Bundesliga

Dominguez erhebt schwere Vorwürfe gegen Gladbach

Eberl um Deeskalation bemüht

Dominguez erhebt schwere Vorwürfe gegen Gladbach

"In Gladbach gab es keine Menschlichkeit": Alvaro Dominguez.

"In Gladbach gab es keine Menschlichkeit": Alvaro Dominguez. imago

Den Abschied von seiner Karriere als Sportler gab er noch ohne größere Misstöne via Video bekannt. Zwei Tage später schlägt aber ein Interview ein, dass er der spanischen Marca gegeben hat. In Deutlichkeit sind die Aussagen kaum zu überbieten. Der Klub habe ihn wider besseren Wissens über die Schwere seiner Verletzung im Unklaren gelassen, sagte Dominguez der spanischen Sportzeitung Marca. Er sei respektlos behandelt worden. "In Gladbach gab es keine Menschlichkeit." Dominguez erwägt offenbar sogar, gegen die Borussia zu klagen.

Eberl reagierte auf die Vorwürfe, die im Verein niemand "verstehen noch nachvollziehen" könne. "Wir haben natürlich vollstes Verständnis für seine Emotionen nach dieser für ihn so schwerwiegenden Entscheidung, aber ich kann so viel sagen, dass unser Ärzteteam medizinisch alles Menschenmögliche getan hat, um ihm zu helfen", beharrt Eberl.

Ich hatte das Gefühl: Ich war da, als der Klub es brauchte. Und er ließ mich hängen, nachdem ich mich für die Mannschaft umgebracht hatte und vor Schmerzen starb.

Alvaro Dominguez im Interview mit der Marca

Doch an dieser Stelle steht Aussage gegen Aussage. Denn Dominguez beschreibt die Situation anders. Der 27-Jährige sagte, die Ärzte der Borussia hätten seine Probleme nicht ernst genommen. Es habe geheißen, er solle sich keine Sorgen machen und sich von den Medizinern fitspritzen lassen. Weitere Untersuchungen seien nicht erfolgt - trotz der Schmerzen habe der Verein gefordert, dass er weiterspiele.

Auf private Kosten habe er daraufhin Spezialisten in ganz Europa aufgesucht, unter anderem Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt. Der habe ihm angeblich sofort zu einer Operation geraten. Nach insgesamt zwei Rückenoperationen musste er am Dienstag dann seine Karriere endgültig beenden.

Zeitweise habe er sich keine halbe Stunde auf den Beinen halten können, Freunde hätten für ihn einkaufen und kochen müssen. "Das führte auch zu einer Depression", sagte der ehemalige Nationalspieler. Eberl gab sich in seinem Statement um Deeskalation bemüht und unterstrich: "Wir sind für Alvaro da."

tru/sid/dpa