Olympia

Diese Abstellung war eine Peinlichkeit

Kommentar zum Aus der deutschen Olympia-Fußballer

Diese Abstellung war eine Peinlichkeit

Früh ausgeschieden: Cedric Teuchert und die deutsche Olympia-Mannschaft haben die K.-o.-Runde verpasst.

Früh ausgeschieden: Cedric Teuchert und die deutsche Olympia-Mannschaft haben die K.-o.-Runde verpasst. Getty Images

Mit Blick auf die kuriosen Umstände rund um die Nominierung und Vorbereitung auf das Turnier im Eilverfahren wäre das Erreichen des Viertelfinales im Grunde die größere Überraschung gewesen. Sicherlich hätte man auch dieser bunt zusammengewürfelten Truppe in Normalform mehr zugetraut. War sie aber nicht, konnte sie auch gar nicht sein. Gegen teils akribisch vorbereitete und eingespielte Gegner hielt sie aus dem Stand bestmöglich dagegen und wurde zumindest in Sachen Willen und Mentalität olympischen Ansprüchen gerecht. Mehr ließen die Rahmenbedingungen nicht zu.

Auch die Silbermedaillengewinner von Rio, die 2016 gleichfalls eher zufällig zusammengestellt worden waren, fanden erst im Laufe des Turniers zu sich und ihrer Form. Und ernteten viel Beifall, Erfahrung und Reputation. Für Serge Gnabry war Olympia 2016 erst Starthilfe für seine Karriere.

Das wurde aus den Silbermedaillengewinnern von 2016

Die Abstellungs- und Teilnahmebereitschaft war eine Farce

Umso schlimmer, dass fünf Jahre später alles vergessen ist und der deutsche Profifußball erneut ein Verlegenheits-Aufgebot entsandte, statt die Gelegenheit zu erkennen, die ein solches Turnier für jeden Spieler in sich birgt.

Olympia spielt im Fußball nun mal eine untergeordnete Rolle. Die dabei waren, haben alles gegeben. Dagegen war die Abstellungs- und Teilnahmebereitschaft eine Farce und schlicht unwürdig. Es wirft überhaupt kein gutes Licht auf unser Land, wenn es nicht mal 22 Akteure findet, die Deutschland bei einem derartigen Großereignis repräsentieren wollen oder dürfen.

Ein Schlag ins Gesicht für andere Athleten

Dass die Fußballer nicht mal ihr Kontingent ausschöpfen und ihren Kader füllen, ist eine Peinlichkeit. Und ein Schlag ins Gesicht für jeden Athleten, der nach höchstem Aufwand und Einsatz die Qualifikation wegen Millimetern oder einem Wimpernschlag verpasste.

Es bleibt zu hoffen, dass sich die Klubs beim nächsten Mal daran erinnern, sollte sich Deutschland auch 2024 wieder qualifizieren. Es sind ja diesmal nur drei Jahre bis dahin, vielleicht reicht das Gedächtnis ja so lange.