Bundesliga

Die Bayern - wer sonst!

Kommentar zur neunten Meisterschaft in Serie

Die Bayern - wer sonst!

Stolz auf seine Mannschaft: Bayern-Coach Hansi Flick.

Stolz auf seine Mannschaft: Bayern-Coach Hansi Flick. imago images

Das immer wieder genannte Sofa war es nicht, sondern der Betonuntergrund in der Allianz Arena oder der Rasen, auf dem einzelne Bayern-Spieler wie Leon Goretzka und Joshua Kimmich vor dem Anpfiff des samstäglichen Abendspiels gegen Borussia Mönchengladbach den 3:2-Endstand in der Partie zwischen Borussia Dortmund und RB Leipzig live miterlebten. Aufgrund der Niederlage des Tabellenzweiten und der nunmehr sieben Zähler an Vorsprung waren die Münchner erneut Meister geworden, zum 31. Mal insgesamt in ihrer glanzvollen Vereinsgeschichte und zum neunten Mal hintereinander seit dem Start dieser Superserie in der ersten Triple-Saison 2012/13.

Es wird der einzige Titel in der Gesamtabrechnung 2020/21 bleiben. Aus dem DFB-Pokal wurden die 20-maligen Cupgewinner schon in der zweiten Runde vertrieben, vom Zweitligisten Holstein Kiel; aus der Champions League von Paris Saint Germain, im Viertelfinale. Joshua Kimmich, der die höchsten Ansprüche beim Rekordmeister vorbildlich lebt, spricht deshalb zu Recht von einer nicht perfekt gelaufenen Saison.

Einige Schrammen in der Saison 2020/21

Nach den sechs Titeln im Vorjahr gab es nun einige Schrammen. 40 Gegentore, die schon nach 31 Spielen gezählt waren, mussten die Münchner letztmals 2010/11 schlucken, als sie von Dortmund und Leverkusen auf Platz 3 verstoßen wurden. Zwischen dem 6. und 16. Spieltag gelang Manuel Neuer und Kollegen 11-mal kein Spiel ohne Gegentreffer - so lange wie seit 20 Jahren nicht mehr. Und vom 7. bis zum 15. Spieltag geriet der FCB stets in Rückstand, in neun Spielen am Stück. Die größte Schwächeperiode traf den FCB vom 8. bis zum 11. Spieltag mit nur einem Sieg plus drei Remis in vier Partien.

Die Schale holte sich dennoch erneut der Rekordmeister, trotz dieser Schwächeleien. Wer sonst? Die Konkurrenz hat eben auf Strecke nicht die fußballspezifische Klasse und auch nicht die mentale Stärke, um mit dem Dauer-Primus der Bundesliga mitzuhalten. Die eingespielte Elf mit der herausragenden Achse Neuer-Alaba-Kimmich-Müller-Lewandowski vereint das beste Personal in der Bundesliga: Neuer verhinderte mit spektakulären Paraden weitere Gegentreffer und sicherte wichtige Punkte, 15 wurden in den Schlussminuten fixiert. Weltfußballer Robert Lewandowski erzielt Tore am laufenden Band.

Die Hierarchie hat sich verfestigt

Verfestigt hat sich die Hierarchie im Münchner Starensemble. Lewandowski entwickelte sich zu einer der Führungsfiguren, die die Kapitäne Neuer und Müller längst sind. David Alaba zählt ebenso zum von Flick gezielt ausgesuchten und in die tägliche Arbeit sowie in gewisse Entscheidungen einbezogenen Führungskreis wie Kimmich und Goretzka. Das interne Klima zwischen Mannschaft und Trainerteam stimmt und förderte die Leistung, die der Konflikt zwischen Flick und Hasan Salihamidzic nicht nachhaltig minderte.

Es ist eine der Besonderheiten in dieser Saison sowie in der großen Historie des FC Bayern, dass ein Chefcoach, der in anderthalb Jahren sieben Titel nach München dirigierte, selbst die Kündigung einreichte - beim erfolgreichsten und schillerndsten deutschen Klub, mit dem er erneut Meister wurde. Trotz des großen Erfolges, den ein erster Platz in der Bundesliga nach 34 Runden immer darstellt, ist diese Scheidung FCB-Flick eine Niederlage für alle Beteiligten an der Säbener Straße.

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