Int. Fußball

ECA in Amsterdam: Es geht um den Umbau der Champions League

Vereinigung der europäischen Klubs hält Treffen ab

ECA in Amsterdam: Es geht um den Umbau der Champions League

Mit dabei in Amsterdam: ECA-Vorsitzender Andrea Agnelli.

Mit dabei in Amsterdam: ECA-Vorsitzender Andrea Agnelli. picture-alliance

Denn die Vereinigung der europäischen Vereine, vor allem jedenfalls deren Spitzenklubs, möchte die Champions League ab 2024 umbauen. Und damit den seit längerer Zeit verfolgten Plan der Schaffung einer Super League in Europa doch noch verwirklichen.

Sehr konkret sind die Pläne bislang noch nicht, doch die Sitzung in den Niederlanden soll dazu dienen, die vorliegenden Ideen mit mehr Inhalten zu füllen. Zu diesen Ideen zählt, dass die Gruppenphase der Champions League in eine Art 1. Liga des Europapokals umgewandelt wird, darunter soll es ein oder zwei weitere Ligen geben und zwischen diesen Ligen ein System von Auf- und Abstieg. Wie der Qualifikationsmodus für diese Ligen aussehen soll, ist ebenso unklar, wie ihre Zusammensetzung. Denkbar sind verschiedene Modelle. Kriterien der Qualifikation könnten das konkrete Abschneiden der Klubs (Finale, Halbfinale etc.) in den letzten Jahren vor 2024 in der Champions League (und der Europa League) oder eine Klub-Rangliste anhand der im Europapokal erreichten Punkte und Bonuspunkte über einen bestimmten Zeitraum sein. Oder eine Kombination von diesen und weiteren Kriterien.

Idee mit vier Achtergruppen: Terminprobleme

Völlig offen ist auch noch der Modus. Eine Idee soll angeblich vier Gruppen zu je acht Teams vorsehen. Doch das würde 14 Spieltage bedeuten. Selbst wenn das Achtelfinale entfiele, müssten dann also sechs Runden zusätzlich im ohnehin schon engen Terminkalender gefunden werden. Stand jetzt ein kaum denkbares Szenario - es sei denn, die nationalen Ligen werden verkleinert. Außerdem drohen in Achtergruppen noch mehr bedeutungslose Spiele. Das System mit acht Vierergruppen dürfte damit auch noch eine Option sein.

Dass die Schaffung eines Ligasystems für Spitzenklubs wie Bayern München, Real Madrid, Juventus Turin oder Manchester United attraktiv ist, liegt auf der Hand. Es winken (noch) höhere Vermarktungserlöse und die Planungssicherheit mit jährlich feststehenden Einnahmen.

Auf Konfrontationskurs mit der EPFL

Doch damit geht die ECA auf einen absehbaren Konfrontationskurs mit der EPFL, der Vertretung der europäischen Ligen. Denn deren Bedeutung und Rolle im System des internationalen Fußballs wäre bedroht. Stets haben vor allem die Bayern-Bosse die Bundesliga als ihr unverzichtbares Basisgeschäft bezeichnet. Doch wenn die Platzierung in der Liga nicht mehr entscheidend für die Europacup-Teilnahme ist und eine Art europäische Parallel-Liga entsteht, dürften sich hier die Prioritäten erheblich verändern.

Die UEFA sitzt dabei zwischen den Stühlen. Einerseits vertritt sie die Interessen aller Mitgliedsverbände und will diesen einen Zugang zu ihrem Top-Wettbewerb ermöglichen. Andererseits wäre die Einführung einer europäischen Topliga sowohl sportlich als auch finanziell für sie eine durchaus gewünschte Antwort auf die neue, erweiterte Klub-WM der FIFA, die ab 2021 auch mit der Teilnahme von Europas Spitzenvereinen stattfinden wird.

Manfred Münchrath

Tormaschinen der Königsklasse: CR7 vorn, Lewandowski holt weiter auf