Bundesliga

Du-Ri Cha: "Ich habe mein Glück gefunden"

Ex-Bundesligaspieler hält beim Derby in Mainz zur Eintracht

Du-Ri Cha: "Ich habe mein Glück gefunden"

Torjubel im Eintracht-Dress: Du-Ri Cha spielte drei Jahre für Frankfurt. Rechts Benjamin Köhler.

Torjubel im Eintracht-Dress: Du-Ri Cha spielte drei Jahre für Frankfurt. Rechts Benjamin Köhler. picture alliance

kicker: Herr Cha, am Samstag spielt Frankfurt in Mainz, wie werden Sie das Derby verfolgen?

Du-Ri Cha: Da immer mehr Südkoreaner in der Bundesliga spielen, werden hier auch immer mehr Partien live im TV gezeigt, darüber hinaus gibt es Zusammenfassungen.

1. FSV Mainz 05 - Die letzten Spiele
Leverkusen Leverkusen (H)
0
:
1
Karlsruhe Karlsruhe (H)
2
:
4
Eintracht Frankfurt - Die letzten Spiele
Köln Köln (A)
1
:
1
Würzburg Würzburg (H)
0
:
3
Bundesliga - 22. Spieltag
Bundesliga - Tabelle
Pl. Verein Punkte
1
Bayern Bayern München
55
2
Wolfsburg VfL Wolfsburg
47
3
Gladbach Bor. Mönchengladbach
37
1. FSV Mainz 05 - Vereinsdaten
1. FSV Mainz 05

Gründungsdatum

16.03.1905

Vereinsfarben

Rot-Weiß

Eintracht Frankfurt - Vereinsdaten
Eintracht Frankfurt

Gründungsdatum

08.03.1899

Vereinsfarben

Rot-Schwarz-Weiß

kicker: Sie selbst haben drei Derbys erlebt, immer ging es unentschieden aus, warum?

Cha: Ein Grund könnte sein, dass die Mannschaften das Risiko scheuen, weil eine Derbyniederlage besonders schmerzt.

kicker: Wem drücken Sie die Daumen?

Cha: Ich bin in Frankfurt geboren, habe dort länger gespielt, mein Vater hat bei der Eintracht gespielt. Ich bin ein Frankfurter.

kicker: Vermissen Sie die Atmosphäre der deutschen Stadien?

Cha: Ja, klar. In der Bundesliga zu spielen, ist für jeden Fußballer etwas Außergewöhnliches. Erst recht in Frankfurt, bei der Eintracht herrscht immer eine tolle Stimmung.

kicker: Vor zwei Jahren verließen Sie Fortuna Düsseldorf nach nur zehn Saisonspielen Richtung Südkorea und waren auch in den Jahren zuvor häufig "nur" Ergänzungsspieler. Haben Sie endlich Ihr sportliches Glück gefunden?

Ein Jahr beim FSV: 2006 wechselte Du-Ri Cha von Frankfurt nach Mainz.

Ein Jahr beim FSV: 2006 wechselte Du-Ri Cha von Frankfurt nach Mainz. picture alliance

Cha: Auf jeden Fall. Ich wollte ja eigentlich aufhören mit dem Fußball, als ich nach Südkorea kam, aber dann hat mich der Trainer des FC Seoul überredet, weiterzumachen. In der vergangenen Saison kam ich inklusive Champions League und Pokal auf 48 Einsätze. Zudem bin ich nach zwei Jahren wieder Nationalspieler geworden und habe mein letztes großes Turnier mit dem zweiten Platz abgeschlossen.

kicker: An diesem Dienstag schlossen Sie mit dem FC Seoul die Qualifikation der asiatischen Champions League erfolgreich ab. Wie viele Zuschauer waren im Stadion?

Cha: Vielleicht 6000. In der Meisterschaft haben wir allerdings mehr, so 10 000 im Schnitt.

kicker: Die Partie gegen Hanoi endete 7:0, waren Sie unter den Torschützen?

Cha: Toreschießen war noch nie mein Ding (lacht). Mittlerweile spiele ich auch nur noch Rechtsverteidiger, nicht mehr so weit vorne wie früher.

kicker: Nach dem Asien-Cup im Januar sind Sie sogar in die Top-Elf gewählt worden.

Cha: Ja, zum Abschied aus der Nationalmannschaft (lacht). Ich habe vor dem Turnier gesagt, dass es meine letzten Spiele werden. Im März werde ich am Rande des nächsten Länderspiels verabschiedet.

Asien-Cup-Finalist: Du-Ri Cha unterlag mit Südkorea gegen Australien und Jason Davidson (re.).

Asien-Cup-Finalist: Du-Ri Cha unterlag mit Südkorea gegen Australien und Jason Davidson (re.). picture alliance

kicker: Ist 2015 generell Ihr letztes Jahr als aktiver Fußballer?

Cha: Vor dem Asien-Cup habe ich beim FC Seoul ein Jahr verlängert. Danach ist definitiv Schluss. Bei uns läuft die Saison bis zum November, im Dezember werde ich meine Schuhe an den Nagel hängen.

kicker: Welche Pläne haben Sie für die Zeit nach der aktiven Karriere?

Cha: Im möchte nach Deutschland zurückkehren und den Trainerschein machen. Ob ich danach auch Trainer werde, weiß ich noch gar nicht. Aber ich glaube, durch die Ausbildung noch viel über den Fußball lernen zu können. Da ich keinerlei Sprachprobleme habe, ist es besser, den Trainerschein in Deutschland zu machen als hier.

Interview: Michael Ebert