Bundesliga

Die nächste Wende in Frankfurt: 10.000 Tickets gehen in den Vorverkauf

Inzidenz sinkt auf unter 35 - Vorerst doch keine Klage

Die nächste Wende in Frankfurt: 10.000 Tickets gehen in den Vorverkauf

10.000 Zuschauer dürfen nun am Samstag in das Stadion von Eintracht Frankfurt.

10.000 Zuschauer dürfen nun am Samstag in das Stadion von Eintracht Frankfurt. imago images/Sven Simon

Am Montagnachmittag hatte Eintracht-Justiziar Philipp Reschke während des rund einstündigen virtuellen Pressegesprächs mehrfach in sein Mailpostfach geschaut, um zu überprüfen, ob der ihm angekündigte abgeänderte Bescheid über die Zulassung von maximal 5000 Zuschauern eingegangen ist. Dagegen, so kündigte er an, werde die Eintracht vor Gericht ziehen.

Dazu kommt es nun vorerst doch nicht, denn der erwartete Bescheid traf wider Erwarten nicht ein. Stattdessen gab die Stadt Frankfurt bekannt, "keine rechtliche Grundlage" zu sehen, die Genehmigung von 10.000 Zuschauern für das Spiel am Samstag zurückzunehmen. Gesundheitsdezernent Stefan Majer erklärte via Pressemitteilung: "Die Auslegungshinweise des Landes haben keinen rechtsverbindlichen Charakter. Auch weil Eintracht Frankfurt bereits angekündigt hat, derartige Entscheidungen rechtlich überprüfen zu lassen, benötigen wir eine belastbare Basis, um die infektiologisch begründete Entscheidung des Gesundheitsamtes zurückzunehmen."

Eintracht weiterhin auf verwaltungsgerichtliche Prüfung vorbereitet

Die Einschätzung der Stadt wurde bei der Eintracht selbstredend positiv aufgenommen. "Wir teilen die Auffassung von Gesundheitsdezernent Stefan Majer sowohl in sachlicher als auch in rechtlicher Hinsicht", betonte Reschke am Montagabend in einer Pressemitteilung und erklärte: "Wir bleiben natürlich darauf vorbereitet, die angekündigte Beschränkung auf 5000 Zuschauer verwaltungsgerichtlich überprüfen zu lassen, hoffen aber, dass sich die Sach- und Rechtsauffassung der Stadt Frankfurt durchsetzt." Der Vorverkauf für die Partie gegen den französischen Erstligisten beginnt am Mittwoch um 10 Uhr, das gab der Klub am Dienstagnachmittag bekannt. Mindestens die Hälfte der Zuschauer muss vollständig geimpft oder genesen sein.

Welche Zahlen zum Anpfiff der Bundesligasaison maßgeblich sein werden, bleibt abzuwarten

Derweil gab das RKI am Dienstagmorgen den Wert der Sieben-Tage-Inzidenz in Frankfurt mit 33 an, womit dieser nun wieder unterhalb der kritischen Schwelle von 35 liegt. Solange das so bleibt, stellen die geplanten 10.000 Zuschauer gegen St. Etienne ohnehin kein Problem dar. Sollte sich an der Rechtslage nichts ändern, ist es wohl aber nur eine Frage der Zeit, bis die Eintracht oder ein anderer Bundesligist vor Gericht zieht. Spätestens für den Herbst sagen diverse Experten deutlich höhere Infektionszahlen voraus, sodass an vielen Bundesligastandorten die Sieben-Tage-Inzidenz über den Wert von 35 steigen könnte. Ob diese Schwelle zum Anpfiff der Bundesligasaison überhaupt noch maßgeblich ist oder die Politik bis dahin einen neuen Beschuss fasst, bleibt abzuwarten. Julian Franzke

Julian Franzke