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Ducktrain: Ausliefern im Gänsemarsch

Vom Start-up Droid Drive - Lieferkonzept für die letzte Meile

Ducktrain: Ausliefern im Gänsemarsch

Ducktrain: Die Waggons folgen automatisiert und elektrisch dem Zusteller.

Ducktrain: Die Waggons folgen automatisiert und elektrisch dem Zusteller. DroidDrive

Es ist nicht die erste Mobilitätslösung, die sich auf die Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen (RWTH) zurückführen lässt: Auch der elektrische Lieferwagen StreetScooter und der Mini-Stromer e.Go Life haben ihre Keimzellen in Aachen.

So wie jetzt der Ducktrain, dessen Gründungsteam ebenfalls der RWTH entstammt. Das Aachener Start-up DroidDrive hat mit dem "Entenzug" ein Konzept für den City-Lieferverkehr der Zukunft ersonnen.

Ausschwärmen am Zielort

Die Idee: Güter werden zunächst in innerstädtische Verteilerzentren speditiert. Dort lädt man sie auf viele kleine elektrische Leichtfahrzeuge um. Diese Waggons, "Ducks" genannt, lassen sich zu Zügen aus bis zu vier Gliedern zusammenfügen. Wie Entenküken ihrer Mutter folgen diese Züge automatisch dem Zusteller, der per Cargobike, Fahrrad oder zu Fuß vorausfährt bzw. - geht. Im Zielgebiet angekommen, werden die Ducks entkoppelt, um dann einzeln und im Gefolge des Paketboten zur endgültigen Lieferadresse auszuschwärmen.

Ducktrain

Schmal und wendig: Der maximal 25 km/h schnelle Ducktrain darf den Radweg benutzen. DroidDrive

Jeder Duck kann eine Europalette aufnehmen und bietet eine Nutzlast von 300 Kilogramm. Bis zu 25 km/h legen die wendigen Wägelchen vor. "Sie sind extrem klein und können Bürgersteige und Radwege in Innenstädten nutzen, um sehr effizient Waren zu transportieren", sagt DroidDrive-Geschäftsführer Kai Kreisköther. Auch zwischen Pollern könnten die Mini-Waggons hindurchmanövrieren.

Eine Entlastung für den innerstädtischen Verkehr würde ein solches Fahrzeugsystem auch insofern bedeuten, als es sperrige größere Lieferwagen ersetzen könnte, die während des Entladens oft in zweiter Reihe halten und Verkehrsraum beanspruchen.

Fahrerloser Shuttle bedient "Robodogs"

Auch andere tüfteln an der vollautomatisierten Warenauslieferung, der Zulieferer Continental beispielsweise hat auf der Consumer Electronics Show (CES) 2019 in Las Vegas die Vision einer Kombination aus fahrerlosem Shuttle und Lieferrobotern vorgestellt.

Continental Robodogs

"Robodogs" liefern aus: So stellt sich Continental ein automatisiertes Zustellkonzept vor. Continental

Während Continentals "Robodogs" noch sehr gewagt und realitätsfern erscheinen, kündigt DroidDrive erste autonome Pilottests bereits für 2022 an, der Serieneinsatz auf der Straße, so heißt es, sei für 2025 geplant.

Verkaufen will man die Ducktrains übrigens nicht. Angedacht ist stattdessen ein System, in dem die Nutzer die Fahrzeuge buchen und für deren Nutzung bezahlen sollen. Als Förderer sind das Bundesverkehrsministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) und die Deutsche Bundesstiftung Umwelt aktiv.

ule