Bundesliga

Stuttgarts Undav wird nach Rekordtor für Dribbelkünste "ausgelacht"

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"Eigentlich nicht meine Qualität": Undav wird für Dribbelkünste "ausgelacht"

Die Szene vor dem Rekordtreffer: "Dribbler" Deniz Undav tanzt Tom Krauß aus.

Die Szene vor dem Rekordtreffer: "Dribbler" Deniz Undav tanzt Tom Krauß aus. IMAGO/Pressefoto Baumann

"Spielt Guirassy oder spielt er nicht?" Das war wohl eine der meist gestellten Fragen unter Stuttgarter Fans vor der Partie gegen Mainz. Gegen den Tabellenvorletzten spielte der Angreifer, der nach seiner Rückkehr vom Afrika-Cup unter anderem mit Muskelproblemen zu kämpfen hatte, zwar - allerdings nicht von Beginn an. In der Startelf gegen die Nullfünfer stand erneut Deniz Undav, der den torgefährlichsten VfB-Angreifer (17 Tore) zuletzt prächtig vertreten hatte.

In den vergangenen beiden Spielen sammelte Undav sieben Scorer-Punkte (vier Tore, zwei Assists) und auch gegen die Mainzer stand sein Name wieder auf der Anzeigetafel - bereits zum 14. Mal in dieser Saison. Damit hat der 27-Jährige nicht nur bald zu Guirassy aufgeschlossen, sondern auch einen 50 Jahre alten Vereinsrekord eingestellt: Nur Hermann Ohlicher hatte in der Saison 1973/74 in seinen ersten 18 Bundesliga-Spielen für den VfB ebenso viele Tore erzielt wie Undav.

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Angesprochen auf die Rekordmarke blieb der Angreifer bei DAZN bescheiden: "Mir ist egal, wie viele Tore ich bis jetzt habe, Hauptsache wir haben die drei Punkte geholt." Wichtig sei zudem gewesen, nach dem Pokal-Aus in Leverkusen "eine Reaktion zu zeigen". Nach etwas behäbigem Start bekamen die Stuttgarter die Partie immer besser in den Griff und zogen durch einen Doppelschlag kurz vor der Pause entscheidend davon. Torschützen waren allerdings Maximilian Mittelstädt und Jamie Leweling.

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Am 5. Januar 1974 knackte Ohlicher (insgesamt 318 Bundesliga-Spiele und 96 Tore für den VfB) mit einem Doppelpack gegen Schalke (3:2) die 14-Tore-Marke, 50 Jahre später tat Undav es auf eine Art und Weise, für die er von seinen Mitspielern aufgezogen wurde: "Ich wurde auch schon ausgelacht, dass ich jetzt auf einmal ein Dribbler bin. Das ist eigentlich nicht meine Qualität."

Und doch tanzte er den eingewechselten Tom Krauß aus und verlud auch noch Robin Zentner. "Es war ein überragender Ball von Anthony (Rouault, Anm. d. Red.), ich nehme ihn super mit, beim Vorbeigehen mache ich den Aufsetzer stark und dann habe ich ein bisschen Glück gehabt, dass Zentner spekuliert", so Undavs Rückschau auf den Rekordtreffer.

Wie viele Saisontore sind noch drin?

Zu diesem Zeitpunkt (73. Minute) war Guirassy (Einwechslung 62. Minute) bereits auf dem Platz, die Rolle des Torjägers nahm aber Undav ein. Ohlicher gelangen nach seinem 14. Treffer am 18. Spieltag 1973/74 im Übrigen "nur" noch drei weitere Saisontore. Für Undav scheinen diese absolut im Bereich des Möglichen zu sein - vielleicht ja schon bald. Nach dem Tabellenvorletzten sind die Schwaben kommenden Samstag beim Schlusslicht in Darmstadt zu Gast, ehe zu Hause der Vorletzte aus Köln empfangen wird.

sts

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