Bundesliga

Durm: "Werde kein Kostic sein, der 15 Assists gibt oder 10 Tore macht"

Frankfurts Außenbahnspieler legt sein Augenmerk auf die Absicherung

Durm: "Werde kein Kostic sein, der 15 Assists gibt oder 10 Tore macht"

Frankfurts Erik Durm legt mehr Augenmerk auf die Defensive.

Frankfurts Erik Durm legt mehr Augenmerk auf die Defensive. imago images/Schüler

Wenn Durm die Zeitung aufschlägt und einen Artikel über sich liest, ist er vom Inhalt längst nicht mehr überrascht. Er weiß, dass seine fehlende Torgefährlichkeit in aller Regel früher oder später thematisiert wird. Ein Tor und zwei Assists in 22 Pflichtspieleinsätzen stehen 2020/21 in seiner Bilanz. Und natürlich wäre es Durm selbst auch lieber, das eine oder andere Tor mehr vorzubereiten. "Nach vorne könnte immer noch ein bisschen mehr kommen, das weiß ich. Ich werde versuchen, offensiv noch ein bisschen mehr anzukurbeln", sagt der 29-Jährige. Die Priorität sieht er allerdings woanders. "In erster Linie ist es mir wichtig, dass ich die Defensive stabilisiere und versuche, unser Tor zu schützen. Das ist die erste Aufgabe von uns Defensivspielern. Es ist nicht mein Spiel, die Linie bis zur Torauslinie entlang zu marschieren und Flanken reinzubringen. Das wird definitiv auch nicht mein Spiel werden in den nächsten Jahren", betont Durm und resümiert: "Alles in allem war ich in der letzten Saison zufrieden, auch wenn ihr (die Journalisten, Anm. d. Red.) es meistens nicht gewesen seid. Aber das ist okay für mich." Es wäre ungerecht, den gelernten Außenverteidiger Durm mit seinem Pendant, dem auf dem offensiven Flügel ausgebildeten Filip Kostic, zu vergleichen. Der serbische Nationalspieler bereitete vergangene Spielzeit 17 Treffer vor - ein phänomenaler Wert.

Durms Credo lautet 'Safety First'

Etwas mehr Mut und Entschlossenheit im vorderen Drittel stünden Durm in manchen Situationen dennoch gut zu Gesicht - auch, um die Abhängigkeit von Kostic in der Offensive etwas zu verkleinern. Sollte Trainer Oliver Glasner - wie in den jüngsten Testspielen - auf eine 3-4-3-Grundordnung vertrauen, würde wie zuvor unter Adi Hütter nur ein Spieler auf jedem Flügel auflaufen. In dieser sehr anspruchsvollen Rolle die richtige Balance zwischen defensiver Absicherung und Vorstößen in die Offensive zu finden, ist extrem schwierig. Das zeigte sich auch auf dem linken Flügel. Bei allem Lob für Kostic, ergaben sich in dessen Rücken in der Vergangenheit immer mal wieder gefährliche Lücken. Das bleibt nicht aus, es ist einer der Nachteile dieser Grundordnung, wenn man sie wie die Eintracht offensiv interpretiert. Durms Credo ist jedenfalls klar: Safety first! "Ihr werdet keinen anderen Erik Durm sehen. Ich werde kein Filip Kostic sein, der nächste Saison 15 Assists gibt oder zehn Tore macht", sagt der Familienvater. Er kündigt an: "Ich werde die Position nicht großartig anders interpretieren als vergangene Saison."

Erstmal geht es für Durm allerdings darum, sich im Konkurrenzkampf zu behaupten. Danny da Costa blühte im vergangenen halben Jahr während seiner Leihe in Mainz auf und könnte sich seinen verlorenen Platz zurückerobern. Mit Timothy Chandler und dem langzeitverletzten Almamy Touré stehen zwei weitere Rechtsverteidiger im Kader. Angesprochen auf da Costa und Chandler erklärt Durm: "Ich habe mit Timmy und mit Danny zwei Freunde auf der Position, deshalb sehe ich das nicht als Konkurrenz. Der Bessere spielt und wird vom anderen unterstützt." Eine löbliche Haltung.

Julian Franzke

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