DFB-Pokal

Dost und Silva: Ein altes Duo neu geboren

Frankfurts Stürmer tanken Selbstvertrauen

Dost und Silva: Ein altes Duo neu geboren

André Silva und Bas Dost

Erfolgreiches Sturmduo: André Silva und Bas Dost. picture alliance

Wenn selbst ein erfahrener Verteidiger wie Martin Hinteregger im Nachhinein froh ist, dass keine Fans im Stadion waren, sagt das einiges darüber aus, wie schwer sich Frankfurt im Duell mit dem Drittligisten in der ersten Pokalrunde tat. "Glücklicherweise war das Stadion leer, sonst hätte nach dem Tor zum 2:1 die Hütte gebrannt und es wäre noch mal richtig spannend geworden", vermutet der Österreicher. Aus seiner Sicht ist das nur allzu verständlich, von außen betrachtet ist es freilich schade, dass die Ränge im Grünwalder Stadion wie auch in vielen anderen Stadien leer bleiben mussten. Ein ausverkauftes Haus hat schon so manchen Underdog beflügelt. Diese Erfahrung machten die Frankfurter zuletzt vor zwei Jahren beim Erstrundenaus in Ulm.

Diesmal konnten die Hessen froh sein, für das vor allem vor der Halbzeit unansehnliche und fehlerbehaftete Gekicke nicht bestraft worden zu sein. "In der ersten Hälfte konnten wir nicht so die Spannung aufbauen", räumt Bruno Hübner ein. Der Sportdirektor bemängelt außerdem die fehlende Cleverness nach dem zweiten Treffer: "Wenn du 2:0 führst, musst du so überlegen sein, dass du noch das dritte und das vierte Tor machst." Das sieht auch Dost so. "Ich finde es schade, dass wir nach dem 2:0 nicht weitergemacht und am Ende noch Probleme bekommen haben", findet der Angreifer.

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Doch auch wenn sich die Eintracht "sicher nicht in Bestform" (Hinteregger) präsentierte, war nicht alles schlecht. Zu Beginn der zweiten Hälfte spürte man deutlich, dass ein Ruck durch die Mannschaft ging. Plötzlich spielte die Eintracht konzentrierter und überlegter, der Klassenunterschied war in dieser Phase deutlich zu erkennen. Binnen fünf Minuten machten Dost und Silva kurzen Prozess mit den Löwen. In der 51. Minute war zunächst der Portugiese zur Stelle und verwertete eine Dost-Vorlage zum 1:0, in der 56. Minute köpfte der Niederländer wiederum eine Vorlage seines Sturm-Partners zum 2:0 ins Netz. "Unsere Stürmer waren im entscheidenden Moment da und haben sich das Selbstvertrauen für die Liga geholt", resümiert Hübner erfreut.

Vergangene Saison standen Dost und Silva wettbewerbsübergreifend in nur sieben Spielen gemeinsam in der Startelf - fünfmal in der Bundesliga und zweimal in der Europa League. "Das Problem war, dass es immer wieder Verletzungen oder Krankheiten gab", erinnert sich Dost. Der neuen Saison blickt er mit großer Zuversicht entgegen: "Wir sind jetzt einfach gut drauf, das haben wir im Pokal gezeigt. Ich finde aber, dass wir noch mehr können. Ich will dieses Jahr richtig Gas geben. Die Verletzungen bleiben hoffentlich weg." Es ist zu erwarten, dass Trainer Adi Hütter das Sturmduo Dost/Silva auch am 1. Spieltag im Heimspiel gegen Arminia Bielefeld von der Leine lässt. Die anderen beiden Angreifer im Kader, Goncalo Paciencia und Ragnar Ache, werden sich voraussichtlich über Joker-Einsätze empfehlen müssen.

Julian Franzke

kicker.tv - O-Ton

"Acht Tore eine Enttäuschung" - Fitter Dost hofft auf neue "geile Saison"

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