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Die Aufsteiger des Aufsteigers

Erfolgreiche Herbstsaison der Klagenfurter

Die Aufsteiger des Aufsteigers

Austria Klagenfurt kann auf einen erfolgreichen Herbst zurückblicken.

Austria Klagenfurt kann auf einen erfolgreichen Herbst zurückblicken. GEPA Pictures

Als Aufsteiger mit 25 Punkten nach 18 Spielrunden auf Platz vier zu stehen, ist ein eher seltenes Phänomen. Mehr Punkte als Austria Klagenfurt konnte zuletzt der SCR Altach als Liganeuling vor sieben Jahren nach derselben Anzahl an Spielen vorweisen, am Ende landeten die Vorarlberger auf dem dritten Platz. Davon will man in Kärnten naturgemäß nichts wissen, ist das klare Ziel des Vereins doch der Klassenerhalt und nicht der Kampf um die oberen Plätze. Zudem mit Tabellenführer Salzburg sowie den ersten beiden Verfolgern Sturm Graz und Wolfsberger AC die ersten drei Positionen ohnehin bereits in sicherer Hand zu sein scheinen. Die Leistung der Klagenfurter in der abgelaufenen Herbstsaison ist jedenfalls nicht zu unterschätzen, vor allem, weil der Großteil des Kader bis vor Saisonstart kaum bis wenig Erstligaerfahrung vorweisen konnte.

Schlüsselspieler wie die Mittelfeldasse Patrick Greil oder Turgay Gemicibasi, die mit konstanten Leistungen zu überzeugen wussten und jeweils sieben Scorerpunkte bisher sammeln konnten, gingen als Zweitligaprofis den Weg eine Klasse höher und stellten sich eindrucksvoll in der Bundesliga vor. Greil, der vor wenigen Jahren noch in der Regionalliga kickte und nie eine Akademie von innen sah, wurde für seine starken Aufritte sogar mit einem Platz auf der Abrufliste von ÖFB-Teamchef Franco Foda belohnt. Ähnlich war dies auch beim 25-jährigen Gemicibasi der Fall, der im Sommer von Zweitligameister Blau-Weiß Linz den Weg in die Hauptstadt Kärntens fand und unter Peter Pacult auf Anhieb zum Stammspieler mutierte. Vor allem sein beherzter Einsatz beim Sieg gegen Red Bull Salzburg (der bisher einzigen Liganiederlage in dieser Saison für die Mozartstädter), in dem er den Führungstreffer erzielte, hinterließ bei vielen Fußballfans einen bleibenden Eindruck. Mittlerweile wird der Deutsch-Türke bereits mit einem Abgang zu Rekordmeister Rapid in Verbindung gebracht.

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Pink erlebt zweiten Frühling

Ein weiterer Ex-Profi von Blau-Weiß Linz konnte im violetten Dress ebenfalls für viel Furore sorgen: Nicolas Wimmer. Der 26-jährige Defensivspieler mauserte sich nach einem durchwachsenen Start mit einer roten Karte in seinem zweiten Bundesligaeinsatz ab Spielrunde vier zum absoluten Bollwerk neben Abwehrchef Thorsten Mahrer in der Verteidigung der Klagenfurter, kam seitdem in jedem Spiel über 90 Minuten zum Einsatz und zahlt das Vertrauen mit starken Leistungen zurück. Mit einer Durchschnittsnote von 2,89 war er auch beim kicker der bestbewerteste Spieler des Aufsteigers in der Herbstsaison und ließ damit Greil, Pink und Co. hinter sich. Der Umstieg von der zweiten Liga auf Bundesligaebene ist dem ehemaligen LASK-Jugendspieler definitiv gelungen. Auch Bayern München-Leihgabe Alex Timossi-Andersson kann mit drei Toren und sechs Assists in seinem ersten Bundesligajahr durchaus brillieren.

Einen zweiten Frühling erlebt hingegen der langjährige Bundesligaprofi Markus Pink, der die Klagenfurter in der vergangenen Saison mit 18 Toren zum Aufstieg schoss und auch heuer mit bereits nun Treffern nicht nur eine persönliche Bestmarke in der höchsten Fußballklasse Österreichs aufstellte, sondern auch ligaweit gemeinsam mit Jakob Jantscher, Ercan Kara und Giacomo Vrioni auf Platz drei der Torjägerliste steht. Der 30-jährige steuerte zudem noch drei Assists bei, was ihn zum derzeitigen Topscorer der Klagenfurter macht. Sollte der ehemalige Mattersburg-Profi seine derzeitige Quote halten, wird es nicht mehr lange dauern bis er die Zweistelligkeit erreicht. Im Grunddurchgang bleiben dazu noch vier Spiele und die wollen die Kärntner so erfolgreich wie möglich bestreiten, um am Ende im Konzert der Großen weiterhin mitspielen zu können.

ma