Bundesliga

Max Eberl: So ist der Stand bei Matthias Ginter, Denis Zakaria und Co.

Gladbachs Sportdirektor über den Transfermarkt und die Kaderplanung

Eberl: So ist der Stand bei Ginter, Zakaria und Co.

Matthias Ginters Vertrag bei Borussia Mönchengladbach läuft 2022 aus.

Matthias Ginters Vertrag bei Borussia Mönchengladbach läuft 2022 aus. imago images

Die Saison ist bereits auf die Zielgerade eingebogen. In Adi Hütter, der von Eintracht Frankfurt zur Borussia wechselt, steht der neue Trainer für die kommende Spielzeit fest. Zeit also, auch in Sachen Kaderplanung aufs Tempo zu drücken?

So einfach ist die Situation nicht, unterstrich Sportdirektor Max Eberl am Donnerstag. Und das auch unabhängig von der Frage, ob die Borussen in der nächsten Saison international spielen werden. "Der ganze Transfermarkt wird dieses Jahr sehr spät ins Rollen kommen", erklärte Eberl, "alle Vereine müssen erst einmal kalkulieren, wie die laufende Saison zu Ende geht und dann schauen, mit was man in der neuen Saison planen kann. Was ist zum Beispiel mit dem Thema Zuschauer in den Stadien? Ja, nein oder, wenn ja, in welcher Form? Es gibt da momentan sehr viele Unwägbarkeiten, die es zu berücksichtigen gilt. Es ist keine normale Zeit, kein normaler Sommer."

Eberl hat "keine Eile"

Dass dennoch Gespräche geführt oder fortgesetzt werden, versteht sich von selbst. Wichtige Personalien sind in Gladbach ja auch noch ungeklärt. Etwa die Zukunftsfrage bei Matthias Ginter und Denis Zakaria, deren Verträge 2022 auslaufen. Weiterhin gilt die schon vor Monaten getroffene Aussage: Verlängern oder verkaufen. Der Hintergrund: Gladbach kann sich nicht leisten, Spieler dieser Qualität im Sommer 2022 ablösefrei ziehen zu lassen. Wenn also keine Verlängerung möglich ist, soll wenigstens eine ordentliche Ablöse auf dem Vereinskonto landen. "Die Gespräche laufen. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass die nächsten drei oder vier Wochen etwas gelöst wird, was Matthias oder Denis betrifft. Es wird noch Zeit benötigen", sagte Eberl und sprach davon, dass man trotz der grundsätzlichen Haltung bei diesen Personalien "keine Eile" habe. "Da werden wir in der Pause in Ruhe sprechen."

Offen sei auch die Lage bei Valentino Lazaro, der (ohne Kaufoption) bis Saisonende von Inter Mailand ausgeliehen ist. Und bei Ibrahima Traoré, dessen Vertrag ausläuft. "Für sie gilt das Gleiche. Auch die auslaufenden Verträge sind Themen, die wir in den nächsten Tagen und Wochen zu besprechen haben", so Eberl.

Den Kader qualitativ noch stärker oder von der Quantität her noch größer zu machen, das wird nicht passieren.

Max Eberl

Was die generellen Möglichkeiten angehe, verwies Borussias Macher noch einmal auf die Finanzlöcher, die die Corona-Pandemie in die Kassen der Klubs gerissen habe. "Corona ist nicht weg", betonte Eberl. "Der finanzielle Einbruch ist da, wir müssen uns Gedanken machen, wie dann ein Kader aussehen kann." Eines scheint aber schon heute sicher zu sein: "Den Kader qualitativ noch stärker oder von der Quantität her noch größer zu machen, das wird nicht passieren", sagte Eberl, der aber versprach: "Qualität wird unser Kader auch nächste Saison wieder haben. Vielleicht wird er ein bisschen kleiner, weil finanzielle Möglichkeiten wegbrechen. Das jedoch kann dann eine Chance für die Nachwuchsspieler sein, sich in den Vordergrund zu spielen."

Jan Lustig