Bundesliga

Hertha BSC, Duda: "Ich bin in einem Alter, in dem ich spielen muss"

Slowake ist von Norwich zur Hertha zurückgekehrt

Duda: "Ich bin in einem Alter, in dem ich spielen muss"

Michael Preetz und Ondrej Duda (re.)

Willkommen zurück: Michael Preetz und Ondrej Duda (re.). picture-alliance

Unter den Hertha-Profis, die sich dieser Tage auf die Saison 2020/21 vorbereiten, ist auch Ondrej Duda, der in den Statistiken offiziell auch als "Zugang" geführt wird. Doch der slowakische Offensivspieler ist an seine alte Wirkungsstätte zurückgekehrt, nachdem er im Januar zu Norwich City ausgeliehen worden war.

Mit dem Neuling aus der Stadt im Osten Englands stieg Duda aus der Premier League ab, insgesamt kam der schussstarke Techniker bei den "Canaries" in zehn Ligaspielen sowie einmal im FA Cup zum Einsatz. Wegen des sportlichen Abstiegs, aber vor allem auch wegen Corona sei das knappe halbe Jahr auf der Insel "keine einfache Zeit" gewesen, so Duda, auch wenn ihm im Klub "alle gut behandelt" hätten und er auch Trainer Daniel Farke gut fand. Missen will er die Zeit in Norwich indes nicht. "Es war eine gute Erfahrung", sagte Duda am, Mittwoch im Rahmen einer Medienrunde. Der 25-Jährige, der im Sommer 2016 von Legia Warschau nach Berlin gekommen war und - auch aus Verletzungsgründen - zwei Jahre auf seinen Durchbruch hatte warten müssen, musste die Erfahrung bei einem anderen Klub notgedrungen machen.

Keine Chance unter Klinsmann

Eigentlich, betont er mit Nachdruck, sei er niemand, der vor einer schwierigen Situation davon laufe. Aber nachdem Ante Covic als Hertha-Coach im November 2019 beurlaubt worden war und Jürgen Klinsmann übernommen hatte, sah Duda seine Felle davonschwimmen. "Es gab keine Chance zu spielen", sagt der 1,81 Meter große und 75 Kilo schwere Profi, Klinsmann habe ihm deutlich zu verstehen gegeben, dass er mit ihm nicht plane. "Ich bin aber in einem Alter, in dem ich spielen muss", stellt Duda klar, der zugibt, nicht nur an eine Leihe, sondern auch daran gedacht zu haben, seine Zelte in Berlin komplett abzubrechen. "In einer Situation wie damals denkst du an alles", sagt er.

Labbadia hofft auf die spielerischen Fähigkeiten Dudas

Zu einem endgültigen Wechsel zu einem anderen Klub kam es aber nicht, und Duda ist "froh wieder in Berlin und bei Hertha zu sein". Unter Trainer Bruno Labbadia will der Mann, der als Zehner, aber auch im Sturm spielen kann, "um meinen Platz kämpfen" - und vor allem nach vorne schauen. Groll gegen Klinsmann hege er "überhaupt keinen", wie er sagt, aber der und die Zeit unter ihm sei vorbei und somit "nicht wichtig".

Duda will sein Möglichstes geben, um wieder an die Saison 2018/19 anknüpfen. Die war mit elf Saisontreffern und sieben Assists seine bislang mit Abstand beste im Hertha-Dress. Was seinen Arbeitgeber angeht, ist sich Duda sicher, dass die Berliner "besser als in der vergangenen Saison abschneiden". Er selbst will dazu einen möglichst erheblichen Teil beitragen. Coach Labbadia hofft, "dass Ondrej durch seine spielerischen Fähigkeiten, die er zweifelsohne hat, einfach der Mannschaft nochmal eine Facette bringt, die ihr guttut."

Andreas Hunzinger

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