Champions League

Juventus Turin: Trainer Andrea Pirlo debütiert in der Champions League

Trainer-Neuling gibt seinen Einstand in der Champions League

"Die Welt will Pirlo verlieren sehen": Juve-Coach vor Königsklassen-Debüt

Seine erste Trainerstation ist direkt eine immens schwere: Auf Juventus-Coach Andrea Pirlo lastet eine Menge Druck.

Seine erste Trainerstation ist direkt eine immens schwere: Auf Juventus-Coach Andrea Pirlo lastet eine Menge Druck. imago images

Dass Andrea Pirlo etwas vom Fach Fußball versteht, ist bekannt. Dazu reicht ein Blick auf seine Karriere als Weltklasse-Mittelfeldspieler bei der AC Milan, Juventus und natürlich auch bei der Squadra Azzurra, die sich 2006 in Deutschland zum Weltmeister gekrönt hat.

Der mehrmalige Champions-League-Sieger und Meisterschaftsgewinner in Italien wisse "mehr über das Spiel als die meisten Trainer, die seit Jahren arbeiten. Er ist fleißig, hat sich wirklich mit dem Thema befasst und ist bereit." Das hat Renzo Ulivieri, Präsident der italienischen Trainervereinigung, im Zuge Pirlos überraschender Installation als neuer Juve-Cheftrainer Anfang August gesagt. In dem Weinliebhaber stecke weit mehr als nur die Erkenntnis, während seiner aktiven Laufbahn regelmäßig mit Schnittstellenpässen Abwehrreihen ausgehebelt zu haben.

Trainersteckbrief Pirlo
Pirlo

Pirlo Andrea

Spielersteckbrief Cristiano Ronaldo
Cristiano Ronaldo

Dos Santos Aveiro Cristiano Ronaldo

Spielersteckbrief Dybala
Dybala

Dybala Paulo

Spielersteckbrief Chiesa
Chiesa

Chiesa Federico

Spielersteckbrief Kulusevski
Kulusevski

Kulusevski Dejan

Juventus Turin - Termine
Juventus Turin - Vereinsdaten
Juventus Turin

Gründungsdatum

01.11.1897

Vereinsfarben

Weiß-Schwarz

Sein langjähriger Milan-Kumpane Gennaro Gattuso, aktuell Coach in Neapel, weiß aber, dass es mehr braucht als nur die eigene Erfahrung auf dem Feld: "Der Job ist schwierig. Es reicht nicht, eine große Karriere hingelegt zu haben. Du musst lernen und schuften, du wirst wenig schlafen."

Agnelli hängt die Trauben nicht zu hoch

Darüber weiß auch Turins Vereinspräsident Andrea Agnelli Bescheid. Dieser hat sich zuletzt auf einer Pressekonferenz, in deren Zuge auch über den positiv auf Corona getesteten Cristiano Ronaldo sowie über den Verlust in diesen schwierigen Zeiten gesprochen worden ist, über den neuen Mann an der Seitenlinie geäußert.

Agnelli wisse um die Gefahr, dass die mutige Entscheidung pro Weltmeister Pirlo auch nach hinten losgehen kann. Schließlich verfügt der 41-Jährige bislang über keinerlei Erfahrung als Cheftrainer, hätte eigentlich in diesem Sommer erst einmal im Juve-Nachwuchs einsteigen sollen und hat erst vor kurzem nach bestandener Prüfung seine offizielle Trainerlizenz vom Verband erhalten.

Pirlos Weg wird nicht frei von Hindernissen sein.

Andrea Agnelli, Präsident von Juventus

Die Welt um Juventus herum warte nur darauf, "Pirlo verlieren zu sehen", so Turins Boss Agnelli deutlich. Angesprochen auf die nach Saisonbeginn aufgetauchten spielerischen Baustellen (ein erst spät gesichertes 3:0 gegen Sampdoria, ein arg glückliches 2:2 bei der Roma) hat der Patron ergänzt: "Was besonders im speziellen Fall von Pirlo gefehlt hat, war neben seiner gänzlich fehlenden Erfahrung als Trainer eine ordentliche Vorbereitung." Die weltweite Pandemie in Verbindung mit der nach hinten gestreckten letzten Serie-A-Saison habe den Einstand des ehemaligen Regisseurs zusätzlich erschwert, genauso wie erst kurz vor Schluss eingetütete wie unbedingt notwendige Transfers (Alvaro Morata, Federico Chiesa).

"Das alles bedeutet, dass wir alle seinen anfänglichen Weg ruhig begleiten sollten - schließlich wird dieser nicht frei von Hindernissen sein", so Agnelli weiter. Der Verein wisse, sobald auf ein solches Hindernis getroffen wird, dass "die Welt aufgrund der von uns getroffenen Entscheidung pro Pirlo versuchen wird, Juventus zu schaden". Das gelte es, intern bewusst abzufedern. Für das Wohl Turins und für das Wohl Pirlos, der in Kiew an diesem Dienstag (18.55 Uhr, LIVE! bei kicker) seinen Einstand in der Champions League geben wird.

Pirlo ist sich der Aufgabe bewusst

Andrea Pirlo umarmt seinen Schützling Cristiano Ronaldo.

Ex-Aushängeschild und aktuelles Aushängeschild: Juve-Coach Andrea Pirlo umarmt seinen Superstar Cristiano Ronaldo. imago images

Der Neuling auf der Trainerbank ist sich seiner Aufgabe jedenfalls selbst bestens bewusst. Hat sich der Maestro anfangs für diese große Chance bedankt ("Ich bin bereit für diese großartige Möglichkeit"), sagt er nun im Gespräch mit der UEFA: "Es ist schwieriger als Coach als als Spieler. Ich kann die Dinge nur noch von außerhalb steuern, kann nur noch von der Seitenlinie aus mit Worten eingreifen." Doch mit Cristiano Ronaldo ("Er ist ein Vorbild für uns alle") und vielen neuen, jungen Spielern blickt Pirlo freudig der Zukunft entgegen. Der Druck dabei in Richtung Serie-A-Meisterschaftspflicht und auch Königsklassen-Titelangriff sei normal, mit diesem musste Pirlo auch schon als Profi wie als Nationalspieler stets umgehen.

mag

Rose, Pirlo & Co: Diese Trainer geben ihr Champions-League-Debüt