Bundesliga

Gladbach - Max Eberl: "Wir werden Raubbau an den Profis betreiben"

Gladbachs Sportdirektor über Kramers positiven Corona-Test

Eberl: "Wir werden Raubbau an den Profis betreiben"

Max Eberl

Befürchtet für die Profis eine heftige Saison: Max Eberl. imago images

Nach Platz 4 und der weiteren deutlichen Verstärkung des Gladbacher Kaders geht Max Eberl zu Recht äußerst selbstbewusst in die neue Spielzeit. Schließlich hat Borussia keinen Stammspieler verloren und in Valentino Lazaro und Hannes Wolf zwei hochwertige Profis dazu gewonnen.

"Wir haben in jedem Spiel die Chance, auf Augenhöhe zu agieren. Das haben wir gegen Bayern, Dortmund, Leipzig und Leverkusen gesehen", sagte Eberl nun im Gespräch mit der "Rheinischen Post". "Wenn wir unser Top-Niveau erreichen, können wir immer als Sieger vom Platz gehen."

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Des Sportdirektors Einschätzung im Spitzenkampf der Liga: "Wir haben die fünf Vereine, die letztes Jahr um die Champions League gespielt haben, aber Frankfurt, Hoffenheim und Wolfsburg sind auch ambitioniert, dazu Hertha noch als kleine Unbekannte." Und Borussias Position? "Wir sind mittendrin", versichert Eberl.

Ganz unabhängig vom sportlichen Erfolg erwartet der erfahrene Manager eine äußerst intensive Saison. Im Zusammenhang mit der Diskussion über Flug- oder Busreisen und allgemein über die Belastung der Spieler sagt Eberl: "Wir müssen aber auch daran denken, dass wir über Menschen sprechen. Wir werden in den nächsten zehn Monaten Raubbau an den Spielern betreiben und sie an den Rand ihrer Leistungsfähigkeit bringen, wenn sie alle drei Tage spielen müssen."

Was passiert, wenn wir in Paris in einem Risikogebiet spielen?

Eberl über das Virus

Zu Spielen im Westen reisen die Borussen mit dem Bus an, aber natürlich wird es auch Flüge an den jeweiligen Einsatzort geben. Und zwar immer dann, so Eberl, "wenn es die Umstände ergeben, wir zum Beispiel zwei, drei Tage später wieder für ein Europacup-Spiel ins Ausland fliegen müssen." Seine nachvollziehbare Erklärung: "Es steckt kein Luxusgedanke dahinter, sondern eine Logik. Die Jungs sollen bestmöglich regenerieren."

Corona sei weiter ein großer Bestandteil seiner Arbeit, erklärt Borussias Sportchef, "wir sind noch lange nicht über den Berg." Seine Frage zum Beispiel: "Was passiert, wenn wir in Paris in einem Risikogebiet spielen? Alltag ist es definitiv noch nicht, Corona belastet unsere Arbeit sehr."

Eberl verrät: Kramer hatte sich infiziert

Am Rande des RP-Gesprächs verriet Eberl dann auch noch, welcher Spieler der Borussia Anfang Mai positiv auf Corona getestet worden war. Zunächst hatte es geheißen, es gäbe zwei Personen, die bei der allerersten Testreihe positiv auf das Virus getestet worden waren. Die Namen waren nicht bekannt, es handelte sich um einen Physiotherapeuten und einen Spieler.

"Als das Ergebnis kam, hatten wir alle diese Ungewissheit, was das bedeutet und wie gefährlich das ist. Wir konnten belegen, dass die Jungs nur auf dem Platz engen Kontakt hatten. Und so wurden nur der Physio und Christoph Kramer in eine kurze Quarantäne gesteckt, weil wir direkt testen konnten", erzählt Eberl. Deutliche Symptome allerdings gab es damals nicht bei dem Weltmeister, der nur ein leichtes Kratzen im Hals verspürte.

"Im ersten Moment wird einem da schon bewusst, dass das Virus da ist", erinnert sich Eberl. "Da bekommt man erst mal schon Gänsehaut, man hat sich gefühlt wie vor einer Abiturprüfung." Mittlerweile seien diese Tests aber schon ein Stück weit Gewohnheit geworden - und sie werden die Profis und den Stab natürlich noch weiter begleiten.

Oliver Bitter

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