Bundesliga

Eberl: Wolf-Kaufpflicht "ist eingetreten"

Roses Plädoyer für Gladbachs Neuen

Eberl: Wolf-Kaufpflicht "ist eingetreten"

Nicht unumstritten, aber laut Rose mit großem Entwicklungspotenzial: Hannes Wolf ist jetzt fix in Mönchengladbach.

Nicht unumstritten, aber laut Rose mit großem Entwicklungspotenzial: Hannes Wolf ist jetzt fix in Mönchengladbach. imago images

Gegen Union Berlin (1:1) am Samstag sammelte Wolf seinen 19. Einsatz für die Fohlen in der Bundesliga, auf zwei Spiele kam er bislang im DFB-Pokal und auf fünf Einsätze in der Champions League. Dass im Laufe der Saison aus dem ursprünglichen Leihgeschäft eine feste Kaufverpflichtung werden würde, stand schon lange fest. Fraglich war nur, wann der Vollzug offiziell verkündet wird, da bei Wolf auch ganz viele Kurzeinsätze in der Saison-Statistik stehen. Am Dienstag sorgte Rückkehrer Max Eberl für Klarheit.

"Bei Hannes Wolf ist die Kaufpflicht eingetreten. Er ist jetzt Borussen-Spieler", erklärte der Gladbacher Sportdirektor. Ins Detail gehen, wann genau die Kaufoption gegriffen hat, wollte Eberl allerdings nicht. "Das braucht man nicht sagen - sie ist eingetreten", so Eberl. Nach kicker-Informationen werden zusätzlich zur Leihsumme in Höhe von 1,5 Millionen Euro weitere neun Millionen Euro an RB Leipzig überwiesen.

Die ersten Monate von Wolf bei der Borussia zeigen: Leistungsmäßig geht beim Offensiv-Allrounder sicherlich noch deutlich mehr. In den 26 Pflichtspielen schoss er drei Tore (kein Assist), traf gegen Leipzig (1:0), Schalke (4:1) sowie im DFB-Pokal in Elversberg (5:0). "Ein paar Sachen bekommt man als Trainer ja mit. Ich weiß, dass Hannes teilweise sehr kritisch gesehen wird - ich glaube, zu Unrecht", sagte Trainer Marco Rose am Dienstag. Er verwies unter anderem auf Wolfs schwere Sprunggelenkverletzung, die ihn während der kompletten Leipzig-Zeit nie richtig in Fahrt kommen ließ. "Er ist 21 Jahre alt und mit wenig Spielpraxis aus Leipzig gekommen. Er hatte eine ganz schwierige Knöchelverletzung und sich von Anfang an super integriert bei uns", sagte Rose. Wolfs Vorbereitung sei "sehr gut" gewesen, so der VfL-Coach weiter: "Im ersten Pokalspiel wollte er dann ein bisschen zu viel, unbedingt sein Tor machen, hatte dann vielleicht auch nicht immer den glücklichsten Eindruck gemacht. Aber er arbeitet unglaublich fleißig und hat gegen Leipzig ein wichtiges Tor geschossen."

"Kann ein richtig wichtiger Spieler werden"

Erschwerend komme hinzu, dass Wolfs "Königsposition", wie es Rose formuliert, mit einem seit Monaten herausragenden Lars Stindl besetzt sei. "Dadurch muss Hannes immer wieder mal Flügel-Zehner spielen. Daran muss er sich ein Stück weit gewöhnen", erklärte Rose. Sein Plädoyer für Wolf: "In vielen Spielen hatte er offensiv sehr gute Ansätze. In dem einen oder anderen Spiel war natürlich auch mal eine unglückliche Aktion dabei, aber noch einmal: der Junge ist 21 und erst ein halbes Jahr hier. Ich fände es gut, wenn man ihm ein bisschen Zeit gibt, um sich zu zeigen. Er hat bis hierhin alles andere als enttäuscht - er hat sogar Lust auf mehr gemacht. Hannes hat noch großes Entwicklungspotenzial. Und wenn er das Vertrauen, auch im Umfeld, zu spüren bekommt, kann er ein richtig wichtiger Spieler für den Verein werden."

Jan Lustig