Bundesliga

DFL verweigert Martin Kind Übernahme von Hannover 96 - 50+1-Ausnahmeregel wird abgelehnt

Präsident vorerst gescheitert

DFL verweigert Kind Übernahme von Hannover 96

Schwerer Rückschlag: Martin Kind ist mit seinen Übernahmeplänen bei Hannover 96 gescheitert - vorerst.

Schwerer Rückschlag: Martin Kind ist mit seinen Übernahmeplänen bei Hannover 96 gescheitert - vorerst. imago

Die Ausnahmeregelung besagt, dass ein Investor die Mehrheit an einem Verein halten darf, wenn er "seit mehr als 20 Jahren den Fußballsport ununterbrochen und erheblich gefördert hat". Unter erheblicher Förderung wird nach den Leitlinien der Liga ein finanzielles Engagement über zwei Jahrzehnte mindestens in der Höhe der Zahlungen des jeweiligen Hauptsponsors eines Vereins gesehen.

Dietmar Hopp hatte die Liga am 18. Dezember 2014 die Genehmigung erteilt, die Mehrheit der Stimmrechte an der TSG Hoffenheim GmbH zu übernehmen, weil er die Voraussetzungen dafür mit einem Engagement in Höhe von insgesamt 317,1 Millionen Euro erfüllt hatte. Doch bei Kind gibt es Zweifel, wie der kicker bereits am 18. Januar berichtet hatte. Sein unbestritten hohes Engagement bei 96 und das einiger strategischer Partner bewegt sich in einem niedrigeren Rahmen.

Deshalb wird die DFL seinen Antrag am Montag nach Lage der Dinge ablehnen. Kind, der sich bis zuletzt optimistisch gezeigt hatte , hatte allerdings bereits angekündigt, im Falle eines Scheiterns gegen die Entscheidung klagen zu wollen. Womöglich eröffnet sich ihm noch eine weitere Möglichkeit: Laut "Bild" will die DFL am Montag außerdem Ideen bekannt geben, wie die 50+1-Regel gelockert und verändert werden könnte.

96 reagiert überrascht - DFL beteuert, erst am Montag zu entscheiden

Hannover 96 hat "die Presseberichte über eine angeblich schon getroffene Entscheidung" in einer Mitteilung "mit Überraschung" zur Kenntnis genommen: "Nach unserem Kenntnisstand wird die Entscheidung tatsächlich voraussichtlich erst nächste Woche getroffen werden."

Das bestätigte inzwischen auch die DFL: Das Präsidium habe "bislang keine Entscheidung" im Fall Kind getroffen. Es werde sich damit in seiner turnusmäßigen Sitzung am Montag befassen.

jpe/rf

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