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Ehrlicher Leon Goretzka: "Das darf einfach niemals passieren"

Kimmich findet England-Achtelfinale "geil"

Ehrlicher Goretzka: "Das darf einfach niemals passieren"

Ein Herz für die Fans: Leon Goretzka feiert seinen entscheidenden Treffer, der Deutschland gerettet hat.

Ein Herz für die Fans: Leon Goretzka feiert seinen entscheidenden Treffer, der Deutschland gerettet hat. imago images

Wenige Minuten vor Spielschluss hatte Deutschland nach der katastrophalen WM 2018 das zweite Vorrunden-Aus in Folge gedroht. Doch eine Kombination über Joachim Löws Joker-Trio Jamal Musiala, Timo Werner und Torschütze Leon Goretzka rettete die DFB-Auswahl ins Achtelfinale - und verhinderte so den GAU.

Direkt nach dem hochdramatischen 2:2 gegen Außenseiter Ungarn überwog deswegen bei den Beteiligten die Freude übers Weiterkommen. So sagte Kapitän Manuel Neuer im ZDF etwa: "Wir sind einfach nur erleichtert. Wir lagen lange in Rückstand, lagen nochmals in Rückstand - es war ein Nervenkrimi. Es ist schwer, wenn du gegen so eine Mannschaft hinten liegst. Das war eine vielbeinige Abwehrkette, die versucht hat, alles abzuwehren."

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Ticketlöser Goretzka, der bei seinem 2:2 mit Gewalt draufgehalten und leicht abgefälscht das Weiterkommen gesichert hatte, blies zunächst ins selbe Horn: "Wir sind natürlich froh, dass wir weiter sind. Und dass mir der Ball kurz vor Schluss so vor die Füße fällt, das ist natürlich glücklich gelaufen. Und dann einfach nur noch rein damit."

Kimmich: "Natürlich hatte ich Sorge, dass wir wieder ausscheiden"

Der Münchner Profi, in der 58. Minute für Ilkay Gündogan gekommen, vergaß bei seinem Interview aber auch die Schwachstellen von diesem Abend nicht. Denn in der Tat erwies sich die deutsche Auswahl offensiv oft zu ideenlos gegen massiert stehende Magyaren, während defensiv öfters nicht aufgepasst wurde - so geschehen beim 0:1 und beim 1:2 direkt vom Anstoß weg nach dem zwischenzeitlichen 1:1 durch Kai Havertz.

"Was gar nicht passieren darf", eröffnete Goretzka, "ist doch klar: Nach dem 1:1 direkt das 1:2 kassieren ... da sind wir nicht wach genug. Das darf einfach niemals passieren, wenn du bei so einem Turnier was erreichen willst. Zweifel zu haben brauchen wir aber nicht, wir haben nach wie vor Selbstvertrauen." Doch klar müsse man dieses Spiel nochmals aufarbeiten und genauestens analysieren.

Das sah auch Joshua Kimmich so: "Natürlich hatte ich Sorge, dass wir wieder ausscheiden. Wir lagen zweimal hinten. Gerade nach dem 1:1, da denken wir, dass wir es jetzt drehen - und dann kriegst du 20 Sekunden später das 1:2. Wir machen einfach zu viele Fehler, standen auch bei Ballbesitz nicht gut genug."

Wembley ruft, England wartet

Und nun? Sicher ist: Das Turnier geht für den Weltmeister von 2014 weiter - und zwar am kommenden frühen Dienstagabend (18 Uhr, LIVE! bei kicker). Dann gastiert Deutschland nach drei Gruppenspielen in München auf der Insel in der englischen Hauptstadt London. Im gewaltigen Wembley-Stadion steht dann der ewige Länderspielklassiker gegen die Three Lions bevor. Kimmich: "Ich hoffe, dass wir jetzt im Turnier angekommen sind. Das wollen wir gegen England zeigen, gerade nachdem wir jetzt drei verschiedene Spiele gesehen haben. Aber Wembley: Geil, ein schöneres Spiel gibt es fast nicht!"

Neuer richtete den Fokus ebenfalls schon ein wenig auf die kommende Aufgabe im EM-Achtelfinale: "Wir haben trotzdem Selbstvertrauen, auch wenn wir hier nur 2:2 gegen Ungarn gespielt haben. Außerdem liegen uns spielstärkere Mannschaften mehr, was wir beim 4:2 gegen Portugal gesehen haben - und Wembley liegt uns auch."

mag