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NFL, Week 13: Freche Rodgers-Geste bei Packers-Meilenstein

NFL, Week 13: Eagles weiter auf Kurs, Texans raus, Amon-Ra mit zwei TDs

Drama mit Jets und Giants - Freche Rodgers-Geste beim Packers-Meilenstein

Hat ein Abo auf Siege gegen die Bears: Aaron Rodgers.

Hat ein Abo auf Siege gegen die Bears: Aaron Rodgers. Getty Images

787 Siege und Frechdachs Rodgers: Green Bay übertrumpft Chicago

Die Green Bay Packers haben play-off-technisch einen schweren Stand, nur noch mit einem kleinen Wunder ist die Endrunde für das Team aus Wisconsin zu erreichen. Das hielt die Käsestädter aber nicht davon ab, motiviert ins Duell der ewigen Rivalen mit Chicago zu gehen - und erst einmal eins auf die Mütze zu bekommen.

Denn Bears-Quarterback Justin Fields, der im ersten Viertel einen Touchdown-Lauf über 55 Yards auf den Rasen zauberte und bereits zum dritten Mal in dieser Saison ein solches Rush-Kunststück über mindestens 50 Yards schaffte (kein Spielmacher erreichte in seiner gesamten Karriere bislang drei solcher Läufe insgesamt), führte mit seinem Team bis kurz vor Pausentee recht souverän mit 16:3. Was auch wieder einmal daran lag, dass die Packers-Defense den Lauf schwach verteidigte.

Aaron Rodgers: Wie aus einem geplatzten Traum ein neuer "Gunslinger" entstanden ist

In der Folge kam Green Bay allerdings in Schwung, Aaron Rodgers fand einmal mehr seinen bärenstarken Rookie-Receiver Christian Watson (14 Yards). Im finalen Quarter bestimmten die Packers dann das gesamte Spiel, ließen defensiv nichts mehr zu, erwischten Bears-Spielmacher Fields mit zwei Interceptions und machten mit Muskelprotz AJ Dillon sowie erneut Watson zwei weitere Scores zum 28:19-Endstand. Für den Rookie-Passempfänger war der zweite Touchdown des Tages (Lauf über 46 Yards) bereits der achte TD in vier Spielen.

Der Sieg in der "Windy City" beim auf 3:10 abgerutschten Erzrivalen war damit eingesackt. Doch nicht nur das: Aaron Rodgers, der in der Vergangenheit immer wieder mit frechen Sprüchen Richtung Bears-Franchise aufgefallen war, verbesserte seine persönliche Bilanz auf 24 Siege bei nur fünf Niederlagen in seiner Karriere gegen Chicago - plus 66 Touchdowns bei nur zehn Interceptions.

Das Ganze garnierte der "Gunslinger" mit einem frechen Militärgruß in Richtung der angefressenen Fans kurz nach Spielschluss, während die bei 5:8 stehenden Packers selbst auf Twitter noch eine weitere Breitseite parat hatten. Denn nachdem die Bears seit über 100 Jahren das NFL-Team mit den meisten Siegen aller Zeiten gewesen waren (786), zogen an diesem Sonntag nun die Mannen aus Green Bay vorbei - 787 Erfolge.

Rodgers's leicht süffisanter Kommentar hinterher beim Gespräch mit "Fox Sports" - auch in Bezug auf seinen frechen Gruß: "Du weißt nie, wann es das letzte Mal ist. Und das hier ist wirklich ein zweites Zuhause für mich geworden, die Bears haben außergewöhnliche Fans. Und da ist es immer schön, hierher zurückzukommen, einen Sieg einzufahren und die Fans wissen zu lassen, dass ich immer noch da bin."

Hurts tut Titans weh

Im Lincoln Financial Field kam es derweil vor fast 70.000 lautstarken Fans zum Topspiel zwischen Philadelphia und Tennesse. Die Gäste aus Nashville (7:5) hatten aber kaum etwas zu melden - abgesehen von einem Touchdown-Pass von Ryan Tannehill  auf Rookie-Receiver Treylon Burks zum zwischenzeitlichen 7:7. Running-Back-Maschine Derrick Henry war komplett abgemeldet (30 Yards).

#42: NFL Preview - Alles oder Nichts! Wer schafft es in den Super Bowl?
26. Januar 202301:09:31 Stunden

#42: NFL Preview - Alles oder Nichts! Wer schafft es in den Super Bowl?

Jetzt geht es um die Wurst. Der Einzug in den Super Bowl ist zum Greifen nah - wer packt zu? Kucze, Shuan, Detti und André führen euch durch die Championship Games der NFL. Jalen Hurts gegen Brock Purdy in der NFC. Im College trafen die beiden bereits 2019 aufeinander. Wer hat diesmal die Nase vorn? Eagles oder 49ers? Und sind die Bengals nach 10 Siegen in Folge und als Angstgegner der Chiefs nun plötzlich Favorit in der AFC? Was sind die Schlüssel zum Sieg für die 4 verbleibenden Teams? Die Jungs sagen es euch. Hört rein! Die nächste Folge „Icing the kicker” gibt es am kommenden Donnerstag. Foto Credit: IMAGO / ZUMA Wire

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Den Rest des Spiels bestimmten in souveräner Manier die weiter auf der Erfolgswelle reitenden Eagles: Spielmacher Jalen Hurts lieferte in überragender Manier mit 380 Passing Yards, drei Touchdown-Pässen und einem Touchdown-Lauf ab - sein neunter Rushing TD in dieser Saison. In dieser Kategorie kann nur Bears-Profi Fields mit acht eigenen Spurten in die gegnerische Endzone mithalten. So kommt Hurts immer mehr als künftiger MVP in Frage. Zugleich steht sein nun bei 11:1 stehendes Team unmittelbar vor dem Play-off-Einzug.

Fehlschuss der Giants - Unentschieden!

Zu einem in der NFL sehr seltenen Unentschieden kam es zwischen den beiden starken NFC-East-Kontrahenten Giants und Commanders. Die Gäste aus der US-Hauptstadt Washington hatten hierbei zunächst ein 10:0 verspielt, ehe sie nach einem 13:20-Rückstand nochmals eine Antwort parat hatten. Der 22-jährige Rookie-Receiver Jahan Dotson trickste nach einem Catch einige Gegenspieler frech aus, rannte in die Endzone und buchte somit das Ticket für die Overtime - 20:20.

Bei diesem Spielstand sollte es letztlich bleiben, weil in den zehn Minuten Extrazeit weder Giants (7:4:1) noch Commanders (7:5:1) etwas Großes vollbringen konnten. Am nächsten kam noch New Yorks Kicker Graham Gano, der mit Ablauf der Uhr sein Field Goal aus 58 Yards ein klein wenig zu kurz schoss.

Vikings halten den knappen Vorsprung

Apropos New York: Die fortan bei 7:5 stehenden Jets aus der AFC East stellten sich an diesem Sonntag bei den starken Minnesota Vikings (10:2) vor - und verloren denkbar knapp mit 22:27. Auf einen bereits klaren 3:20-Rückstand antwortete die "Gang Green" mit einer sauberen Aufholjagd: Erst waren Kicker Greg Zuerlein gleich vier Field Goals am Stück zum 15:20-Anschluss gelungen, ehe Vikes-Star Justin Jefferson nach Pass von Kirk Cousins (173 Yards, ein TD) den Vorsprung der Mannen aus Minneapolis wieder auf 28:15 vergrößerte.

Doch die New Yorker gaben sich nicht auf, der nach der Ausbootung von Zach Wilson installierte Mike White (369 Yards) brachte seine Farben trotz zweier Interception erneut ran - mit einem Lauf über ein Yard zum 22:27. In den letzten Minuten probierte man alles, kam aber trotz noch einiger Möglichkeiten auch nahe der Endzone nicht mehr ganz heran ans nicht unrealistische 29:27.

Die Texans und das erste Aus

Der von über 20 Frauen wegen sexueller Belästigung angeklagte und zivilrechtlich freigesprochene Quarterback Deshaun Watson kehrte nach seiner von der NFL verhängten und zwischenzeitlich auf elf Spiele ausgedehnten Sperre zurück auf den Platz - und gab nach 700 Tagen ohne Pflichtspiel-Action ausgerechnet bei seinem Ex-Team, den Houston Texans, sein Comeback. Sieg und Botschaft inklusive. Die Texaner avancierten dabei zum zweiten Mal in Folge zum ersten Franchise, das keine Chance mehr auf die NFL-Endrunde hat.

Wilson kriegt weiterhin kaum etwas gebacken

Das offensive Rätselraten bezüglich der Denver Broncos ging auch in dieser Week 13 weiter. Das Team um den vor der Saison für teures Geld geholten Star-Quarterback Russell Wilson schaffte auch beim Gastspiel bei den Baltimore Ravens (8:4) nichts Weltbewegendes. Mehr als drei Field Goals sprangen über die vollen 60 Minuten Football nicht heraus.

Russell Wilson

Kommt auch nach 13 Spielen mit den Broncos noch nicht in Schwung, lässt den Glanz aus Seahawks-Tagen komplett vermissen: Quarterback Russell Wilson. IMAGO/USA TODAY Network

Das reichte aber dennoch zu einer lange Zeit haltenden 9:3-Führung, weil die Abwehr Denvers einmal mehr ihren Ausnahmestatus als eine der besten Defense-Reihen der Liga untermauerte - und weil den Ravens Spielmacher Lamar Jackson nach einem kassierten Sack wegbrach (Knieverletzung). Tyler Huntley übernahm. Der 24-jährige Ersatzmann tat sich schwer (187 Yards, kein TD, eine Int.), lief allerdings kurz vor Schluss selbst in die Endzone zum 10:9. Somit verlor der in dieser Saison erst bei acht Touchdown-Pässen stehende Wilson (mindestens 20 sind seit 2012 immer gelungen) auch dieses Spiel und stürzte mit seinen Kollegen auf 3:9 ab.

Nach der Partie erklärte Baltimores Trainer John Harbaugh, dass Jacksons Verletzung wohl nicht schwerwiegend sei und dass sein Schützling den Rest der Saison wohl nicht verpassen wird. Eine genaue Diagnose wird nach Untersuchungen am Montag erwartet.

Zwei Touchdowns: St. Brown überragt schon wieder

Gut lief der Spieltag für die Detroit Lions um Amon-Ra St. Brown, der beim 40:14 gegen die Jacksonville Jaguars (4:8) zwei Touchdowns zum fünften Saisonsieg der Lions (5:7) beitrug und insgesamt eine ganz starke Leistung zeigte. Der Deutsch-Amerikaner fing elf Pässe für insgesamt 114 Yards und zwei Touchdowns. In seiner Karriere kommt der jüngere Bruder von Bears-Profi Equanimeous "EQ" St. Brown inzwischen auf zwölf Touchdowns und ist damit der mit Abstand erfolgreichste Deutsche in der NFL-Geschichte.

Und auch Pittsburgh (5:7) durfte jubeln - mit 19:16 gegen Atlanta (5:8). Während Rookie-Quarterback Kenny Pickett beim zweiten Sieg der Steelers am Stück einen Touchdown-Pass warf, verwandelte Kicker und Chris-Boswell-Vertreter Matthew Wright vier Field Goals.

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