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Droht Konami Verlust namhafter eFootball/PES-Profis?

Nach Launch-Desaster

Droht Konami Verlust namhafter eFootball/PES-Profis?

"Im Bereich des Möglichen" - 'El_Matador' über einen möglichen Wechsel ins FIFA-Lager

"Im Bereich des Möglichen" - 'El_Matador' über einen möglichen Wechsel ins FIFA-Lager FC Schalke 04

Aufgrund der Verschiebung des nötigen eFootball Updates auf das Frühjahr 2022, ist vielen der Profis ihre Trainings- und Turniergrundlage genommen worden. Nur wenige kamen in neuen Vereinen unter. Die meisten wurden freigestellt, Vertragsverhandlungen ruhen.

Keine Turniere, kein Preisgeld. Keine Verträge, kein dauerhaftes Einkommen. Manche Verbände umgehen dieses Dilemma kreativ. So wurde die virtuelle brasilianische Liga in PES 2021 auf der PS4 ausgetragen.

Die Global Esports Games 2021 hingegen spielten ihre Finals tatsächlich in eFootball 2022. Jedoch sahen Zuschauer in allen Matches der beteiligten Nationen das Spitzenspiel FC Bayern gegen FC Bayern. Auch wenn das Papier Brasilien gegen Argentinien vorsah.

"Mit jedem Tag denke ich mehr über einen Wechsel nach."

Marko 'RoksaCzv22' Roksic - Europameister in PES

Für die Klubs der offiziellen Konami eFootball.Pro Liga keine Alternative. Für sie ruht der Ball seit Erscheinen von eFootball 2022 Ende September 2021.

Das schürt Gedanken über die persönliche Zukunft. Das Vertrauen in Konami ist mit der Verschiebung des Updates geschrumpft.

Denken die eFootball Profis über einen Wechsel ins FIFA-Lager nach?

Sollte der japanische Videospielekonzern das Ruder in dieser Saison nicht mehr rumreißen können, drohen eventuelle Abgänge einiger Spieler. Mit reichweitenstarken eSportlern würden somit auch Markenbotschafter den Rasen verlassen, um bei der Konkurrenz aufzulaufen.

"Ich habe FIFA bereits um 2014 gespielt. Ich war gut, aber PES ist PES. Ich habe eigentlich nie daran gedacht noch einmal FIFA zu spielen, aber mit jedem Tag denke ich mehr über einen Wechsel nach. Vielleicht werde ich es einfach ausprobieren", sagt beispielsweise der serbische Europameister Marko 'RoksaCzv22' Roksic in Gesprächen mit kicker eSport.

Auch wenn die Profis die PES-Reihe für ihre Eigenständigkeit und das taktisch geprägte Spielverhalten loben, ein Wechsel zur Konkurrenz rückt immer mehr ins Blickfeld einiger Profis. Immerhin würde hier niemand die Sportart verlassen, lediglich die Gegebenheiten sind in FIFA andere.

Ex-Schalker Mike 'El_Matador' Linden gibt sich daher motiviert: "Sollten Verbesserungen sowohl grafisch als auch im Gameplay ausbleiben, wäre ein Wechsel im Bereich des Möglichen."

Gegen jede Regel

Kritisch gegenüber einem Wechsel äußert sich hingegen Ex-AS Rom Spieler Emiliano 'S-Venom' Spinelli. Das kompetitive Spielsystem in FIFA verstoße gegen all seine Prinzipien innerhalb des eSports: "eSport sollte für jeden Spieler die gleichen Chancen bereithalten. Die Basis des Pay-To-Win in FUT verstößt gegen meine persönliche Regel, weil sehr viel Geld investiert werden muss, um mit den Besten mithalten zu können."

Die Lager scheinen gespalten, zumindest noch. Bleiben Verbesserungen in eFootball in Richtung einer adäquaten, kompetitiven Plattform für ernstzunehmenden eSport weiterhin aus, müssten sich alle Profis nach Alternativen umsehen. Ob innerhalb des Sports oder am Rande dessen.

Noch genießt Konami ein gewisses Grundvertrauen der Profis. Der Geduldsfaden scheint jedoch nicht unendlich strapazierfähig.

Sollte es tatsächlich zur Trennung zwischen EA Sports und der FIFA kommen, können die Spieler auch in kommenden Teilen der FIFA-Reihe vorerst wohl keinen sicheren Hafen erwarten. Und ob und wie EA Offline-Turniere ausrichten will, ist längst nicht klar.

Wenn zwei sich streiten, freut sich mit aufkommenden Alternativen wie GOALS und UFL am Ende vielleicht wie immer ein Dritter über namhaften Zuwachs?

Benja Hiller

Grafikvergleich: FIFA 22 vs. eFootball 2022 mit dem FC Bayern München