Bundesliga

Gladbach: Eberls Fragen während des 0:6 gegen Freiburg

Hütter entschuldigt sich für Auftreten

Eberl während 0:6 konsterniert: "Was passiert da gerade?"

Gladbachs Sportdirektor Max Eberl saß teilweise wie versteinert auf der Bank.

Gladbachs Sportdirektor Max Eberl saß teilweise wie versteinert auf der Bank. imago images/Team 2

Es war vor allem ein Wort, das den Gladbachern nach der derben 0:6-Pleite gegen den SC Freiburg über die Lippen kam: "Scheiße". Patrick Herrmann versuchte die Leistung seiner Borussia in Worte zu fassen und benutzte im Nachgang dieses Wort noch einige Male. Auch sein Sportdirektor Max Eberl sagte bei "DAZN", dass er auf der Bank während der historischen ersten Hälfte, in der alle sechs Gegentreffer fielen, gedacht hatte: "Entschuldigung, was für eine Sch... passiert da gerade?"

"Schon teilweise surreal" empfand Eberl alles, was ab 17.30 Uhr im Borussia-Park passierte. Der Sportdirektor fühlte sich ein bisschen an das 0:4 gegen den Wolfsberger AC am 1. Spieltag der Europa-League-Gruppenphase 2019 erinnert - damals stand es zur Pause aber "nur" 0:3.

Was willst du da noch machen? Ich glaube, da weiß jeder, dass das Spiel eigentlich gelaufen ist.

Patrick Herrmann

Mit diesem Ergebnis lagen die Gladbacher gegen Freiburg bereits nach 12 Minuten zurück, nach 25 gar mit 0:5. "Das Spiel war gefühlt spätestens nach dem 0:4 vorbei, allerspätestens nach dem 0:5 sowieso", meinte Jonas Hofmann. "Was willst du da noch machen? Ich glaube, da weiß jeder, dass das Spiel eigentlich gelaufen ist", pflichtete ihm auch Patrick Herrmann, der bereits nach 29 Minuten für Stefan Lainer eingewechselt worden war, bei.

Eberls Ärger

Dabei musste der Sport-Club "keinen großen Aufwand betreiben, um die Dinger heute reinzumachen", ärgerte sich Herrmann. In der Tat hatten die Breisgauer leichtes Spiel. Die ersten beiden Gegentreffer (2. und 5. Minute) fielen aus dem Spiel heraus, die folgenden vier alle nach Standard-Situationen, was auch Eberl nicht gefiel: "Du hast gemerkt, dass bei den Jungs totale Verunsicherung war. Keiner wollte den Ball mehr haben, wir hatten ja gar nicht viel den Ball. Und bei Standardsituationen, wo man sagt, das sollte man eigentlich verteidigen können, waren wir extrem unaufmerksam. Und das ist das, was mich extrem ärgert."

Du hast gemerkt, dass bei den Jungs totale Verunsicherung war. Keiner wollte den Ball mehr haben, wir hatten ja gar nicht viel den Ball.

Max Eberl

Eberls ungeklärte Fragen

Neben dem Ärger führte das Ergebnis noch zu weiteren Fragen bei Eberl, der teilweise wie versteinert und konsterniert auf der Bank im Borussia-Park saß: "Warum wehren wir uns dagegen nicht? Warum verfallen wir in so eine Lethargie, in eine Harmlosigkeit was den Zweikampf betrifft, eine Harmlosigkeit, was Verteidigung von Standards betrifft?" Alles Fragen, auf die Eberl während der ersten Hälfte keine Antwort bekommen sollte - in Durchgang zwei kam zumindest kein weiterer Gegentreffer dazu, was allerdings auch am gebremsten Auftritt der Freiburger lag.

Noch vor fünf Wochen hatten die Gladbacher die Bayern mit 5:0 aus dem Pokal geworfen und nun kassierte man gegen Freiburg die zweite Niederlage in Folge (1:4 in Köln) mit zusammengerechnet zehn Gegentreffer, "das ist dann ein zu rapider Abstieg in unserer Leistung", haderte Eberl. Außerdem war es die erste Heimpleite der Saison.

Hütters Entschuldigung

Auch Trainer Adi Hütter hatte nach dem Spiel nicht mehr erklärende Worte parat als seine Spieler und sein Sportdirektor: "Man kann sich heute nur für unser Auftreten entschuldigen." Für den Coach sei es nach den Eindrücken der Trainingswoche unerklärlich, "dass dann heute so eine Leistung rauskommt". Bei seinen Spielern habe er nach den frühen Nackenschlägen "Schockstarre" ausgemacht.

Während Hofmann die Klatsche schnell abhaken wollte ("Das Beste, was man machen kann."), sehen Eberl und auch Hütter Gesprächs- und Aufarbeitungsbedarf. Herrmann hat da auf jeden Fall schon einmal einen Ansatzpunkt: "Jetzt haben wir eine Phase, in der es so richtig scheiße läuft. Da müssen wir uns rauskämpfen, das hilft alles nichts."

sts

Bilder zur Partie Bor. Mönchengladbach - SC Freiburg