Bundesliga

Carro: "Bundesliga Ausbildungsliga der Premier League"

Bayer Leverkusens CEO Carro schlägt Alarm

"Die Bundesliga ist wie eine Ausbildungsliga der Premier League"

Chancenlos? Fernando Carro macht sich Sorgen um die Bundesliga - rechts Kevin De Bruyne (ManCity) im Duell mit Emil Forsberg (RB Leipzig.)

Chancenlos? Fernando Carro macht sich Sorgen um die Bundesliga - rechts Kevin De Bruyne (ManCity) im Duell mit Emil Forsberg (RB Leipzig.) imago images (2)

Die jüngste Transferphase hat Fernando Carro offenbar erneut eindrücklich vor Augen geführt, in welchem Verhältnis Bundesliga und Premier League stehen. Am Donnerstag berichtete der Vorsitzende der Geschäftsführung von Bayer Leverkusen vom vergeblichen Versuch, einen bestimmten Spieler zu verpflichten.

"Am Ende", so Carro im "Guardian", "konnte ein Premier-League-Aufsteiger eine höhere Ablöse und ein höheres Gehalt zahlen als wir, ein Top-Vier-Klub in Deutschland." Die Premier League habe einfach "so viel mehr Geld" als jedes andere Land. "Das ist nicht gut für uns. Definitiv nicht."

Bundesliga "nicht so gut darin, sich zu vermarkten"

Zwar könnten Bundesligisten mit Verkäufen in die Premier League gutes Geld einnehmen. "Aber das bedeutet schlicht, dass die ganze Bundesliga wie eine Ausbildungsliga der Premier League ist", schlägt Carro Alarm. "Sogar Borussia Dortmund muss Spieler in die Premier League verkaufen. Der einzige Bundesligaklub, der im Moment mithalten kann, ist Bayern München."

Zu sehr profitiert die Premier League von ihrem voluminösen TV-Vertrag und ihrem weltweiten Bekanntheitsgrad. Carro, der auch im Vorstand der europäischen Klub-Vereinigung ECA sitzt, findet allerdings, "dass wir im Vergleich zu anderen Ligen grundsätzlich nicht so gut darin sind, uns zu vermarkten". Während Spanien in der TV-Auslandsvermarktung 860 Millionen Euro einnehme, stehe die Bundesliga bei rund 200 Millionen Euro.

Vom Sportwetter bis zum Kronprinzen: Die Haupteigner der Premier League

Carros düstere Prognose: "Aber selbst wenn wir, sagen wir mal, 300 Millionen Euro mehr einnehmen würden, würden wir trotzdem die Lücke zur Premier League nicht schließen." Das sei nicht mal bei einer Verdopplung oder Verdreifachung der TV-Einnahmen zu erreichen. Und alle anderen Einnahmequellen wie Merchandising, Tickets oder Sponsoren kämen im Umfang "nie" an das TV-Geld heran. "Im Moment gibt es keine strukturelle Möglichkeit, um die Einnahmen auf dieses Level zu bringen."

Von einem "Salary Cap", wie er etwa Ex-Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge vorschwebt, scheint sich Carro wenig zu versprechen. "Ich sehe nicht, wie das helfen würde, die Lücke zu schließen."

jpe