Int. Fußball

DFL fordert Anpassung der FFP-Reform: "Zentrale Kritikpunkte"

Aktueller Reformvorschlag wäre völlige Deregulierung durch die Hintertür

DFL fordert Anpassung der FFP-Reform: "Zentrale Kritikpunkte"

DFL-Mitglied Ansgar Schwenken erneuerte die ablehnende Haltung der DFL zur WM im Zwei-Jahres-Rhythmus.

DFL-Mitglied Ansgar Schwenken erneuerte die ablehnende Haltung der DFL zur WM im Zwei-Jahres-Rhythmus. picture alliance

"Wir - sowohl die DFL als auch die europäischen Ligen - unterstützen eine Stärkung des Klublizenzierungs- und Financial-Fairplay-Systems. Finanzielle Stabilität ist für den nationalen und europäischen Fußball von zentraler Bedeutung. Der aktuelle Reformvorschlag muss jedoch in zentralen Kritikpunkten angepasst werden", forderte etwa Dr. Marc Lenz, der für die internationalen Angelegenheiten der DFL verantwortlich zeichnet, nach der Generalversammlung der European Leagues in Mailand an diesem Freitag.

Hintergrund: Der aktuelle Reformvorschlag sieht eine Aufhebung der Begrenzung externer Zuschüsse vor, will nur noch die Kaderkosten auf geplante 70 Prozent der Gesamteinnahmen begrenzen und Verstöße mit einer Luxussteuer sanktionieren. Auf den ersten Blick eine wirksame Aktion gegen Wildwuchs, auf den zweiten Blick jedoch eine völlige Deregulierung durch die Hintertür: Denn das Kaderkostenlimit bezieht sich allein auf den 25-Mann-Kader für die UEFA-Wettbewerbe. Der Verband würde damit Umgehungstatbeständen wie Leih-Schattenkadern bei Partnerklubs, die mittelfristig einzig dem Erlös von Gegenwerten durch Transfers dienen, oder einer Kaderteilung bei Oligarchen-Klubs in national und international Tür und Tor öffnen. Lenz hofft, dass die Konföderation den Reformvorschlag deutlich umarbeiten wird: „Die UEFA hat in der Vergangenheit einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der europäischen Klubfinanzen geleistet. Wir sind zuversichtlich, dass sie auch für die Zukunft die richtigen Weichen stellen wird."

Schwenken erneuert Position der Bundesliga in Debatte um Zwei-Jahres-WM

Zudem erneuerte Ansgar Schwenken in Mailand die Position der Bundesliga mit Blick auf die Debatte um eine Zwei-Jahres-WM. "Die Zusammenarbeit der europäischen Ligen mit anderen Parteien ist unerlässlich, wobei die Ligen auch in den Entscheidungsprozess einbezogen werden müssen", sagte das Mitglied der DFL-Geschäftsleitung. Der Zusammenschluss der europäischen Ligen lehnt eine Änderung des WM-Rhythmus ab: "Die FIFA-Vorschläge sind für die nationalen Wettbewerbe, Spieler und Fans schädlich", sagte Jacco Swart, Direktor der European League. Man unterstütze die "klare, gemeinsam entwickelte Position der European League", sagte Schwenken in einer Mitteilung.

Benni Hofmann