Amateure

"Draußen muss drin sein": Verbände übergeben Petition an die Politik

Situation für Amateursport weiter "schwierig"

"Draußen muss drin sein": Verbände übergeben Petition an die Politik

Geduldsprobe: Nach langen Monaten des Lockdowns lechzen die Amateurfußballer nach einer Rückkehr auf den Platz.

Geduldsprobe: Nach langen Monaten des Lockdowns lechzen die Amateurfußballer nach einer Rückkehr auf den Platz. IMAGO / Hanno Bode

An Werbeflächen und Unterstützern mangelte es dem DFB wahrlich nicht: Beim Pokalfinale hing ein großes Banner auf der Gegengerade des Berliner Olympiastadions, gut sichtbar für die Millionen TV-Zuschauer. Dazu erklärten Größen des deutschen Fußballs wie Bundestrainer Joachim Löw, Weltmeisterkapitän Philipp Lahm und die zweimalige Europameisterin Celia Sasic ihre Unterstützung für die Petition "Draußen muss drin sein", die zum Ziel hatte, dass die Politik dem Amateursport wieder größere Freiheiten einräumt.

96.582 Unterstützer fand die Petition, die am Mittwoch dem Berliner Innensenator Andreas Geisel, stellvertretend für die deutsche Politik, auf dem Gelände des SC Berliner Amateure übergeben wurde. Diese Gelegenheit nutzte DFB-Vizepräsident Ronny Zimmermann, um der Politik noch mal ins Gewissen zu reden, da aus Sicht der Verbände die Lage für den Amateursport weiter schwierig sei: "Sport war und ist kein Pandemietreiber, der Sport ist mit seinen 90.000 Vereinen dringend erforderlich für Gesundheit in unserem Land. Man kann die Bedeutung des organisierten Sports gar nicht hoch genug einschätzen. Ich wünsche mir, dass man das stärker sieht." Und seine Kollegin Heike Ullrich, stellvertretende Generalsekretärin, ergänzte: "Vereine geben vielen Menschen Halt, Vereine sind für viele Menschen Familie und Heimat. Im Verein werden Werte gelebt, das ist unbezahlbar." Gleichzeitig nahm Ullrich die Vereine auch in die Pflicht: "Uns ist sehr bewusst, dass wir weiter Hygienekonzepte benötigen werden. Ich habe da großes Vertrauen in unsere Sportlerinnen und Sportler, in unsere Klubs. Wir haben in den letzten 15 Monaten alle sehr viel gelernt."

Schwere eineinhalb Jahre

SPD-Politiker Geisel zeigte am Mittwoch Verständnis: "Der Sport spricht zu Recht an, dass Schäden entstanden sind. Ich muss akzeptieren, wenn in dieser Größenordnung geäußert wird, dass der Sport sich nicht angemessen wahrgenommen fühlt. Absichtlich ist das nicht geschehen." Denn, so Geisel, "ich verstehe die Ungeduld, die dahinter steckt. Ich kann versichern, uns war immer bewusst, welche Bedeutung der Vereinssport hat, vor allem für Kinder und Jugendliche. Wir haben stets um die richtigen Entscheidungen gerungen. Insgesamt waren es sehr schwere eineinhalb Jahre."

Durch die sinkenden Infektionszahlen ist nun bei allen Beteiligten die Hoffnung groß, das Schlimmste hinter sich zu haben: "Es ist ein riesiges Glücksgefühl, dass die Kinder wieder raus können und Sport treiben dürfen", sagte etwa Yvonne Schumann, Vorsitzende des FFC Berlin. Geisel antwortete derweil auf die Forderung nach weiteren Lockerungen: "Das, was möglich ist, muss möglich gemacht werden, natürlich immer unter der Voraussetzung, dass es so sicher wie möglich ist." Denn trotz erster Lockerungen, geregelter Sportbetrieb wie vor der Pandemie ist derzeit noch nicht flächendeckend möglich. Deswegen fordert DOSB-Vizepräsident Kaweh Niroomand: "Der Sport muss wieder in Gang kommen und ist dazu bereit. Er hat bewiesen, wie flexibel, wie kämpferisch und wie sozial er ist."

stw

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