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Dieguito will neue WM-Helden

Maradona vor dem Spiel gegen Deutschland

Dieguito will neue WM-Helden

Mariano Andujar (li.) im Gespräch mit seinem Trainer Maradona.

Aussprache: Mariano Andujar (li.) im Gespräch mit seinem Trainer Maradona, der lässig eine Zigarre im Mund hat. imago

Nachdem sich "Dieguito" bei seiner Ankunft in Deutschland zunächst rar gemacht hatte, sorgte das argentinische Fußballidol am Montag wieder für Schlagzeilen. Zuerst wurde er beim Training der Seleccion beobachtet, als er mit Zigarre das Torhütertraining begutachtete. Am Abend folgte eine Pressekonferenz - diese begann aber mit einer Stunde Verspätung, weil Maradona "noch unter der Dusche" stand.

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Dann wendete er sich aber den aktuellen Fragen des Fußballs zu. Im Hinblick auf das anstehende Freundschaftsspiel gegen Deutschland hob er die allseits bekannten deutschen Tugenden hervor, aber auch die Spieler. "Man kämpft bis zur letzten Minute. Die Stärken sind die deutschen Tugenden, Spieler wie Ballack und Podolski und die Abstimmung", sagte der 49-Jährige. "Die Schwächen werden wir während des Spiels feststellen", fügte er hinzu. Er verspricht sich ein tolles Duell: "Deutschland will gewinnen, wir wollen gewinnen. Es wird ein Super-Spiel, ein spektakuläres Spiel." Es soll aber keine Revanche für das verlorene Viertelfinale bei der WM 2006 sein. "Es wird keine Revanche für 2006 sein. Das ist Vergangenheit", erklärte Maradona.

Ich bin weiß und schwarz, grau werde ich in meinem Leben nie.

Diego Armando Maradona

Bezüglich der anstehenden WM zeigte er sich durchaus optimistisch: "Ich möchte, dass Argentinien neue WM-Helden bekommt." Mehr war vom Weltmeister von 1986 nicht zu hören, der über sich selbst sagt, er sei entweder weiß oder schwarz, grau werde er in seinem Leben aber nie sein.

Maradona hadert mit dem Verband

Als Trainer steht Maradona vor allem zuhause stark in der Kritik. Argentinien qualifizierte sich auf den letzten Drücker für die Endrunde, im gesamten Qualifikationszyklus kamen 102 Spieler zum Einsatz. Zudem nominierte "El Diez" auch Akteure, die zu dem jeweiligen Zeitpunkt noch verletzt waren. Auch sein Verhältnis zu den Medien ist zerrüttet, was ihm auch eine zweimonatige Sperre seitens der FIFA einbrachte. Er hatte nach der gelungen Qualifikation zu einem Rundumschlag gegen heimische Medien ausgeholt und war dabei über die Stränge geschlagen.

Derzeit zankt er sich mit dem argentinischen Verband. Ursache hierfür ist ein geplantes Freundschaftsspiel gegen Kanada am 24. Mai 2010. Die Begegnung soll im Rahmen der 200-Jahr-Feierlichkeiten zum Ende der Kolonialzeit in Argentinien stattfinden. Maradona kümmert das wenig, er fordert eine Pause für seine Spieler.