3. Liga

Dynamo-Frust und Bangen um Löwe - "Er hat die ganze Zeit geschrien"

Dresden unterliegt Zwickau nach früher Führung

Dynamo-Frust und Bangen um Löwe - "Er hat die ganze Zeit geschrien"

Unter großen Schmerzen musste Chris Löwe behandelt werden.

Unter großen Schmerzen musste Chris Löwe behandelt werden. imago images

Die Szene in der 15. Minute lag wie ein dunkler Schatten über dem Derby zwischen den beiden befreundeten sächsischen Klubs Dynamo Dresden und FSV Zwickau. Beim Stand von 1:1 nach frühen Toren von Philipp Hosiner (2.) und Marco Schikora (4.) foulte Julius Reinhardt Chris Löwe im Mittelfeld. Der Dresdner Linksverteidiger krümmte sich unter großen Schmerzen und hielt sich das linke Knie, während der Zwickauer Gelb sah.

Löwe wurde vom Platz und später ins Universitätsklinikum Carl Gustav Carus gebracht. Zwickau legte noch vor der Pause ein zweites schönes Tor durch Leon Jensen nach und gewann letztlich knapp mit 2:1. Hatte sich die Verletzung Löwes auf die Leistung der Dresdner Mannschaftskameraden ausgewirkt?

Spielersteckbrief C. Löwe
C. Löwe

Löwe Chris

Spielersteckbrief Mai
Mai

Mai Sebastian

FSV Zwickau - Vereinsdaten
FSV Zwickau

Gründungsdatum

28.08.1912

Vereinsfarben

Rot-Weiß

Dynamo Dresden - Vereinsdaten
Dynamo Dresden

Gründungsdatum

12.04.1953

Vereinsfarben

Schwarz-Gelb

"Dass der Gegner dann hier feiert, das tut weh"

Trainer Markus Kauczinski wollte dies weder bestätigen noch dementieren. Ihm hatte die Leistung seiner Mannschaft im ersten Abschnitt überhaupt nicht gefallen: "Sowas wie die erste Hälfte funktioniert nicht, Zwickau hat uns hier den Schneid abgekauft und verdient gewonnen", schimpfte er bei "Magenta Sport". "Wir waren nicht in den Zweikämpfen, wie man es sein muss. Dass der Gegner dann hier feiert, das tut weh." Löwes Verletzung habe zwar schlimm ausgesehen, "trotzdem muss man dann weiterspielen, ich habe keine Ahnung, ob das eine Rolle gespielt habe". Generell habe die SGD zu viele 50:50-Zweikämpfe verloren, sei "nicht richtig da" gewesen.

"Das tut schon weh und ist unfassbar schlimm für uns"

Kauczinskis Kapitän Sebastian Mai zeigte sich bitter enttäuscht nach Schlusspfiff - über eine "sehr, sehr schwache Leistung", wollte das "Sch-Wort" dieses Mal jedoch nicht in den Mund nehmen. "Wir waren zwei Spiele richtig gut und verschlafen die erste Halbzeit", so Mai. Die Löwe-Verletzung mache "natürlich was mit einem", führte er weiter aus. "Er hat die ganze Zeit durchgeschrien, wir wissen nicht, was mit ihm ist. Das tut schon weh und ist unfassbar schlimm für uns." Wohl für längere Zeit ohne Löwe geht es für Dynamo nun weiter, am Samstag treten die Sachsen auswärts beim FC Ingolstadt an (14 Uhr, LIVE! bei kicker).

Enochs freut sich über mutige und zielstrebige Spieler

Zwickaus Coach Joe Enochs, der auf der Pressekonferenz zunächst Genesungswünsche an den verletzten Dresdner richtete ("Meine ersten Gedanken gehen an Chris Löwe. Ich hoffe, dass die Verletzung nicht ganz so schlimm ist."), kritisierte, dass seine Spieler "in der ersten Minute gepennt" hatten, freute sich aber umso mehr, dass sie "sehr viel investiert und sich belohnt" haben. "Wir haben in jedem Spiel mindestens ein Tor geschossen. Sie sind mutig und spielen richtig gut gegen den Ball und dann zielstrebig nach vorne." Die mutige Spielweise spülte zehn Punkte aufs Konto der Schwäne, die sich zunächst in der oberen Tabellenhälfte wiederfinden und am Freitagabend (19 Uhr) zu Hause gegen Türkgücü München den 7. Spieltag eröffnen.

aho

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