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Real Madrid: Die wundersame Wandlung des Vinicius Junior

Real Madrid hat einen Übergangs-Mbappé

Die wundersame Wandlung des Vinicius Junior

Na, überrascht? Auch Karim Benzema zauberte Vinicius Junior (re.) ein Lächeln auf die Lippen.

Na, überrascht? Auch Karim Benzema zauberte Vinicius Junior (re.) ein Lächeln auf die Lippen. Getty Images

Die Fans im Estadio Santiago Bernabeu, das zwar immer noch umgebaut wird, in dem Real Madrid nach 560 Tagen aber trotzdem wieder auflaufen durfte, forderten Vinicius. Und zwar nicht als Auswechselkandidaten oder Sündenbock, sondern als Elfmeterschützen.

Ja, die Rede ist wirklich von dem jungen Brasilianer (mit Rodrygo haben die Königlichen streng genommen zwei von dieser Sorte), dem Sandro Wagner als DAZN-Experte sogar eine vernünftige Grundausbildung absprach und der selbst die Bezeichnung Chancentod nicht nur einmal schmeichelhaft erscheinen ließ.

180-Grad-Wende auch bei Benzema

Doch von diesem Spieler war beim 5:2-Spektakel gegen Celta Vigo überhaupt nichts mehr zu sehen. Stattdessen bestätigte der sprintende, dribbelnde und auch kombinierende 21-Jährige nicht nur seine beeindruckende Frühform, er wuchs bei der Rückkehr ins Bernabeu regelrecht über sich hinaus. "Jede Aktion hat Hand und Fuß", geriet man diesmal selbst bei DAZN wiederholt ins Schwärmen.

"Er ist ein Phänomen", schwärmte auch Karim Benzema, der schon ganz anders über den Brasilianer gesprochen hatte und der durch jenen Elfmeter zum 5:2-Endstand seinen Dreierpack schnürte. Vinicius hatte ihn - ungewohnt geradlinig und clever - herausgeholt.

Ein eigener Treffer, vorbereitet von Benzema, war dem Mann der Stunde trotzdem vergönnt, nach zwei Rückständen schoss er die Königlichen in der 54. Minute mit 3:2 in Führung. Und das nicht irgendwie: Seine unbestrittene Geschwindigkeit ließ den Außenstürmer schräg vor Celta-Keeper Dituro auftauchen - eine Situation, die die Madridistas in der Regel schon abwinken ließ.

Als wäre es nie anders gewesen: Vinicius Junior trifft abgeklärt zum 3:2.

Als wäre es nie anders gewesen: Vinicius Junior trifft abgeklärt zum 3:2. Getty Images

Eine große Baustelle gibt es

Doch statt einen weiteren kuriosen Weg zu finden, eine Großchance kläglich zu vergeben, schob Vinicius den Ball mit einer derart lässigen Selbstverständlichkeit ins Eck, dass selbst Benzema auf diesen Abschluss stolz gewesen wäre. Was er, seinem breiten Grinsen nach zu urteilen, auch war. Der Torschütze hatte derweil auch sich selbst wohl so überrascht, dass er mal eben über die Bande sprang und sich in eine Jubeltraube Fans stürzte.

Es war nicht alles rosig an einem Euphorie getränkten Sonntagabend, als der Glanz des neuen Bernabeu zumindest in der Offensive nach Jahren der optischen Eintönigkeit auch auf die Blancos abfärbte. "Defensiv müssen wir uns absolut verbessern", mahnte Trainer Carlo Ancelotti, der auf David Alaba verzichten musste, zu Recht - denn 13 Toren nach vier Spieltagen (fünfmal Benzema, viermal Vinicius) stehen auch schon sechs Gegentore gegenüber.

Doch der Fokus nach einem Spiel, in dem Dreierpacker Benzema irgendwie zum Nebendarsteller degradiert und das Debüt-Tor des 18-jährigen Eduardo Camavinga eine nette Anekdote für zwischendurch wurde, lag auf einem immer noch jungen Mann, der vor dem Champions-League-Auftakt gegen Inter Mailand (Mittwoch, 21 Uhr, LIVE! bei kicker) vom hoffnungslosen Fall zum Übergangs-Mbappé werden könnte. Vielleicht sogar zu mehr als das.

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