Champions League

Atalanta scheitert mit Pechvogel Gosens - Ärger um Halbzeitpfiff

Atalanta-Trainer verteidigt Aufstellung

Doppel-Pechvogel Gosens - Ärger um den Halbzeitpfiff

Langes Bein: Robin Gosens (vorn) gegen Lucas Vasquez.

Langes Bein: Robin Gosens (vorn) gegen Lucas Vasquez. imago images

Real Madrid, hatte Robin Gosens im Vorfeld im kicker-Interview angekündigt, werde Atalanta Bergamo am Dienstagabend erst richtig kennenlernen. Doch weil sich der Serie-A-Klub dann nicht von seiner besten Seite zeigte, beendete Real dieses Kennenlernen recht nonchalant.

"Wir haben nicht das Spiel gezeigt, das wir uns erhofft hatten", haderte Trainer Gian Piero Gasperini nach der 1:3-Niederlage bei Real, die nach dem 0:1 vor zwei Wochen das Champions-League-Achtelfinalaus ziemlich deutlich besiegelte. "Es ist in die falsche Richtung gelaufen."

Gosens muss früh raus - Gasperini hadert mit mangelnder "Kommunikation"

Wie schon im Hinspiel vergab Atalanta früh die Gelegenheit für einen anderen Spielverlauf. Hatte damals Remo Freuler bereits in der 17. Minute für eine Notbremse Rot gesehen, war es diesmal Gosens, der in der dritten Minute - mit seinem einzigen Torschuss im Spiel - die dicke Chance zur Führung vergab.

Dass er in der 57. Minute mit einer Oberschenkelverletzung vom Feld musste, rundete den unglücklichen Abend des Nationalspielers ab, der ansonsten nicht enttäuscht hatte (Passquote 82 Prozent, Zweikampfquote 100 Prozent). Insgesamt machte Atalanta Real das Weiterkommen aber leichter als erwartet.

"Wir waren im Passspiel nicht gut, nicht präzise genug", bilanzierte Gasperini bei "Sky Sport Italia", es sei unter dem sonstigen Niveau gewesen. "Das Passspiel ist die Sprache einer Mannschaft. Wenn man den Ball nicht gut bewegt, kommuniziert man nicht gut. Wir haben viele Gelegenheiten, Chancen herauszuspielen, vergeudet."

Überraschende Startelf: Gasperini dachte sogar schon an die Verlängerung

Dass seine überraschende Aufstellung etwas damit zu tun gehabt haben könnte, wies Gasperini von sich. Duvan Zapata hatte zunächst nur auf der Bank gesessen, genauso wie Josip Ilicic, der Atalanta im Vorjahr mit einem Viererpack in Valencia ins Viertelfinale geschossen hatte.

Er habe das Spiel offenhalten und dann mit seinen Jokern nachlegen wollen, erklärte Gasperini seinen Plan, "auch in einer Verlängerung". Er würde die Entscheidungen genau so wiedertreffen, betonte er: "Ich bereue die Art, wie wir die Tore bekommen haben, mehr als alles andere."

Makkelie im Fokus: Früher Halbzeitpfiff statt Großchance

Den Schiedsrichter jedenfalls machte keiner bei Atalanta für das Aus verantwortlich. Trotzdem sorgte - nach Tobias Stieler mit dem frühen Platzverweis im Hinspiel - diesmal Danny Makkelie für Ärger bei den Gästen. Im Zentrum: dessen Halbzeitpfiff, der auch viele Fans verwunderte.

Der Niederländer hatte die erste Hälfte nicht nur bereits bei Minute 44:59 beendet, sondern auch noch in dem Moment, als Ruslan Malinovskyi aus dem Mittelkreis einen herrlichen Steilpass genau in den Lauf von Luis Muriel spielte, der wohl alleine auf Keeper Thibaut Courtois zugesteuert wäre.

Es passte zu einem Achtelfinale, bei dem Atalanta hinterher das Gefühl nicht loswurde: Irgendwie wäre mehr drin gewesen. Umso klarer ist der Blick nach vorn. In der Serie A winkt die dritte Champions-League-Qualifikation hintereinander - und im Coppa-Italia-Finale nach dem Pokalsieg 1963 der zweite Klubtitel überhaupt.

jpe