bedingen beantragen."

Matthias Koch

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