Bundesliga

Eberl kritisiert "Raffzahn"-Mentalität auf dem Transfermarkt

"Es profitiert kein Verein davon"

Eberl kritisiert "Raffzahn"-Mentalität auf dem Transfermarkt

Sieht das Geld aus dem Markt fließen: Max Eberl.

Sieht das Geld aus dem Markt fließen: Max Eberl. IMAGO/Sven Simon

"Man kann immer mehr Raffzahn werden, aber alle, die Raffzahn sind, werden langsam ein Stück weit auch Sargnagels des Fußballs werden", sagte Eberl bei der Veranstaltung "Die Zukunft des Fußballs" von Süddeutscher Zeitung und Stadion der Träume München im Rahmen des Kulturprogramms zur EM 2024. "Wenn alles Geld irgendwann rausgeht, dann ist nichts mehr da für uns, womit wir alle wirtschaften können."

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Jüngst sorgte der Wechsel von PSG-Stürmer Kylian Mbappé zu Real Madrid für Schlagzeilen. Der 25-Jährige verlässt die Franzosen ablösefrei, Medienberichten zufolge müssen die Königlichen dennoch tief in die Tasche greifen - von 150 Millionen Euro ist die Rede.

Das Geld fließt allerdings eben nicht an den Klub, sondern an andere Stellen. "Das Geld geht aus dem Markt, es profitiert kein Verein davon", sagt Eberl. "Es profitieren Spieler, Familie, Berater - alle, aber kein Verein." Früher sei es so gewesen, "dass zumindest Vereine profitiert haben. Das Geld blieb im Zyklus und das wird immer weniger werden."

Irgendwann kommt dann Saudi-Arabien.

Max Eberl über den übersättigten Markt

Generell empfindet Eberl den Markt als zu aufgebläht. "Es ist zu groß und irgendwann hast du auch das Gefühl, das platzt irgendwann. Also irgendwann ist es doch mal übersättigt und irgendwann kommt dann Saudi-Arabien", sagte der 50-Jährige, auch in Anlehnung an die neue Saudi Professional League. Die zweitklassige Liga lockt mit Millionen-Gehältern, die Vereine scheinen auch bei Ablösesummen kaum eine Grenze zu kennen. "Man hat das Gefühl, es fühlt sich nicht so richtig schön an. Das muss ich fairerweise sagen, aber das ist der Markt gerade."

Zwiespältige Gefühle

Auch die Bayern haben schon große Transfers getätigt. Im Sommer 2019 holte der Rekordmeister Lucas Hernandez für 80 Millionen Euro von Atletico Madrid. Rekordtransfer ist aber Harry Kane, für den der FCB vor einem Jahr 100 Millionen Euro an Tottenham Hotspur überwies.

Transfers, die auch den Erfolgsdruck auf Eberl erhöhen, auch wenn er selbst an diesem Deal nicht beteiligt war. "Ich werde hier nicht gefeiert, wenn wir Fünfter sind", erinnert Eberl, "aber das Festgeldkonto ist noch mal um die Summe X gestiegen. Man will einfach beides in Einklang bringen. Das hat Bayern immer wieder geschafft.“ Er selbst wolle "nicht in der Summe mitmachen, aber ich will natürlich auch erfolgreich sein. In dem Zwiespalt stecke ich dann als Sportverantwortlicher auch."

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