Eishockey

Die Flucht der Pinguine

Krefeld verliert zahlreiche Spieler

Die Flucht der Pinguine

Die Krefeld Pinguine wollen sich nun wieder auf Eishockey konzentrieren.

Die Krefeld Pinguine wollen sich nun wieder auf Eishockey konzentrieren. imago images

Eugen Alanov verließ Krefeld und kehrte zur Düsseldorfer EG zurück. Der Pinguin-Wanderung schlossen sich Kris Foucault (jetzt Eisbären Berlin), Colin Smith (wohl nach Schweden) - und wohl auch Wade Bergman und Torsten Ankert an. Zuvor war auch Trainer Glen Hanlon, ohne einen einziges Pflichtspiel an der Bande gestanden zu haben, gegangen. Hinzu kommt der Rechtsstreit mit dem Urgestein, Ex-Kapitän, Nationalspieler und gebürtigen Krefelder Daniel Pietta (jetzt ERC Ingolstadt).

Die Pinguine kommen nicht zur Ruhe. "Da ist gerade vieles schiefgelaufen in Krefeld", äußerte sich Ur-Pinguin und TV-Experte Herberts Vasiljevs bei Magenta Sport kritisch. "Dass die Spieler auf Geld verzichten müssen, ist in der Situation ja völlig klar. Dass dann aber vier neue Spieler geholt werden, die alle Geld kosten, das geht nicht. Die Bombe war, dass Trainer Hanlon gegangen ist, der als Trainer schon wirklich viel erlebt hat."

Eigentlich alles okay?

Saveljev - der erst seit wenigen Wochen die Geschäfte in der Seidenstadt leitet, in dieser Funktion auf Roger Nicholas folgte, der ähnlich wie Hanlon Krefeld noch vor dem Saisonstart wieder verließ - beschwichtigt: "Die letzten Tage waren nicht leicht. Heute haben wir mit der Mannschaft gesprochen. Ich sehe keine Respektlosigkeit bei der Mannschaft oder bei mir. Was bei uns passiert ist, kann auch bei anderen Mannschaften passieren. Einige Spieler wollten keinen Gehaltsverzicht, einige hatten persönliche Gründe wegzugehen. Welche ich auch nicht kommentieren möchte. Aus meiner Sicht ist nichts Schlimmes passiert. Der Mannschaft musste ich heute nichts erklären. Sie kennt die Situation. Wir müssen jetzt einfach die Journalisten und die Fans beruhigen. Denn sonst ist bei uns in Krefeld eigentlich alles ok."

Aus meiner Sicht ist nichts Schlimmes passiert.

Krefelds Geschäftsführer Sergey Saveljev

Die Mannschaft selbst hatte in der Vorwoche geschlossen gegen einen weiteren Gehaltsverzicht gestreikt und das Aufwärmprogramm vor dem Magenta-Sport-Cup-Spiel gegen die Grizzlys Wolfsburg boykottiert.

Unruhe in der Mannschaft

Beim jüngsten 1:2 im Derby gegen die Düsseldorfer EG, die zuvor selbst in den sozialen Medien gegen die Pinguine ausgeteilt hatte, bemühten sich die Spieler um Zusammenhalt. "Natürlich gibt es den. Das haben wir einmal mit dem Protest gezeigt. Auch jetzt wird der Zusammenhalt da sein und nicht gehen", sagte Stürmer Laurin Braun, der den Abgängen nicht hinterhertrauert: "Wer da den Weg gewählt hat, zu gehen - das ist absolut in Ordnung."

Die Unruhe innerhalb des Klubs aber konnte auch Braun nicht wegdiskutieren: "Definitiv ist das nicht schön, aber da gibt's nur eins: Handy weg, Laptop weg, Internet abschalten. Einfach alles außen rum abschalten. Gewissermaßen professionell bleiben, Eishockey spielen." Co-Trainer Boris Blank sprach von "einer schwierigen Situation": "Man beschäftigt sich damit, Eishockey geht an zweiter Stelle. Wir als Trainerstab bemühen uns, wieder Ruhe reinzubringen. Wir wollen einfach wieder Ruhe haben!"

Diese erhofft sich etwa auch Alanov, der den Pinguinen den Rücken kehrte und sich der DEG angeschlossen hat. "Vielleicht kann ich jetzt wieder besser schlafen", so der Stürmer. "Ich bin einfach froh, dass ich wieder in Düsseldorf bin."

cru

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