Bundesliga

Der Bayer-Elfer - Gladbachs Eberl fordert einheitliche Linie

Der Bayer-Elfer: Gladbachs Sportdirektor fordert einheitliche Linie

Eberl: "Diese Regel ist kompliziert und problematisch"

Karim Bellarabi wird nach seinem Schuss von Nico Elvedi abgegrätscht

Karim Bellarabi wird nach seinem Schuss von Nico Elvedi abgegrätscht. picture alliance

Gerade war die Fohlenelf richtig ins Rollen gekommen, hatte den 1:1-Ausgleich erzielt und schien die Begegnung sogar komplett kippen zu können, als zwei Momente folgten, die den Ausgang des Spitzenspiels entscheidend beeinflussten: In der 54. Minute wird der aufs Bayer-Tor zulaufende Marcus Thuram von Aleksandar Dragovic beim Torschuss leicht gehalten, für Schiedsrichter Sören Storks kein elfmeterwürdiges Behindern seitens des Leverkusener Abwehrspielers. Quasi im Gegenzug dann die Szene, die die Borussen-Gemüter vollends erhitzte und zum noch größeren Diskussionsgegenstand wurde: Karim Bellarabi schießt aus halbrechter Position erst am Tor vorbei und kollidiert anschließend mit dem grätschenden Nico Elvedi. Storks Entscheidung: Foulspiel und Elfmeter. Der Regel nach völlig richtig, weil zum Zeitpunkt des Fouls der Ball noch im Spiel war. Trotzdem ein Pfiff, der Verärgerung bei den Borussen auslöste. Auch am Sonntagmorgen hatte sich der Unmut nicht gelegt.

"Regeltechnisch mag diese Entscheidung richtig gewesen sein", erklärte Max Eberl gegenüber dem kicker. "Aber dann erinnere an eine Szene vor zwei Jahren in Köln, als wir in einer absolut vergleichbaren Szene keinen Elfmeter zugesprochen bekamen - obwohl auch da der Videobeweis bemüht wurde und sich der Schiedsrichter die Situation noch einmal selbst angeschaut hat. Diese Unterschiedlichkeit ärgert mich."

Vor zwei Jahren wurde anders entschieden

Jonas Hofmann wurde nach seinem Torschuss vom zurückeilenden Jorge Meré gefoult

Jonas Hofmann wurde nach seinem Torschuss vom zurückeilenden Jorge Meré gefoult. imago images

Ganz klar, was Borusssias Sportdirektor meint: Es geht um das Derby beim 1. FC Köln im Januar 2018. Damals vergab Jonas Hofmann in der 86. Minute aus aussichtsreicher Position, wurde nach der Torschussaktion aber vom zurückeilenden Jorge Meré gefoult. Wie am Samstag bei Elvedi/Bellarabi war also auch da der Torschuss abgeschlossen (und der Ball noch im Spiel), bevor es zum Foulspiel kam - deshalb hätte es vor zwei Jahren Elfmeter geben müssen. Parallele zu 2018: Auch in Köln stand es 1:1, Gladbach war am Drücker, verlor schließlich sogar noch 1:2.

"Beide strittigen Situationen sind unterschiedlich ausgelegt worden und beide Male gegen uns entschieden worden", hadert Eberl. Zumal sich damals in Köln Schiedsrichter Felix Zwayer die Hofmann-Szene persönlich am Bildschirm angeschaut hatte, später gegenüber Eberl den ausgebliebenen Pfiff aber offenbar so begründete: "Es gab zwar Kontakt, aber erst, nachdem die Torschussaktion abgeschlossen war."

Zwei vergleichbare Szenen, zwei unterschiedliche Schiedsrichterentscheidungen, sogar mit Videobeweis und persönlicher Sichtung am TV-Bildschirm durch die Referees. Eberl fordert eine einheitliche Linie. Und sieht die offizielle Regel generell kritisch: "Ein Spieler schließt freistehend ab, dann entsteht, sogar unabsichtlich, ein Kontakt - und das wird geahndet? Ich weiß nicht. Diese Regel ist kompliziert und problematisch."

Jan Lustig

Bilder zur Partie Bor. Mönchengladbach - Bayer 04 Leverkusen