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Diop ebnet den Weg: Bremer SV ringt Kiel II nieder

Regionalliga Nord - 12. Spieltag

Diop-Doppelpack ebnet den Weg: Bremer SV ringt Kiel II nieder

Lamine Diop (Bremer SV) erzielte beim 3:2 gegen Holstein Kiel II zwei Tore.

Lamine Diop (Bremer SV) erzielte beim 3:2 gegen Holstein Kiel II zwei Tore. IMAGO/Lobeca

Der Bremer SV ist endgültig in der Regionalliga Nord angekommen. Nach dem bravourösen 4:0-Erfolg über den VfV Hildesheim in der Vorwoche knüpfte der Aufsteiger nahtlos an die stark aufsteigende Formkurve an und schlug auch die Profi-Reserve von Holstein Kiel in einer dramatischen Partie mit 3:2 - der dritte Bremer Sieg in den letzten vier Partien.

Vor allem im ersten Durchgang zeigte der BSV dabei am heimischen Panzenberg eine bärenstarke Vorstellung und erwischten einen Traumstart. Bereits in der 5. Spielminute bekamen die Hausherren einen Elfmeter zugesprochen, den Lamine Diop eiskalt im Kieler Gehäuse versenkte. Als Kaiser in der 32. Minute dann auch noch auf 2:0 erhöhte, deutete sich bereits an, in welche Richtung das Pendel an diesem bewölkten Nachmittag ausschlagen würde. Quasi mit dem Pausenpfiff war Kiel jedoch plötzlich zurück im Spiel. Voß wurde nicht entscheidend gestört und verkürzte zum 1:2-Pausenstand.

Wie schon in Durchgang eins gebührte das erste Wort nach dem Seitenwechsel aber den Hausherren - und erneut war es Diop, der den alten Zwei-Tore-Abstand wiederherstellte. In der Folge wurde die Partie rassiger und spätestens mit dem erneuten Kieler Anschlusstreffer in der 74. Minute durch Moumouni brannte der Rasen im Norden Bremens. Kiel witterte seine Chance, eventuell doch noch einen Zähler aus der Hansestadt mitzunehmen, der Aufsteiger verteidigte aber leidenschaftlich und schaukelte das Ergebnis, trotz fast zehnminütiger Nachspielzeit, über die Zeit.

Flensburg mit Mühe

Der Samstag brachte in der Regionalliga Nord drei Spiele hervor. Allen voran wollte der SC Weiche Flensburg 08 im Heimspiel gegen Teutonia Ottensen zur Spitzengruppe aufschließen. Die Leistungen beim Tabellendritten schwankten zuletzt jedoch stark, vor allem zuhause tat sich Weiche immer wieder schwer. Und auch im Heimspiel gegen die Teutonen, die den eigenen Ansprüchen bislang meilenweit hinter hecheln, sollte es eine schwierige Angelegenheit werden. Generell tat sich der Favorit in der Anfangsphase schwer, in die Partie zu finden. Ganz anders die Gäste: Immer wieder tauchten sie gefährlich vor dem Kasten von Österbaek auf. Erst setzte Weidlich einen Kopfball knapp neben den Kasten (12.) . Kurz darauf musste Österbaek bei einem Kopfball von Steinwender schon seine ganze Klasse unter Beweis stellen, um die nun fast schon überfällige Gäste-Führung zu verhindern (17.). In der 37. Minute war es dann aber schließlich so weit. Einen mustergültig vorgetragenen Konter verwertete Berisha zur 1:0-Halbzeitführung.

War die Führung bis zu diesem Zeitpunkt hochverdient, bekamen die rund 700 Zuschauer im Manfred-Werner-Stadion eine komplett andere zweite Hälfte zu Gesicht. Die Hausherren nämlich kamen mit viel Dampf aus der Kabine und zeigten nun eine völlig andere Körpersprache als noch in den ersten 45 Minuten. Konnte Zummack einen Kopfball von Kramer kurz nach Wiederanpfiff noch parieren (49.), war er wenige Minuten später machtlos. Wieder war es Kramer, der im glänzend parierenden Keeper seinen Meister fand, den folgenden Abpraller jagte Schulz aber kompromisslos unter die Latte - 1:1 (58.). Weiche, fortan klar spielbestimmend, kombinierte sich in dieser Druckphase immer wieder bis ins letzte Drittel. Allein Zummack und dem nach einem Cornils-Kracher im Weg stehenden Querbalken war es zu verdanken, dass es zu diesem Zeitpunkt noch 1:1 stand. Wenn es mit feinen Kombinationen nicht klappen will, muss dann eben manchmal eine Individualleistung herhalten, um eine Partie zu drehen. In der 72. Minute zog Cornils aus der Distanz einfach mal ab und knallte das Leder in den Winkel - ein Traumtor. Die Mannschaft von David Bergner war folglich geschlagen, oder doch nicht? Eigentlich deutete alles darauf hin, dass die Gäste dem zweiten Flensburger Treffer nichts mehr entgegenzusetzen hatten. Weil die Hausherren aber weitere Chancen auf den Knockout liegen ließen und man sich in der Nachspielzeit einen Lapsus im eigenen Sechzehner leistete, war es Steinwender, der einen Elfmeter zum ganz späten Ausgleichstreffer in die Maschen zimmerte (90.+5). Dann war Schluss.

Überhaupt nichts anbrennen ließ derweil der 1. FC Phönix Lübeck in seinem Gastspiel beim Aufsteiger Kickers Emden. Mit 3:0 siegte die Mannschaft von Oliver Zapel beim Schlusslicht und katapultierte sich damit ins obere Tabellendrittel. Schon nach den ersten 45 Minuten hatte sich dabei bereits angedeutet, in welche Richtung das Pendel an diesem Nachmittag ausschlagen würde. Auf den Führungstreffer von Ulbricht, der einen Strafstoß sicher im Kickers-Kasten versenkte (33.), ließ Farahnak nur fünf Zeigerumdrehungen später einen weiteren Einschuss folgen. Mit einer bequemen 2:0-Führung im Rücken spielte Lübeck den Stiefel nach dem Seitenwechsel souverän runter und machte in der 75. Minute in Person von Ciapa den Deckel drauf.

In der letzten Partie des Samstag löste der SSV Jeddeloh II seine vermeintliche Pflichtaufgabe bei der abstiegsbedrohten Profi-Reserve des FC St. Pauli alles andere als souverän. Lange sah es nämlich danach aus, als würden die Hamburger den hochfavorisierten Hausherren ein Bein stellen. In der 7. Spielminute schoss Imsak die Gäste in Front. Zwar glich Jeddeloh II noch vor der Pause durch Fernandes aus (36.), über weite Strecken lieferten sich beide Teams aber einen offenen Schlagabtausch. Im Stile einer Spitzenmannschaft zeigte sich der SSV trotz einer lange offenen Partie geduldig und verdiente sich dadurch in der Schlussphase den Lucky-Punch. Andrijanic drehte in der 73. Minute das Spiel und markierte sogleich den 2:1-Endstand.

Drochtersen/Assel patzt und verliert Tabellenspitze

Am Freitagabend stand in der Regionalliga Nord das Titelrennen im Fokus. Drochtersen/Assel war zu Gast in Rehden und musste durch ein torloses 0:0 den Platz an der Sonne wieder an den VfB Lübeck abgeben.

Die Grün-Weißen begannen ihr Heimspiel gegen Atlas Delmenhorst druckvoll und gingen verdient in der 10. Minute durch Löhden in Führung, der einen Ball von Plume aufnahm und nicht lange fackelte. Facklam vergab wenig später das 2:0 aus kurzer Distanz, was Schindler, der Torwart Kirschke aus der Distanz auf dem falschen Fuß erwischte, den Ausgleich ermöglichte (21.). Nun ging ein deutlicher Bruch durch das Spiel der Gäste. Erst in der Schlussphase konnte der VfB diesen wieder kitten. Neun Minuten vor Abpfiff brachte Hovi seinen Farben per Kopf wieder in die Spur. In der Nachspielzeit machte Taritas mit seinem Schlenzer den Sack zu. Die Lübecker liegen nun bei zwei Spielen weniger mit einem Punkt vor D/A.

Zudem kam es freitags zum Verfolgerduell zwischen Hannover 96 II und dem VfV Hildesheim. Dem Hannoveraner Nachwuchs gelang ein verdienter 2:0-Erfolg, den Momuluh (33.) und Evina (73.) mit ihren Treffern einläuteten. Hildesheims Sieglos-Serie hält damit weiter an, obwohl man nach der Ampelkarte von Arkenberg sogar über 35 Minuten in Überzahl agierte.

Norderstedt kämpft gegen den Trend

Am Sonntag stehen dann noch zwei weitere Begegnungen an. Eintracht Norderstedt kämpft zuhause gegen den Trend und würde nach zuletzt vier sieglosen Spiel gegen den Werder-Nachwuchs sicherlich gerne mal wieder ein Spiel gewinnen, um den Abstiegsplätzen zu entfliehen. Verzichten muss die Eintracht dabei auf Kang-Min Choi, für den das Fußball-Jahr wohl beendet ist. Der Rechtsaußen knickte gegen Phönix Lübeck bei einem eigenen Foul unglücklich um und erlitt Bänderrisse im Sprunggelenk.

Des Weiteren treffen der Bremer SV und Holstein Kiel II aufeinander. Beide konnten sich in den vergangenen Wochen aus der Gefahrenzone arbeiten. Um ihre Nichtabstiegsplätze zu sichern, braucht es im direkten Duell allerdings für beide einen Erfolg.

BW Lohne gewinnt Kellerduell in Havelse

Blau-Weiß Lohne gastierte bereits am Mittwochabend zum Kellerduell in Havelse und sicherte sich drei wichtige Punkte beim direkten Abstiegskonkurrenten. Mit dem zweiten Erfolg in Serie kletterte der Aufsteiger zumindest bis zum Wochenende auf einen Nichtabstiegsplatz. Bei Havelse dagegen ist der Effekt des Trainerwechsels schon verpufft.

Der Dreier für die Gäste ging völlig in Ordnung. Demaj stellte nach 25. Minuten die Weichen. Bis zur Pause tat sich dann nur noch wenig vor beiden Toren. Mitte des zweiten Durchgangs ging es zeitweise hin und her, treffen sollte aber zunächst kein Team. Einen Schockmoment hatte Lohne in der Schlussphase noch zu überstehen, als ein Seitfallzieher an den Pfosten klatschte (77.). Danach erhöhten die Gäste noch einmal die Schlagzahl. Tönnies traf schließlich vier Minuten vor dem Ende zur Vorentscheidung, ehe ein Schleef-Eigentor zum 0:3-Endstand aus TSV-Sicht führte (89.). 

dw/stw/luk

Die Trainer in der Regionalliga Nord