3. Liga

Die Alemannia ist insolvent - Neustart in der 4. Liga

Aachen: Der Traditionsklub ist zahlungsunfähig

Die Alemannia ist insolvent - Neustart in der 4. Liga

Die Schuldenlast drückt auf der Alemannia - das neue Tivoli-Stadion brachte kein Glück.

Die Schuldenlast drückt auf der Alemannia - das neue Tivoli-Stadion brachte kein Glück. imago

Auf einer Pressekonferenz gab der Traditionsverein bekannt, dass der Insolvenzantrag in der kommenden Woche gestellt wird. Die Saison soll gemäß der Insolvenzordnung und den DFB-Statuten aber zu Ende gespielt werden. Der Verein soll über ein Insolvenzplanverfahren saniert werden und in der kommenden Spielzeit in der Regionalliga West neu starten. Aachen steht somit als erster Absteiger der 3. Liga fest.

Wie der vom Klub eingesetzte Restrukturierungsbeauftragte, Rechtsanwalt Michael Mönig, am Freitag bekanntgab, fehlen dem Verein zum jetzigen Zeitpunkt mehr als vier Millionen Euro an Liquidität. "Da dieser Fehlbetrag mit jedem weiteren Monat deutlich zunehmen würde, ist ein Insolvenzantrag unvermeidlich", heißt es in einer Mitteilung des Vereins.

Trainersteckbrief van Eck
van Eck

van Eck René

Alemannia Aachen - Vereinsdaten
Alemannia Aachen

Gründungsdatum

16.12.1900

Vereinsfarben

Schwarz-Gelb

Alemannia Aachen - Die letzten Spiele
Fortuna Düsseldorf II Düsseldorf II (A)
3
:
0
Fortuna Köln F. Köln (H)
0
:
1

"Wir wollen den Traditionsverein retten und haben das Ziel, ihn über ein Insolvenzplanverfahren in Eigenverwaltung zu sanieren", so Mönig. Der Restrukturierungsbeauftragte wird zusammen mit einem vom Gericht bestellten Sachwalter umfangreiche Sanierungsmaßnahmen erarbeiten und umsetzen, um die Ausgaben des Vereins deutlich zu reduzieren.

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Nach Insolvenzeröffnung wäre der Verein laut den Statuten des DFB zwar abgestiegen, könnte aber die Lizenz für die Regionalliga beantragen und nach erfolgreicher Annahme des Insolvenzplans durch die Gläubiger dort schuldenfrei einen Neuanfang starten.

"Ich habe bereits erste Signale von potenziellen Geldgebern erhalten, die sowohl den Geschäftsbetrieb im vorläufigen Insolvenzverfahren für die laufende Saison als auch den Neuanfang in der Regionalliga in der Saison 2013/14 unterstützen würden", so Mönig. "Es liegt noch viel Arbeit vor uns und es gibt noch viele Unwägbarkeiten, aber das ist ein gutes Zeichen und lässt uns die kommenden Schritte motiviert angehen", gibt sich der Restrukturierungsbeauftragte zuversichtlich.

Der ehemalige Bundesligist und Europapokal-Teilnehmer hatte gestern bis in den späten Abend mit Vertretern der Stadt Aachen verhandelt, um eine geordnete Insolvenz zu erreichen.

Diese hatte sich fast schon abgezeichnet. Ende Oktober stand die Alemannia schon vor dem Aus, Geschäftsführer Frithjof Kraemer musste gehen. Zuletzt hatte es noch Meldungen gegeben, dass ein Geldgeber aus den eigenen Reihen gefunden worden sei.