Bundesliga

Ede rechnet mit dem Fußballgeschäft ab: "Alles unmündige Roboter"

U-21-Europameister spielte unter Drogeneinfluss

Ede rechnet mit dem Fußballgeschäft ab: "Alles unmündige Roboter"

Zum Ausklang nach Altglienicke: Chinedu Ede hat mit dem Fußballgeschäft abgeschlossen.

Zum Ausklang nach Altglienicke: Chinedu Ede hat mit dem Fußballgeschäft abgeschlossen. imago images

Elf Jahre ist es her, dass Ede, damals beim MSV Duisburg unter Vertrag, an der Seite späterer Weltmeister wie Manuel Neuer oder Jerome Boateng U-21-Europameister wurde - anschließend nahmen ihre jeweiligen Karrieren jedoch unterschiedliche Verläufe.

Stationen in Zypern und Thailand

Ede kam für Hertha BSC und den FSV Mainz 05 immerhin auf insgesamt 28 Bundesliga-Spiele, 109 Mal lief er - hauptsächlich für Union Berlin - in der 2. Liga auf und spielte später auf Zypern, in den Niederlanden und in Thailand. 2019 beendete der Mittelfeldspieler seine Laufbahn beim Regionalligisten VSG Altglienicke - und ist froh, das Fußballgeschäft hinter sich gelassen zu haben.

"Am Ende wollten sie in dieser Industrie, und das ist das Fußballgeschäft wirklich, einfach nur anpassungsfähige, unmündige und gleichgestellte Roboter, die immer denselben Scheiß erzählen. Dieses Drumherum, dieses ganze Funktionärstum - es hat mich so angewidert", schimpft Ede, der über die Thematik auch einen Rap-Song aufgenommen hat.

Was das "Schmerzensgeld" nicht rechtfertigt

"99 Prozent der Spieler, die offen und ehrlich Dinge angesprochen haben, wurden ganz schnell ausgetauscht. Es hatte nichts mehr mit dem ursprünglichen Sport zu tun. Wer Ecken und Kanten hat, wurde so zurecht gemeißelt, bis er in diese Welt passte." Kein "Schmerzensgeld" rechtfertige, "dass man nicht man selbst sein darf".

Manchmal hat man so krass den Anschluss zur Realität verloren.

Chinedu Ede über seinen Drogenkonsum

Zudem hätte der 33-Jährige "ständig auf Schmerzmitteln" spielen müssen, weil er gedrängt wurde, "wieder früher anzufangen als es wirklich gut für meinen Körper war". Neben seiner Generalkritik machte Ede aber auch persönliche Eingeständnisse - so habe er teilweise unter Drogeneinfluss auf dem Platz gestanden: "Manchmal hat man so krass den Anschluss zur Realität verloren und wollte allem gerecht werden, sodass das zum Balsam wurde."

nba/dpa