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"Effektivität ist in solchen Partien brutal wichtig"

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"Effektivität ist in solchen Partien brutal wichtig"

Rapids Abwehr um Max Hofmann (m.) hatte gegen Luhansk viel zu tun.

Rapids Abwehr um Max Hofmann (m.) hatte gegen Luhansk viel zu tun. GEPA pictures

Rapid und Sturm Graz dürfen bereits mit der Gruppenphase der Europa League planen. Die Hütteldorfer gewannen ihr Hinspiel im Play-off zu Hause gegen Sorja Luhansk aus der Ukraine mit 3:0, die Steirer erarbeiteten sich durch den 3:1-Auswärtssieg beim NS Mura in Slowenien ebenfalls eine hervorragende Ausgangsposition für das Rückspiel. Nur der LASK enttäuschte von den österreichischen Vertretern am Donnerstagabend, nach dem 1:1 gegen den schottischen Cupsieger St. Johnstone in Klagenfurt ist das Rennen um die Teilnahme an der Conference League weiterhin völlig offen.

Europacup-Quali

"Wir sind überglücklich, auch über die Höhe. Es war ein brutal intensives Spiel, wenn man bedenkt, welche Qualität in dieser Mannschaft (Luhansk, Anm.) steckt. Vor allem offensiv haben sie uns doch vor einige Probleme gestellt", merkte Rapid-Verteidiger Maximilian Hofmann an. Sorja hatte nach der Hütteldorfer Führung durch Taxiarchis Fountas zahlreiche Chancen, die weiteren Tore erzielten jedoch die an diesem Abend eiskalt agierenden Hütteldorfer. "Hinten gehört ein bisschen Glück dazu", gestand Hofmann und ergänzte: "Wir wissen, dass spielerisch noch immer Luft nach oben ist. Es war ein geiler Europacup-Fight."

Trainer Dietmar Kühbauer wollte die Leistung seiner Mannschaft nicht nur auf reine Effektivität reduzieren: "Wir haben nicht nur drei Tore geschossen, sondern auch andere Möglichkeiten gehabt. Und die Tore waren wirklich gute Aktionen, die wir vollendet haben. Da waren wir heute eiskalt, und das ist im Fußball einfach sehr wichtig." Auch Hofmann wusste: "Effektivität ist in solchen Partien brutal wichtig." Ein besonderes Lob hatte er für seinen jungen Innenverteidigerkollegen Leo Greiml parat: "Er war schon in den letzten Jahren eine defensiv brutale Maschine, früher vielleicht ein bisschen zu forsch. Er ist einer, der alles weghaut." Kühbauer sagte über den 20-Jährigen: "Rapid wird sicher nicht seine letzte Station sein. Wenn man sein Alter sieht, hat er ein unglaubliches Spiel gemacht."

Sturm-Trainer Ilzer warnt vor Muras "sieben Leben"

Bei Sturm will Trainer Christian Ilzer darauf achten, dass sich die Mannschaft keinesfalls auf ihrem Sicherheitspolster ausruht. "Wenn wir glauben, wir können etwas verwalten in Graz, dann wird das der falsche Weg sein. Wir müssen genauso initiativ und aktiv versuchen, unser Spiel vor unseren Fans in Graz durchzuziehen", forderte der 43-Jährige. Mura sei definitiv noch nicht geschlagen. "Aber wir haben gesehen, wenn wir unser Spiel auf den Platz bringen, haben wir sehr gute Chancen, dass wir dann auch als Duellsieger vom Platz gehen nächste Woche."

Sturm Jubel Mura Yeboah

Sturm Graz kehrte mit einem 3:1-Sieg im Gepäck aus Slowenien zurück. APA/Erwin Scheriau

Eine Unachtsamkeit im Umschaltverhalten ermöglichte Mura im Mur-Duell, dem entgegen der UEFA-Vorgaben auch einige Sturm-Fans beiwohnten, die frühe Führung. "Wir wissen, welche fußballerische und welche läuferische Qualität, welche guten Einzelspieler in dieser Mannschaft stehen", warnte Ilzer vor den Slowenen. Mura sei wie eine Katze, habe er seinem Team bereits vor dem ersten Nachbarschaftsduell gesagt. "Diese Mannschaft hat sieben Leben. Sie spielt immer genau das, was sie braucht. Sie können auch in den richtigen Momenten das Tempo enorm anziehen." Das habe man in den letzten 20 Minuten, als die eigene Intensität nachließ, spüren müssen. "Eine gute Erfahrung für das Rückspiel."

Torhüter Jörg Siebenhandl musste noch einige Male entscheidend eingreifen, mit der Darbietung war er daher auch nur bedingt zufrieden. "Wir müssen konsequent bleiben bis zum Ende", betonte der 31-Jährige. "Es ist eine gute Ausgangslage, aber es ist noch nichts gewonnen." Vorerst stehe das Ligaspiel am Sonntag (17 Uhr) gegen die Wiener Austria im Vordergrund, ergänzte Torschütze Jakob Jantscher. "Dann am Donnerstag erwarten uns sicher noch einmal 90 Minuten, die sehr hart werden. Aber wir werden alles daran legen, dass wir eine Runde weiterkommen."

Lerneffekt beim LASK

Der LASK erlangte vor lediglich 400 Zuschauern im Ausweichstadion in Klagenfurt beim 1:1 gegen St. Johnstone erst spät die Kontrolle über das Spiel. Für Trainer Dominik Thalhammer war rückblickend klar die erste Hälfte ausschlaggebend für das dürftige Resultat: "Wir hatten keine gute erste Halbzeit. Nur die ersten vier, fünf Minuten waren druckvoll und aktiv", so der Trainer. Die Schotten setzten auf eine Strategie mit hohen Bällen in den Rücken der Linzer Verteidigung - und wurden dafür auch mit einem Tor belohnt. Stürmer Alexander Schmidt schlug ähnliche Töne wie sein Trainer an. Man habe sich zu lange das Spiel des Gegners aufzwingen lassen. "Wir haben gesehen, dass wir unser Spiel spielen müssen, nicht das Spiel mit den hohen Bällen." In die Tat wurde diese Erkenntnis erst nach dem Seitenwechsel umgesetzt. Beinahe hätten die Athletiker das Spiel auch noch gedreht, wäre nicht die Stange einem Last-Minute-Kopfballtor von Keito Nakamura im Weg gestanden.

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Physisch sei der LASK den Schotten überlegen: "Der Gegner ist immer müder geworden und konnte unser Tempo auf Dauer nicht mithalten", so Schmidt. Schwierig war allerdings die Situation in der Abwehr, denn nach dem verletzungsbedingten Ausfall von Yannis Letard mussten die Linzer kurzfristig auch Philipp Wiesinger aufgrund von Adduktorenproblemen vorgeben. "Diese Situation ist über Nacht entstanden und war dann vor Ort zu entscheiden. Zwei Drittel der Abwehr mussten umgestellt werden. Die Überlegung war, mit drei schnellen Leuten hinten zu spielen", erklärte Trainer Thalhammer seinen Plan.

Noch bevor am kommenden Donnerstag in Perth das Rückspiel steigt, geht es für den LASK am Sonntag in der Bundesliga mit dem Duell gegen Hartberg weiter. Offen ist, ob Mittelfeldspieler Lukas Grgic gegen die Steirer auflaufen kann. Er erlitt gegen die Schotten eine Schulterblessur, die noch näher abzuklären ist. Eines ist für Thalhammer hingegen nach einem bescheidenen Ligaauftakt mit fünf Zählern nach vier Spielen klar: "Es ist für uns wichtig, dass wir gegen Hartberg voll anschreiben." Nur mit einem Sieg könne man rasch wieder auf Schiene kommen.

dm, apa

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