Bundesliga

DFL - Die Liga und der Investor: Showdown am Montag

Fragen und Antworten zum Milliardendeal

Die Liga und der Investor: Showdown am Montag

Kommt es zum Einstieg eines Investors? Am Montag fällt bei der Mitgliederversammlung der DFL die Entscheidung.

Kommt es zum Einstieg eines Investors? Am Montag fällt bei der Mitgliederversammlung der DFL die Entscheidung. IMAGO/Chai v.d. Laage

Worüber stimmen die 36 Klubs aus Bundesliga und 2. Liga konkret ab?

Darüber, ob das Liga-Präsidium, dem Borussia Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke als Erster Sprecher gewissermaßen vorsteht, den beiden DFL-Geschäftsführern Dr. Marc Lenz und Dr. Steffen Merkel ein sogenanntes Verhandlungs- und Abschlussmandat für eine strategische Partnerschaft mit einem von vier Interessenten aus dem Private-Equity-Bereich (Advent, Blackstone, CVC, EQT) erteilen darf. Dieses Mandat ist an klare Eckpunkte gebunden, zudem gibt es "Rote Linien".

Was bedeutet strategische Partnerschaft und wie sehen die Eckpunkte aus?

Die Liga lagert ihre Haupteinnahmequelle, die Medienrechte, an eine Tochter aus und beteiligt einen Partner mit maximal acht Prozent daran. Dafür soll sie über mehrere Jahre gestreckt 900 Millionen bis eine Milliarde Euro erhalten. Nach einer Haltefrist darf der Partner verkaufen, allerdings hat die DFL Veto-Rechte, beispielsweise bei Staatsfonds aus Autokratien. Unabhängig von einem Weiterverkauf fallen die Rechte nach 20 Jahren an den Liga-Verband zurück für einen geringen Nennbetrag, nach kicker-Informationen rund 3 Millionen Euro.

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Was erhofft sich die Liga davon?

Da es sich bei den Interessenten um multinationale Konzerne handelt, erhofft sie sich neben Know-How eine Ausweitung des Netzwerks, um auf dem internationalen Markt mehr Geld generieren zu können. Zudem will sie rund 600 Mio. Euro in ihr Geschäftsmodell stecken, also für eine Streamingplattform, Schutz gegen digitale Piraterie und den Aufbau weiterer internationaler Büros - nur drei von etwa 20 Maßnahmen. Mit 100 Mio. Euro will sie zudem die Reisefreudigkeit der Klubs ankurbeln, damit diese zu Werbezwecken vermehrt Zielmärkte besuchen. Der Rest der Einnahmen fungiert als Puffer - denn der künftige Partner würde ja unmittelbar vom Beginn der Beteiligung hinweg acht Prozent der Medieneinnahmen erhalten, aktuell also rund 104 Mio. Euro pro Saison. Geld, das den Klubs ansonsten fehlen würde.

Könnte die Liga diese Investitionen nicht selbst stemmen?

In der Tat wirken 600 Mio. Euro, die über sechs Jahre investiert werden sollen, überschaubar. Dass die Klubs aber zugunsten der Weiterentwicklung des Geschäftsmodells auf Mediengeld verzichten, scheint ausgeschlossen. Das liegt schlicht und ergreifend auch daran, dass zahlreiche Vereine das gar nicht können, sondern vielmehr bereits künftige Medieneinnahmen vorgezogen und bei Banken verpfändet haben. Andere wiederum sagen, man müsse und könne die Zahl an Liga-Sponsoren erhöhen und diese Einnahmen dann verwenden. Allerdings hat sich in der jüngeren Vergangenheit gezeigt, dass der ein oder andere Liga-Partner wie One-Football oder Sorare auf wackeligen Beinen steht, hier sind Zahlungen ausgeblieben. Eintracht Frankfurts Vorstandssprecher Axel Hellmann etwa kritisiert die Erzählung von der Binnenfinanzierung: "Noch hat keiner schlüssig aufgezeigt, wie er den Investitionsbedarf aus dem bestehenden Geschäft stemmen will."

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Die Liga und der "strategische Partner"

Die Diskussion um einen DFL-Investor

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  • Für Investitionen u.a. in Digitalisierung wollte die DFL-Führung Kapital von einen Investor einholen.
  • Die erforderliche Zwei-Drittel-Mehrheit wurde bei der geheimen Abstimmung auf die Stimme genau erreicht.
  • Nach einer außerordentlichen Sitzung hat die DFL beschlossen, den Partnerprozess nicht weiterzuführen. 

Welche Mitspracherechte hat der Investor?

Im kicker-Interview erläuterten die Liga-Geschäftsführer Lenz und Merkel, dass es allein um Mitsprache im wirtschaftlichen Bereich geht. Im Falle eines Verfehlens des Businessplans kann der Partner Maßnahmen fordern. Greifen diese nicht, besteht die Möglichkeit, Abberufungen aus dem Management Board zu verlangen - jedoch nicht die des CEO. Allerdings hält die DFL auch hier über einen von ihr dominierten Beirat eine doppelte Mehrheit. Zudem gibt es - branchenüblich - Nachverhandlungsrechte bei Geschäftsfehlentwicklungen. Laut der "Roten Linien" ist es ausgeschlossen, dass der Investor Einfluss auf hoheitliche Rechte wie den Sport oder die Spieltagsgestaltung nehmen kann - dies jedoch ist eine große Sorge der Fans.

Wie geht’s aus?

Es zeichnet sich eine Mehrheit für den Deal ab, was ja auch bereits im Sommer, also es um zwei Milliarden Euro und 12,5 Prozent ging, der Fall war. Gereicht hat das nicht, denn bei derart tiefgreifenden Entscheidungen sieht die Satzung eine Zwei-Drittel-Mehrheit vor, also mindestens 24 Ja-Stimmen. Da sich zahlreiche Klubs noch nicht öffentlich geäußert haben, ist die eingangs dieser Antwort erwähnte Tendenz jedoch mit einem großen "Aber" versehen.

Benni Hofmann

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