Bundesliga

Diogo Leite und die Parallelen zwischen Union und Porto

Neuer Innenverteidiger spricht über sein Idol

Diogo Leite und die Parallelen zwischen Union und Porto

Neu bei Union Berlin: Diogo Leite.

Neu bei Union Berlin: Diogo Leite. IMAGO/Matthias Koch

Aus Unions Trainingslager in Neukirchen am Großvenediger berichtet Andreas Hunzinger

Der erste Abend mit den neuen Kollegen war für Diogo Leite gleich mal ein besonderer. Am Samstag war die Leihe des portugiesischen Innenverteidigers vom FC Porto zum 1. FC Union Berlin perfekt gemacht worden und der Abwehrspieler war im Trainingslager der Eisernen aufgetaucht. Der erste echte Kontakt mit seinen neuen Kollegen fand gleich im Rahmen des Mannschaftsabends statt.

"Für mich war es gut, meine Teamkollegen auf diese Weise kennengelernt zu haben", sagte Diogo Leite am frühen Montagnachmittag in einer Medienrunde. Der neue Mann selbst erfüllte ebenfalls gleich seine Novizen-Pflicht und lieferte die obligatorische Gesangeinlage - einen brasilianischen Song.

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Wie die stimmlichen Qualitäten des neuen Verteidigers sind, ist nicht überliefert. Aber Diogo Filipe Monteiro Pinto Leite, wie Unions jüngster Zugang mit vollem Namen heißt, soll ja auch auf dem Fußballplatz helfen. Und da sehen die Verantwortlichen der Eisernen großes Potenzial bei dem Neuen. Unions Geschäftsführer Profifußball Oliver Ruhnert sieht in Diogo Leite "einen sehr interessanten Spieler mit einem guten linken Fuß im Aufbau und einem sehr guten Antizipieren von Spielsituationen".

Der 23-Jährige selbst glaubt, dass sein Spielstil gut zu Union und nach Deutschland passt. "Mit meiner Art zu spielen bin ich jetzt in der richtigen Liga", sagt er, "als ich gehört habe, dass es die Möglichkeit, hier her zu kommen, war ich sehr froh. Union ist ein besonderer Klub, die Bundesliga ist eine der besten Ligen. Jedes Match ist sehr umkämpft, es ist sehr schwierig, ein Spiel zu gewinnen."

Gegen Grill und Jaeckel verlor Diogo Leite mit der U 21

Dass sein neuer Arbeitgeber kein ganz gewöhnlicher Klub ist, hat Diogo Leite bereits mitbekommen. "Ich wusste, dass Union ein Verein ist, bei dem die Verbindung zwischen Fans und Mannschaft sehr eng ist. Ich mag das. Ich habe mir einige Videos angeschaut, wie die Mannschaft nach den Spielen zu den Fans geht und feiert. Ich mag das, das war in Porto auch so."

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Mit Rani Khedira und Christopher Trimmel teilt der neue Defensivspezialist im Trainingslager in Neukirchen das Appartement. "Das ist am Anfang sehr wichtig", betont Diogo Leite, "sie helfen mir, dass ich mich wohl fühle. Ich bin sehr froh darüber. Die Kollegen versuchen, mich sofort in die Gruppe aufzunehmen." Zwei seiner neuen Mitspieler kennt der 1,90 Meter große und 82 Kilo schwere Profi bereits aus der jüngeren Vergangenheit als Gegner. Bei der U-21-EM 2021 in Slowenien und Ungarn unterlag Portugal der DFB-Auswahl im Finale 0:1, und zum Kader des deutschen Teams gehörten Unions neuer Torwart Lennart Grill und Verteidiger Paul Jaeckel.

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Mit Letzterem wird sich Diogo Leite, der in der vergangenen Saison von Porto an Sporting Braga ausgeliehen war und für ein Jahr nun nach Berlin-Köpenick verliehen wurde, auch um eine Position in der Abwehrzentrale der Eisernen streiten. Wobei der Portugiese als Linksfuß eher mit Dominique Heintz und Rick van Drongelen in Konkurrenz tritt. Dem Umstand, dass Union derzeit abseits des erkrankten Timo Baumgartl sechs Innenverteidiger im Kader hat, begegnet Diogo Leite gelassen.

Vorbild Pepe: "Er spielt, als wäre er 20"

"Jeder will spielen, aber das ist ein guter Wettkampf. Ich muss alles geben, um zu spielen", sagt er, und wenn das jeder im Team tue, dann helfe das Union auch, erfolgreich zu sein. Der neue Abwehrspieler will natürlich einen festen Platz im Team. Idealerweise auf seiner Leib- und Magen-Position. "In der Viererkette bin ich linker Innenverteidiger, in einer Dreierkette fühle ich auf der mittleren Position am wohlsten", bekennt er, fügt aber an: "Ich kann aber auch links spielen. Alles, was ich will, ist spielen."

Managerspiel

Erstmal muss der neue Mann aber seinen körperlichen Rückstand aufholen, weil er im Vergleich zu seinen neuen Kollegen erst später in die Vorbereitung eingestiegen ist. "So bald die möglich", will der Mann, der den portugiesischen Nationalverteidiger Pepe (39, FC Porto, früher Real Madrid) als sein Idol bezeichnet ("Pepe ist einer der besten Innenverteidiger, die ich je gesehen habe. Er ist 39, spielt aber, als wäre er 20 Jahre alt“), physisch in Bestform sein. Dann will er sich den Platz im Team holen. Am liebsten schon im Derby am 1. Spieltag gegen Hertha BSC.

Andreas Hunzinger

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