2. Bundesliga

Die Neu-Nürnberger Früchtl und Singh freuen sich mit dem Triple-Sieger

Der Schritt weg von den Bayern als ein Schritt nach vorne

Die Neu-Nürnberger Früchtl und Singh freuen sich mit dem Triple-Sieger

Christian Früchtl

"Ich wollte beim FCN nichts verpassen": Christian Früchtl. picture alliance

Die Rede ist von den beiden von FC Bayern für eine Saison ausgeliehenen Christian Früchtl und Sarpreet Singh. Der Torhüter wie der Offensivallrounder spielten zwar nahezu ausschließlich in der 3. Liga bei den "kleinen" Bayern, doch sie trainierten sehr häufig bei den "großen" Bayern mit und gehörten dort auch des Öfteren dem Spieltagskader in der Bundesliga wie in der Champions League an. Singh ist dabei in der Bundesliga auch zweimal eingewechselt worden.

So gesehen haben auch die beiden einen Anteil an der Saison der Bayern, die unter dem Motto steht "mehr geht nicht". Ein Anteil, der die beiden stolz macht, ohne dass sie in irgendeiner Weise Gefahr laufen, ihn zu überbewerten. "Ich habe mich sehr über den Sieg der Bayern im Finale gefreut. Und dass ich ein kleiner Teil dieses Teams gewesen bin, ist eine tolle Sache", so der Neuseeländer Singh.

Ähnlich klingt es beim Niederbayern Früchtl, der in Lissabon auf dem Spielberichtsbogen als Reservekeeper hätte stehen und damit die Champions-League-Trophäe in die Höhe hätte stemmen können - und dann erst zum Club gehen. Der Frage, ob ihm angesichts der Jubelbilder aus Lissabon nicht doch ein wenig Wehmut befallen hat, kontert er schelmisch grinsend: "Ich habe mich ja bewusst so entschieden, ich wollte beim FCN nichts verpassen. Und wer weiß, vielleicht halte ich irgendwann mal die Trophäe noch in Händen."

Singh hat in Sachen Robustheit und Durchsetzungsvermögen Luft nach oben

Im Hier und Heute sind die Bayern für die beiden aber erst mal ganz weit entfernt. Im Trainingslager im österreichischen Saalfelden steht für sie Schweiß vergießen auf dem Programm - für einen Stammplatz, den sie sich selbstredend erkämpfen wollen, um auf ihrer Karriereleiter die nächste Stufe zu erklimmen. Somit sehen sie unisono den Schritt zum Club und in die 2. Liga auch nicht als Rückschritt, sondern als Chance. Als eine herausfordernde, die sie weiterbringen soll. "Diese Liga ist körperlich sehr intensiv", sagt Singh in dem Wissen, dass er, der Supertechniker, gerade in Sachen Robustheit und Durchsetzungsvermögen noch Luft nach oben hat. Und die wird er nun auch brauchen, um sich einen Stammplatz zu erkämpfen. Ob auf links oder im Zentrum, ist dem 21-Jährigen zwar einerseits "egal", andererseits verrät er dann doch, dass seine Lieblingsposition die in der Mitte ist.

Bei Früchtl stellt sich die Frage selbstredend nicht, ihm steht ein spannendes Duell mit Platzhirschen Christian Mathenia bevor. Ein enges Duell, das unter entspannter Atmosphäre stattfindet. "Klar will ich spielen, doch das will ja jeder. Somit haben wir beide auch überhaupt kein Problem miteinander. Generell ist in unserem ganzen Torhüterteam in Anbetracht der Kürze der Zeit ein richtig gutes Verhältnis entstanden. Und das ist ja auch gut und wichtig so für die Mannschaft." Beim Club wird da keiner widersprechen.

Christian Biechele