3. Liga

Drittligist Türkgücü München stellt Insolvenzantrag

Nun droht ein Abzug von neun Punkten

Drittligist Türkgücü München stellt Insolvenzantrag

Türkgücü München hat einen Insolvenzantrag gestellt.

Türkgücü München hat einen Insolvenzantrag gestellt. imago images

In den vergangenen Tagen haben sich die Verantwortlichen in Schweigen gehüllt, doch nun hat der Verein das bestätigt, was zuvor schon aus einem offiziellen Register hervorgegangen war: Türkgücü München hat einen Insolvenzantrag eingereicht. 

"Bis zum Tag der Antragsstellung haben wir alles in unserer Macht Stehende versucht, um diesen Schritt noch abzuwenden", betonte Geschäftsführer Max Kothny an diesem Montag in einer Stellungnahme und ergänzte: "Auch wenn das leider nicht gelungen ist, so gilt es jetzt, die Situation nicht als Ende, sondern als Chance zu sehen. Wir haben nun die Möglichkeit, uns ohne Belastungen aus der Vergangenheit und mithilfe von möglichen neuen, starken Förderern neu auszurichten."

Schon vor dem Jahreswechsel war durchgesickert, dass sich Türkgücü in wirtschaftlichen Turbulenzen befindet. Gegenüber der "Süddeutschen Zeitung" hatte der Klub bestätigt, "nicht alle erforderlichen Nachweise zur Nachlizenzierung" beim DFB eingereicht zu haben - nun folgt das große Beben.

In welcher Spielklasse Türkgücü den Neuaufbau angehen kann, hängt sowohl von Sportlichem als auch von Finanziellem ab. Zunächst einmal muss sich der Drittligist gemäß der DFB-Spielordnung auf einen Neun-Punkte-Abzug einstellen. Damit würde Türkgücü auf den letzten Platz der Tabelle zurückfallen und im Abstiegskampf schlagartig mit der Bürde eines Zehn-Punkte-Rückstands zurechtkommen müssen. 

Bis 2023 wollte Türkgücü eigentlich in die 2. Liga

Eigentlich wollte der 1975 gegründete Verein bis 2023 in die 2. Bundesliga aufsteigen. Nach einem enttäuschenden 13. Platz in der ersten Drittliga-Saison sollte in dieser Spielzeit mit weiteren Verstärkungen für den ohnehin schon namhaft besetzten Kader der nächste Schritt erfolgen. Tatsächlich verbuchte Türkgücü bislang aber nur fünf Siege und verpflichtete Ende Dezember mit Andreas Heraf bereits den dritten Cheftrainer der laufenden Saison.

Gerüchte schon vor einem Jahr - mit Kehrtwende

Gerüchte und Spekulationen um den wirtschaftlichen Status des Vereins hatte es immer wieder gegeben - zuletzt vor einem Jahr. Damals stand ein Rückzug von Präsident und Geldgeber Hasan Kivran im Raum, der dann aber doch eine Kehrtwende vollzog. Der Vorgang ließ seinerzeit den Eindruck entstehen, dass der angedrohte Anteilsverkauf mutmaßlich ein großer Bluff war - nun also der Insolvenzantrag.

pau/lei

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