2. Bundesliga

Dursun und Mehlem mit Rückenwind

Darmstadts Sorgenkinder überzeugen

Dursun und Mehlem mit Rückenwind

Sind unter Marcus Anfang gesetzt: Serder Dursun (l.) und Marvin Mehlem.

Sind unter Marcus Anfang gesetzt: Serder Dursun (l.) und Marvin Mehlem. imago images

Derby County wollte Dursun

Spätestens als der Name Serdar Dursun am Montagabend kurz nach Ende der Transferperiode auf dem Spielberichtsbogen des SV Darmstadt 98 stand, war klar: Der 28 Jahre alte Angreifer bleibt dem Verein erst einmal erhalten. Zuletzt erteilten die Lilien dem Werben des englischen Zweitligisten Derby County eine Abfuhr. Auch in den Monaten davor waren Namen möglicher Interessenten für den Deutsch-Türken gehandelt worden. Der Spieler zeigte sich davon auf dem Platz unbeeindruckt, stellte sich in den Dienst der Mannschaft und erzielte gegen Nürnberg sein erstes Saisontor.

"Die letzten Wochen waren etwas unruhig, deswegen bin ich froh, dass das Thema nun vom Tisch ist und alle Klarheit haben", sagte Dursun dem kicker. Der Verein habe sich im Sommer immer fair verhalten. "Wir haben die ganze Zeit offen und ehrlich geredet, es gab auch klare Absprachen. Deswegen will ich auch gar nicht groß zurückblicken und mich mit der Vergangenheit beschäftigen, sondern konzentriere mich auf die Saison mit den Lilien."

Vor einem Jahr war Marvin Mehlem bei Darmstadt in einer ähnlichen Situation gewesen. Um den hoch veranlagten Mittelfeldspieler rankten sich Wechselspekulationen. Zwar verlängerte Mehlem seinen Vertrag vorzeitig. Doch sein Potenzial rief er danach kaum noch ab. Ende vergangener Saison gehörte er zeitweise nicht mal mehr zum Kader.

Unter Anfang gesetzt, Mehlem zahlt das Vertrauen zurück

Unter dem neuen Trainer Markus Anfang ist er gesetzt, war in allen vier Spielen zur Startformation. Das Vertrauen zahlt Mehlem zurück - mit guten, engagierten Leistungen und Toren. Er traf im Pokal gegen Magdeburg und besorgte gegen Nürnberg den Ausgleichstreffer. Damit hat er bereits jetzt so viele Tore erzielt wie in der gesamten vergangenen Saison.

Mehlem profitiert vom neuen System. Unter seinen bisherigen Trainern in Darmstadt musste er entweder allein in der Zentrale hinter den Stürmern agieren oder gar auf die ungeliebte Flügelposition ausweichen. Anfang spielt mit zwei zentralen, offensiven Mittelfeldspielern, was Mehlem als Nebenmann des erfahrenen Tobias Kempe die Last nimmt und mehr Raum verschafft.

Nach dem Nürnberg-Spiel war der 23-Jährige zwar glücklich, sieht aber auch noch Verbesserungspotenzial. Wie schon in den vorangegangen Spielen habe das Team die erste Halbzeit verschlafen. "Wir dürfen es nicht immer so spannend machen", forderte er. Nach der Länderspielpause müsse man über die gesamte Spielzeit richtig Gas geben und den guten Fußball zeigen, zu dem man in der Lage sei: "Beim nächsten Gegner VfL Osnabrück wollen wir dann da weitermachen, wo wir gegen Nürnberg aufgehört haben."

Stephan Köhnlein

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