Eishockey

Draisaitl & Crosby: Favoriten vor dem Aus

Oilers und Penguins dürfen nicht mehr verlieren

Draisaitl & Crosby: Favoriten vor dem Aus

Leon Draisaitl

Kontraste in Edmonton: Die Blackhawks jubeln, Oilers-Stürmer Leon Draisaitl ist bedient. Getty Images

Oilers: Draisaitls bittere Drei-Punkte-Nacht

Zwei Tore, ein Assist - und trotzdem konnte sich Leon Draisaitl am Ende nicht freuen. Der Grund: Trotz Beteiligung an allen Oilers-Treffern verlor Edmonton mit 3:4 in Spiel 3 gegen die Chicago Blackhawks. Die Partie förderte einmal mehr zu Tage, was das große Problem der favorisierten Oilers ist: Die Superstars Draisaitl (10., 25.) und Connor McDavid (40., im Powerplay) können vorne gar nicht genügend Tore schießen, weil Edmontons schwache Defensive hinten viel zu viel zulässt. Auch in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag war das Erfolgsrezept der Blackhawks eigentlich einfach: Einen Mann vor dem Tor postieren, um den überforderten Goalie Mikko Koskinen (21 Saves, 84,0 Prozent Fangquote) die Sicht zu nehmen sowie für Abfälscher zu sorgen.

Weil es die Oilers immer wieder verpassten, im Gefahrenbereich vor dem eigenen Tor konsequent aufzuräumen, kam Chicago durch Olli Maatta (10.), Jonathan Toews (20., im Powerplay; 59.) und Matthew Highmore (55.) viermal auf die Anzeigetafel und führt in der Best-of-5-Serie nun mit 2:1. Oder anders gesagt: Edmonton steht vor dem Aus und darf nicht mehr verlieren. Sollten sich die Hawks für die Play-offs qualifizieren, käme das einer faustdicken Überraschung gleich. Immerhin würde der Qualirunden-Teilnehmer mit der schlechtesten Punktequote (51,4 Prozent, 12. in der Western Conference) aus der abgebrochenen regulären Saison gegen das am besten gelistete Team (58,5 Prozent, 5.) weiterkommen.

Penguins: "Siegen oder nach Hause fahren"

Sidney Crosby & Paul Byron

Pittsburghs Superstar Sidney Crosby (#87) muss zusehen, wie Montreals Paul Byron (#41, hinten) das Siegtor schießt. Getty Images

Ein solches Schicksal könnte auch den Pittsburgh Penguins (62,3 Prozent, 5.) gegen die Montreal Canadiens (50,0 Prozent, 12.) drohen: In Spiel 3 mussten sich die hochfavorisierten Pens um Superstar Sidney Crosby mit 3:4 dem krassen Außenseiter aus Quebec geschlagen geben. Dabei verspielten die Stahlstädter einen zwischenzeitlichen 3:1-Vorsprung: Die Habs drehten die Partie dank Jonathan Drouin (31.), Paul Byron (36.) sowie Jeff Petry (46.) und brauchen nur noch einen Sieg zur Sensation und der damit verbundenen Play-off-Qualifikation. "Wir stehen mit dem Rücken zur Wand", weiß Pittsburghs Trainer Mike Sullivan. "Wir müssen gewinnen oder nach Hause fahren. Unsere Jungs wissen, was auf dem Spiel steht. Wir waren schon vorher in diesen Situationen. Wir müssen unser bestes Spiel abliefern." Das gilt insbesondere auch für Torwart Matt Murray, der einen gebrauchten Tag erwischte (27 Saves, 87,1 Prozent Fangquote).

Lightning: Johnson macht spät den Unterschied

NHL Endrunde 2020

In der Round Robin lieferten sich die Boston Bruins und der Tampa Bay Lightning ein hochklassiges wie heißes Duell - mit dem besseren Ende für die Bolts, die sich mit 3:2 durchsetzten. Tampa erwischte durch Tore von Brayden Point (8.) und Alex Killorn (11., im Powerplay) den besseren Start, dann antwortete Boston mit Charlie McAvoy (37.) und Chris Wagner (42.). Den Siegtreffer für den Lightning erzielte kurz vor Schluss Tyler Johnson (59.). Die Bruins können in der Platzierungsrunde nach zwei Niederlagen maximal noch Rang drei erreichen. Die Bolts haben dagegen gute Chancen auf Platz 1, was bis zum Eastern-Conference-Finale die vermeintlich "leichtesten" Gegner bedeuten würde.

Avalanche: Shutout ohne Grubauer

Eindeutig gestaltete die Colorado Avalanche das Round-Robin-Match gegen die Dallas Stars und landete einen klaren 4:0-Sieg. Cale Makar (4., im Powerplay), Joonas Donskoi (16.), Vladislav Namestnikov (38.) und Andre Burakovsky (42., im Powerplay) sorgten vorne für die Avs-Tore. Hinten hielt Pavel Francouz seinen Kasten sauber und feierte einen 27-Save-Shutout. Das Rennen um den Platz zwischen Pfosten bleibt spannend: Der Rosenheimer Philipp Grubauer hat in Francouz einen starken Konkurrenten. Wer erhält in den Play-offs den Start?

Abendspiele: Islanders und Predators kassieren Rückschläge

zum Thema:

In den frühen Spielen verpassten die Deutschen Tom Kühnhackl und Thomas Greiss mit den New York Islanders die vorzeitige Play-off-Qualifikation durch eine 2:3-Niederlage gegen die Florida Panthers. Eng wird es auch für Korbinian Holzer und die Nashville Predators, die beim 1:4 gegen die Arizona Coyotes schon die zweite Niederlage kassierten.

Ergebnisse Stanley Cup Qualifikationsrunde (Best-of-5):

Florida Panthers - New York Islanders 3:2 (Serien-Stand: 1:2)
Arizona Coyotes - Nashville Predators 4:1 (Serien-Stand: 2:1)
Montreal Canadiens - Pittsburgh Penguins 4:3 (Serien-Stand: 2:1)
Chicago Blackhawks - Edmonton Oilers 4:3 (Serien-Stand: 2:1)

Ergebnisse Round Robin (Platzierungsrunde):

Boston Bruins - Tampa Bay Lightning 2:3
Dallas Stars - Colorado Avalanche 0:4

Teilnehmerfeld NHL Play-offs 2020 (9/16):

Boston Bruins, St. Louis Blues, Colorado Avalanche, Tampa Bay Lightning, Washington Capitals, Philadelphia Flyers, Vegas Golden Knights (alle Round Robin), Carolina Hurricanes (Qualifikationsrunde).

Christian Rupp