Play-offs

NHL Stanley Cup: Montreal schlägt gegen Tampa zurück

Tampa nutzt Chancen nicht - Serie geht zurück nach Florida

Ducharmes Umstellungen fruchten: Canadiens melden sich zurück

Der Matchwinner: Canadiens-Stürmer Josh Anderson (o.).

Der Matchwinner: Canadiens-Stürmer Josh Anderson (o.). Getty Images

Dominique Durcharme nahm für die vierte Partie nach den drei Niederlagen zuvor mehrere Änderungen vor: So wechselte der Canadiens-Coach sein drittes Verteidigungspärchen komplett, Alexander Romanov und Brett Kulak ersetzten Erik Gustafsson und Jon Merrill. Zudem rückte Zwei-Wege-Center Jake Evans für Youngster Jesperi Kotkaniemi ins Team. Auch die Reihen stellte Durcharme um: Tyler Toffoli rückte an die Seite von Phillip Danault und Brendan Gallagher, Josh Anderson zu den Jungstars Nick Suzuki und Cole Caufield.

Anderson stellt den Spielverlauf auf den Kopf

Zunächst aber funktionierten die Umstellungen nicht, denn Tampa Bay kam - wie schon beim 6:3 in Spiel drei - mit viel Schwung aus der Kabine. Nach zehn gespielten Minuten stand es 10:1 an Schüssen für den Lightning. Einzig Keeper Carey Price stand einem erneuten frühen Rückstand im Wege. Die Gäste nutzten ihre Chancen nicht - und so war es die Ruhe Suzukis, der in der 16. Minute plötzlich glänzend für Anderson vorbereitete und Montreal fast aus dem Nichts eine 1:0-Führung nach dem ersten Drittel bescherte. Eine von Ducharmes Umstellungen hatte sich so bereits ausgezahlt.

Umgekehrtes Bild dann nach der ersten Pause: Nun war Montreal - mit dem Selbstbewusstsein seiner ersten Führung in der Finalserie überhaupt - ein wenig oben auf. Doch diesmal war es das Team aus Florida, das in der Schlussphase des Drittels plötzlich eiskalt zuschlug. Der von Verteidiger Ryan McDonagh freigespielte Barclay Goodrow musste nur noch ins halbleere Tor einschieben, weil der chancenlose Price bereits ausgespielt war (38.).

Maroon kontert Romanov - Overtime

So ging es unter viel Spannung ins dritte Drittel, in dem es noch einmal hoch herging. Der junge Verteidiger Alexander Romanov brachte Montreal mit einem verdeckten Schlenzer von der blauen Linie in der 49. Minute wieder in Führung. Doch exakt vier Minuten später glich die vierte Angriffslinie der US-Amerikaner nach einem cleveren Flip-Pass von Mathieu Joseph zum Torschützen Pat Maroon zum 2:2 aus (54.). Zweieinhalb Minuten vor Ende der regulären Spielzeit kam Tampa der Titelverteidigung ganz nahe, doch Nikita Kucherov fälschte den Puck mit dem bereits dritten Treffer des Torgestänges seines Teams "nur" an den Innenpfosten ab (58.).

61 Sekunden vor Schluss musste dann Canadiens-Kapitän Shea Weber gleich für vier Minuten auf die Strafbank, nachdem er Ondrej Palat mit dem Stock im Gesicht getroffen hatte. Trotz Schusschancen für die Gäste rettete sich Montreal im fälligen Powerplay daher in die erste Overtime der Finalserie 2021.

Doppelpacker Anderson entscheidet

In der Verlängerung besaß Tampa nun als noch die große Chance, in einer der noch rund dreiminütigen Überzahl die Serie mit 4:0 für sich zu entscheiden und damit den Titel von 2020 vorzeitig zu verteidigen. Doch mehrere gute Gelegenheiten - die beste von Brayden Point aus kurzer Distanz (62.) - wurden abermals nicht genutzt. Und keine Minute nachdem Weber wieder von der Strafbank zurück war, gelang den Canadiens tatsächlich der Siegtreffer: Nach einem Break kam Anderson noch einmal aus kurzer Distanz zum Nachschuss und überwand Tampa-Keeper Andrei Vasilevskiy aus spitzem Winkel zum umjubelten 3:2 (64.).

Damit kommt es nun in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag (2 Uhr MESZ) zu Spiel fünf wieder in Tampa Bay, wo für die nächsten Tage eine schwere Unwetterwarnung aufgrund eines aufziehenden tropischen Sturmes gilt.

jom

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