Bundesliga

Dortmunds Lehren aus einem "sehr guten Spiel" ohne Ertrag

Borussias Offensiv-Quartett kommt diesmal kaum zur Entfaltung

Dortmunds Lehren aus einem "sehr guten Spiel" ohne Ertrag

Erling Haaland ist Stürmer beim BVB.

Dieses Mal ging fast nichts: Dortmunds Stürmer Erling Haaland geht in Augsburg wie der gesamte BVB leer aus. imago images

Die Borussen hatten beim FC Augsburg bei fast allen statistischen Daten Vorteile - eklatante 80 Prozent Ballbesitz, eine Passquote von 91 Prozent und 18:6-Torschüsse verzeichnete der BVB. Man konnte also durchaus der bei "Sky" geäußerten Einschätzung von Mats Hummels zustimmen, wonach die Dortmunder "in vielen Bereichen ein sehr gutes Spiel gemacht" haben.

Doch wusste der Kapitän der Schwarz-Gelben schon auch, dass man mit all dem Ballbesitz auch etwas anfangen muss. "Wir haben aus den Situationen zu wenig Chancen kreiert - und die, die wir hatten, haben wir nicht genutzt", so der 31-jährige Ex-Nationalspieler, der selbst einmal an einer herausragenden Tat von Schlussmann Rafal Gikiewicz verzweifelte. Am Ende stand ein arg enttäuschendes 2:0 für den FCA zu Buche.

Und damit wären wir bei den jungen Wilden in der Riege der Favre-Elf. Im Offensiv-Quartett sind die Stürmer Erling Haaland und Jadon Sancho mit ihren jeweils 20 Jahren schon die erfahrenen Kräfte, Giovanni Reyna und Jude Bellingham in der Reihe dahinter sind beide erst 17. Furioses und Falsches liegt auf dem Platz dabei manchmal nur Bruchteile von Sekunden auseinander - in Augsburg konnten sich die zuletzt Hochgelobten gegen die physisch wuchtig auftretende FCA-Defensive kaum entscheidend durchsetzen. Zu oft fehlte es an der Präzision beim letzten Pass.

Diesmal prallt Haaland ab und sieht erstmals Gelb

Dies galt an diesem Nachmittag auch für Haaland, der an Augsburg beste Erinnerungen hatte. Schließlich bestritt der Norweger vor 252 Tagen hier sein Bundesliga-Debüt und verwandelte als Joker mit drei blitzsauberen Toren in 23 Minuten einen 1:3-Rückstand fast im Alleingang in einen 5:3-Sieg. Diesmal prallte Haaland an den einsatzfreudigen Augsburgern mehrfach ab und konnte sich kaum in Szene setzen: 19 Ballkontakte und zwei Torschüsse waren angesichts einer phasenweise klar überlegenen Dortmunder Mannschaft kein Ruhmesblatt. Passend dazu, dass der Torjäger nach einer Rangelei mit Jeffrey Gouweleeuw erstmals in seiner kurzen Bundesliga-Karriere die Gelbe Karte sah.

Der nächste Härtetest für die "Mustangs"

Es ist ein früher Dämpfer, den die Dortmunder in Augsburg kassiert haben. Einer, der mit Sicherheit nicht eingeplant war bei der Herausforderung des FC Bayern in der Titelfrage. Es könnte aber einer sein, der sich als sehr lehrreich erweist, denn möglicherweise werden aus den von Mehmet Scholl nach dem Gladbach-Spiel geadelten "wilden Mustangs" durch solch "schwer zu akzeptierende Niederlagen" (BVB-Coach Favre) schneller echte Rennpferde, die das Marathonrennen zur Meisterschale nicht scheuen müssen.

Wie hoch dabei die Messlatte liegt, können die Dortmunder schon in vier Tagen austesten, denn dann warten die Münchner im Supercup (Mittwoch, 20.30 Uhr, LIVE! bei kicker). Es geht um einen Titel, ums Prestige - aber für den BVB auch um die Frage: Wie können wir mithalten?

bst

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