Bundesliga

Ein Wolfsburg-Problem: In der Schlussphase fehlt die Puste

Der VfL traf nur zweimal in den letzten 15 Minuten

Doch nicht fit? Ein Wolfsburg-Problem: In der Schlussphase fehlt die Puste

Wieder kein Tor in der Schlussphase: Dodi Lukebakio (li.) und Wout Weghorst.

Wieder kein Tor in der Schlussphase: Dodi Lukebakio (li.) und Wout Weghorst. imago images/Christian Schroedter

Gegen Hertha BSC (0:0) fiel es am vergangenen Wochenende wieder einmal auf. Lief der VfL Wolfsburg seinen Gegner anfangs hoch an und brachte sich so in gute und aussichtsreiche Pressingsituationen, so wurde dies mit zunehmender Spieldauer immer weniger. Eine Frage der Kraft, der fehlenden Ausdauer? Trainer Florian Kohfeldt, der den VfL Ende Oktober für den entlassenen Mark van Bommel übernahm und Versäumnisse bezüglich des Fitnesszustandes seiner Mannschaft kaum ausgleichen konnte, wollte das nicht bestätigen ("Ich glaube nicht, dass es eine Fitnessfrage ist"), sondern verpackte die schmerzhafte Wahrheit in positiven Worten an den Gegner.

"Man muss auch die Hertha loben, die sich verändert hat in der Spieleröffnung. Diesen Schritt in dem Spiel wieder anzupassen, über Passwege, über Deckungsschatten in Drucksituationen zu kommen, haben wir nicht geschafft." Trotzdem, wirft der Trainer ein, habe sein Team Bälle in anderen Zonen gewonnen, "wo aber", das räumt er auch ein, "der Weg zum Tor deutlich weiter war".

Nur zwei Tore in der Schlussviertelstunde

Und genau das ist ein Problem, das sich in Zahlen bemessen lässt. Die Ballgewinne in der Defensive steigert der VfL nach der Pause im Durchschnitt zwar von 43,2 Prozent auf 51,2 Prozent, in den beiden Zonen davor gehen die Werte jedoch nach unten. Im Zentrum von 47,9 auf 42,6 Prozent, in der Offensive von 8,9 auf 6,2 Prozent. Auch die Wolfsburger Zweikampfquote rast nach dem Seitenwechsel in den Keller. Sind es 54 Prozent gewonnene Duelle in den ersten 45 Minuten, so verschlechtert sich der Wert auf 49,9 Prozent.

Vor allem in der Schlussphase scheint dem VfL dann die Puste auszugehen. Wenn andere Teams noch mal zulegen können und Spiele in den letzten Minuten zu ihren Gunsten drehen, kommt von der Kohfeldt-Mannschaft kaum noch etwas. Wolfsburg hat lediglich zwei Tore in der Schlussviertelstunde erzielt - so wenige wie kein anderes Team in der Liga.

Thomas Hiete