Bundesliga

Klaus Augenthalers 42-Sekunden-PK: Vorgeschichte, Wortlaut, Folgen

Klaus Augenthalers legendäre Pressekonferenz

Die 42-Sekunden-PK: Vorgeschichte, Wortlaut, Folgen

Meine Herren, es gibt vier Fragen und vier Antworten": Klaus Augenthaler als Trainer des VfL Wolfsburg.

Meine Herren, es gibt vier Fragen und vier Antworten": Klaus Augenthaler als Trainer des VfL Wolfsburg. imago

Die Vorgeschichte: 2009 sollte der VfL Wolfsburg Deutscher Meister werden, doch das ahnte zwei Jahre zuvor noch keiner. In der Saison 2006/07 drohten die Wölfe vielmehr erstmals abzusteigen. Unter Klaus Augenthaler, seit Dezember 2005 Cheftrainer und inzwischen immer wieder in Frage gestellt, stand der VfL zwei Spieltage vor Schluss nur drei Punkte vor dem ersten Abstiegsplatz und Alemannia Aachen, dem Auswärtsgegner am 33. Spieltag. Zwei Tage vor dem Kellerduell, am 10. Mai 2007, trat Augenthaler zur üblichen Spieltags-Pressekonferenz vor die Medienvertreter.

Die 42-Sekunden-Pressekonferenz im Wortlaut: "Guten Tag. Meine Herren, es gibt vier Fragen und vier Antworten. Die Fragen, die stelle ich, und die Antworten gebe ich auch. Stimmung der Mannschaft... wie ist die Stimmung der Mannschaft und der Zustand der Mannschaft: Die Mannschaft hat hervorragend gearbeitet. Zur Taktik: Ein oder zwei Stürmer - hängt davon ab, wie die personelle Situation ist, es ist der eine oder andere verletzt. Wie ich den Gegner erwarte: Aachen wird sicherlich Druck machen, Aachen muss das Spiel gewinnen. Darauf sind wir vorbereitet. Ist die Mannschaft dem Druck gewachsen? Was ich beobachtet habe in der Woche im Training - sie hat sehr gut gearbeitet, und die Mannschaft wird die Antwort auf dem Platz geben. Dankeschön."

Zwei Tage nach der PK war der VfL gerettet - "Auge" musste trotzdem gehen

Die Folgen: Und siehe da, der VfL war dem Druck gewachsen, letztlich jedenfalls. Nach torlosem Pausenstand geriet er am Tivoli zwar mit 0:2 in Rückstand - rettete durch Christopher Lamprecht (81.) und Diego Klimowicz (86.) aber doch noch den so wertvollen Punkt . Lamprecht, der auch das 2:2 vorbereitete, hatte Augenthaler erst in der 76. Minute eingewechselt. Der Drei-Punkte-Vorsprung hatte weiter Bestand und war bei einer um 14 Treffer besseren Tordifferenz ein Spiel vor Saisonende gleichbedeutend mit der Wolfsburger Rettung. Augenthaler musste am Saisonende trotzdem gehen.

Die Erklärung: Doch warum hielt Augenthaler diese Blitz-PK überhaupt ab? "Wir standen seit Wochen auf Platz 15, 16", erinnert er sich im großen kicker-Interview (Montagausgabe) anlässlich seines 60. Geburtstags am Dienstag : "Ständig lautete die einzige Frage der Journalisten, wer mein Nachfolger wird. Personal und Taktik hat die nicht interessiert. Ich hatte die Schnauze wirklich voll."

Wer die Idee zu der PK letztlich hatte und welch ähnlich legendäre Ansage er vor dem abschließenden Heimspiel gegen Bremen gegenüber seiner Mannschaft machte: Lesen Sie das große Interview mit Klaus Augenthaler im aktuellen kicker vom Montag!

jpe