Bundesliga

Die Bundesliga-"Überperformer" - und wer besser dastehen müsste

Eiskalter Haaland - Gnabry toppt Sané

Die "Überperformer" der Saison - und wer besser dastehen müsste

Auffällig beim xGoals-Vergleich: Erling Haaland, Leroy Sané und Karim Onisiwo (v.li.).

Auffällig beim xGoals-Vergleich: Erling Haaland, Leroy Sané und Karim Onisiwo (v.li.). imago images (3)

Erling Haaland hat schon so manchen Spieler in seiner Karriere übertroffen, in dieser Saison hat er aber einen ganz besonders prominenten abgehängt: sich selbst.

Es ist eine Spielerei, aber eine, die durchaus Aussagekraft hat: Wie weit liegen die Bundesliga-Profis mit ihrer Torausbeute in dieser Saison von ihren "Expected Goals" entfernt? Wer hätte nach dem xG-Modell eigentlich schon viel mehr Tore erzielen müssen, wer weniger?

Das Modell der "erwarteten Tore" gibt auf Basis zahlreicher Faktoren für jeden Torabschluss an, wie groß die Chance auf ein Tor war (die genaue Definition gibt es hier). Wer seinen xG-Wert übertrifft, macht also aus seinen Abschlüssen mehr, als der Algorithmus durchschnittlich erwarten ließe; wer ihn verfehlt, hat bei der Kaltschnäuzigkeit Verbesserungsbedarf.

Statistisch müsste Haaland bei sechs Toren stehen - er hat aber schon neun

Nach elf Spieltagen in dieser Saison ist es vor allem Haaland, der sich als echter "Überperformer" hervortut: In nur sechs Einsätzen traf der gerade verletzte BVB-Torjäger neunmal, laut xG-Modell wären "nur" 6,1 Tore erwartbar gewesen. Kein anderer Spieler kann mit dieser Differenz (+2,9) mithalten. Beim 4:2-Sieg gegen Union Berlin etwa hätte Haaland aus statistischer Sicht 0,4-mal treffen müssen, tatsächlich gelang ihm ein Doppelpack.

Auch Serge Gnabry (sechs Tore; +2,5), Anthony Modeste (acht Tore; +2,4), Taiwo Awoniyi (sieben Tore; +2,4) und die drei Leverkusener Moussa Diaby, Florian Wirtz (beide vier Tore; +2,3) und Patrik Schick (acht Tore; +1,8) nutzen ihre Gelegenheiten in der bisherigen Saison auffällig eiskalt. Gnabry beispielsweise braucht wie Haaland durchschnittlich nur 3,3 Torschüsse für ein Tor.

Onisiwo schneidet beim xG-Vergleich am schlechtesten ab

Umgekehrt könnten etwa Lars Stindl (zwei Tore; -2,1), Andrej Kramaric (zwei Tore; -2,2), Leroy Sané (drei Tore; -2,3) und Wout Weghorst (drei Tore; -2,4) besser dastehen. Sie vergaben schon aus aussichtsreichen Positionen. Der auffälligste "Underperformer" nach elf Spieltagen aber ist der Mainzer Angreifer Karim Onisiwo, der laut xG schon bei 3,6 Toren stehen müsste, in Wahrheit aber erst einmal getroffen hat (bei 28 Torschüssen). Mit einer Differenz von -2,6 ist er in dieser Kategorie der bislang ineffizienteste Spieler der Saison.

Und Robert Lewandowski? Der Dauer-Torschützenkönig hat schon wieder 13-mal getroffen, was allerdings nicht weit von seinem xG-Wert entfernt ist: Demnach müsste er bei 11,9 Saisontoren stehen. Es zeigt aber, dass er aus seinen ohnehin schon vielen Abschlussgelegenheiten sogar noch etwas mehr macht.

jpe/SG

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